Biosprit BP steigt groß in den Getreideanbau ein
London - Zu diesem Zweck planten beide Unternehmen, eine gemeinsame Tochtergesellschaft zu gründen, an sie jeweils mit 45 Prozent beteiligt seien, berichtet die britische Zeitung "The Guardian". Zehn Prozent solle der US-Chemiekonzern DuPont übernehmen.
Für die Gewinnung des Biosprits ist dem Bericht zufolge eine Raffinerie in der Nähe des nordenglischen Städtchens Hull geplant. Um den Ökogedanken konsequent voranzutreiben, sollten die Anfahrtswege für den Rohstoff so kurz wie möglich sein. Deshalb, so die Planungen, werden in der Region tausende Äcker allein für die Gewinnung des dafür notwendigen Weizens reserviert. Die Kapazität der Raffinerie werde 420 Millionen Liter Ethanol pro Jahr betragen, schreibt der "Guardian". Bis zur Inbetriebnahme 2009 würden insgesamt 220 Millionen Pfund an investiert werden und 70 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Die Pläne haben bereits die Umweltschützer auf den Plan gerufen. Sie befürchten, dass die Intensivbewirtschaftung massive Auswirkungen auf das Ökosystem haben könnte. Überdies, so die Einwände, könnte die übermäßige Weizenproduktion auf die Getreidepreise durchschlagen.
ABF-Chef George Weston hält die Bedenken dagegen für unbegründet. Insgesamt, so erklärt er dem "Guardian", würden pro Jahr sogar zwei bis drei Millionen Tonnen an in der EU produzierten Weizenüberschüssen übernommen und einige Hektar Brachland wieder in Betrieb genommen. Und da der Weizen ausschließlich für die Produktion von Ethanol bestimmt sei, seien auch keine Auswirkungen auf den Getreidepreis zu befürchten.
BP produziert zurzeit rund drei Millionen Liter Ethanol pro Jahr. Der Konzern hält damit nach eigenen Angaben rund zehn Prozent des Weltmarktanteils für Biosprit.
mik