EZB Bleibt Duisenberg länger?
Wim Duisenberg wird womöglich länger im Amt bleiben als vorgesehen. Auf Drängen Frankreichs, das einen eigenen Kandidaten an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) hieven möchte, hatte sich Duisenberg bereit erklärt, im Juli vorzeitig einem Nachfolger Platz zu machen. Paris jedoch hat Probleme, den Posten zu besetzen. Dem französischen Notenbankpräsidenten Jean-Claude Trichet droht eine Verurteilung wegen Beihilfe zur Bilanzfälschung und Verbreitung falscher Informationen bei der ehemaligen Staatsbank Crédit Lyonnais. Die zweite Pariser Wahl, Christian Noyer, halten die Juristen der EZB für unmöglich. Noyer war bereits vier Jahre lang Vizepräsident der Bank. Zweite Amtszeiten aber sind für die Leitung der EZB nicht vorgesehen. Sollte eine Einigung länger dauern, müssten die Staats- und Regierungschefs Duisenberg um Verlängerung über den 9. Juli hinaus bitten - was dem Niederländer, so ein Zentralbank-Kollege, »diebische Freude« bereiten würde.