Blumen-Versender: Gericht mahnt Fleurop ab - DER SPIEGEL
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Blumen-Versender Gericht mahnt Fleurop ab

Jahrzehntelang hat Fleurop das Geschäft mit der Vermittlung von Blumengrüßen in Deutschland dominiert. Bei der Verteidigung der Marktführerschaft musste das Unternehmen vor Gericht nun eine herbe Schlappe wegstecken. Auch das Bundeskartellamt schaltet sich ein.
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Hamburg - Bereits am Freitag wies das Landgericht Berlin den Berufungsantrag von Fleurop gegen ein Urteil aus dem Frühjahr zurück. Darin wurde dem Branchenführer vorgehalten, im Kampf um Marktanteile Floristen von der Zusammenarbeit mit Wettbewerbern abzuhalten. Die Berliner Richter untersagten diese Praxis nun endgültig.

Bis 1999 hatte Fleurop seine Vormacht in Deutschland gesichert: Mehr als 7000 Floristen waren vertraglich exklusiv an das Unternehmen gebunden. Seither aber bröckelte die Dominanz. So musste die Nummer eins die ausschließliche Bindung der Blumenhändler aus den Geschäftsbedingungen streichen. Weitere Anbieter drängten in den Markt und nahmen ihrerseits Floristen unter Vertrag.

Fleurop gab sich nicht kampflos geschlagen und versuchte, die Vorherrschaft mit anderen Mitteln zu verteidigen. So geht aus dem aktuellen Urteil hervor, dass das Unternehmen den Händlern mit "Nichtberücksichtigung ... bei der Vermittlung von Aufträgen" drohte, wenn diese zusätzlich mit einem Konkurrenten zusammenarbeiten wollten. Für die Blumenverkäufer hätte das Umsatzeinbußen bedeutet.

Im vergangenen Jahr attackierte der skandinavische Fleurop-Konkurrent Euroflorist diese Praxis mit einer Einstweiligen Verfügung. Fleurop indes bestand weiter darauf, genehme Händler besser zu behandeln. Der Fall landete vor dem Berliner Landgericht, das Fleurop per Urteil untersagte, seine Blumenhändler künftig derart unter Druck zu setzen. Gegen das Urteil ging der Platzhirsch in Berufung - und unterlag vergangene Woche erneut.

Nach Ansicht von Euroflorist ist der Fall damit erledigt. "Durch den Druck auf die Floristen hat Fleurop in der Vergangenheit das Geschäft dominiert. Das ist nun vorbei", sagte Gerald Neben von der Kanzlei Lovells, die Euroflorist vertrat, gegenüber SPIEGEL ONLINE. Damit, so Neben, sei dieser Markt endgültig für Wettbewerber geöffnet.

"Wir müssen jetzt auch wieder Floristen einbeziehen, die mit anderen Anbietern zusammenarbeiten", sagte Fleurop-Vorstandschef Hansjörg Buchholz. Geschlagen gibt er sich allerdings noch nicht. "Wir prüfen, ob wir das Verfahren noch einmal aufrollen", erklärte Buchholz. Dies könnte bis zum Bundesgerichtshof gehen.

Fleurop droht indes neuer Ärger. Auch das Bundeskartellamt prüft laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland", ob die Gesellschaft auf kleine Blumenhändler Druck ausübte. "Wir sind im Stadium der Vorermittlungen", sagte eine Kartellamts-Sprecherin.

Jörn Sucher