Biotech-Branche Skandalfirma ImClone vor dem Comeback
New York - Alles steht und fällt mit Erbitux. Das Medikament dieses Namens, ein Krebsmittel, ist das wichtigste Produkt ImClones, noch aber hat die Arzneimittelbehörde FDA es nicht zugelassen. Nun aber haben ImClone und der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb wegen der Anerkennung erneut einen Termin bei der FDA.
Wie beide Unternehmen am Donnerstag in New York mitteilten, sei es dabei um klinische Daten gegangen. Je nach Ausgang des Treffens plane ImClone, in der zweiten Hälfte diesen Jahres einen neuen Antrag auf die Erteilung einer Biologics License Application - die Zulassung als biologisches Arzneimittel - zu stellen.
Außerhalb der USA und Kanada hatte die deutsche Merck KGaA 1998 die Vermarktungsrechte für den Erbitux-Wirkstoff Cetuximab sowie das Co-Exklusivitätsrecht in Japan in Lizenz von der US-amerikanischen ImClone erworben. Die Rechte für Nordamerika hält Bristol-Myers Squibb.
Erbitux steht auch im Mittelpunkt eines Insider-Skandals, der zu Anklagen gegen die prominente US-Haushaltsberaterin und Medienunternehmerin Martha Stewart und den früheren ImClone-Chef Sam Waksal geführt hat. Waksal soll Familienmitglieder und seine Bekannte Stewart im Dezember 2001 aufgefordert haben, ImClone-Aktien zu verkaufen.
Die Transaktionen wurden dann vollzogen, kurz bevor offiziell bekannt wurde, dass die amerikanische FDA die Zulassung für Erbitux abgelehnt hatte. Die FDA-Mitteilung führte zu einem starken ImClone-Kurseinbruch.
Stewart war Mitte der Woche als CEO und Chairwoman ihres Medienimperiums Martha Stewart Living Omnimedia zurückgetreten. Die Bundesstaatsanwaltschaft hatte zuvor Anklage wegen Schwindel, Verschwörung, Behinderung der Justiz sowie Falschaussage erhoben.