Blitz-Reform: Renten sollen stärker steigen - DER SPIEGEL
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Blitz-Reform Renten sollen stärker steigen

Mehr Geld für 20 Millionen Rentner in Deutschland: SPD und Union wollen die Rentenformel kurzfristig ändern, um den Ruheständlern mehr Geld zukommen zu lassen. Im Gespräch ist eine Erhöhung um rund ein Prozent.
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Berlin - Die Rentenerhöhung soll schon zum 1. Juli in Kraft treten, berichten Insider aus der Großen Koalition. Es gebe eine Einigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Sozialminister Olaf Scholz (SPD). Der Kern der Blitz-Reform: Der sogenannte Riester-Faktor soll für zwei Jahre ausgesetzt werden.

Seniorenpaar: Ein Prozent mehr Rente?

Seniorenpaar: Ein Prozent mehr Rente?

Foto: DDP

Der Riester-Faktor hat eigentlich die Funktion, die Entwicklung der Renten zu dämpfen. Er ist letztlich ein Abzug von der jährlich möglichen Rentenerhöhung. Begründung ist, dass die Arbeitnehmer wegen der privaten Altersvorsorge weniger in der Tasche haben und diese Lasten mit der heutigen Rentnergeneration geteilt werden sollen.

Zuletzt war berichtet worden, dass die Renten Mitte des Jahres nur um 0,5 Prozent steigen würden. Nun könnte die Erhöhung rund doppelt so hoch ausfallen. Gerüchten zufolge ist auch von mehr als einem Prozent die Rede.

Das Sozialministerium erklärte, noch werde mit "spitzen Zahlen" berechnet, wie hoch die Erhöhung ausfällt. Scholz will sich am Nachmittag öffentlich äußern. Sein Ministerium kündigte eine Pressekonferenz für 14.30 Uhr an.

Zuvor hatte bereits Unionsfraktionschef Volker Kauder erklärt, man wolle etwas für die Rentner tun. "Da muss etwas passieren", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Die Inflation frisst die Erhöhung auf

Im vorigen Jahr waren die Renten nach drei Nullrunden erstmals wieder leicht gestiegen - allerdings nur um 0,54 Prozent. Bei einer Preissteigerung von 2,3 Prozent blieb für die Senioren unter dem Strich somit real ein deutlicher Einkommensverlust.

Allerdings hätten die Ruheständler auch mit der jetzt angestrebten Rentenerhöhung unter dem Strich weniger im Portemonnaie. Die Inflationsrate lag im Februar bei 2,8 Prozent.

Der Sozialverband VdK hält die Pläne der Regierung deshalb für unzureichend: "Es muss eine generelle Lösung gefunden werden, damit die Rentner nicht immer die Dummen der Nation sind", sagte VdK-Präsident Walter Hirrlinger. Ab Juli würden die Rentner mit der Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrages um 0,25 Prozent zusätzlich belastet. "Das frisst Erhöhungen zu einem guten Teil wieder auf", sagte Hirrlinger.

wal/AP/Reuters

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