BMW Abschwung im Herbstquartal erwartet
München - Das dritte Quartal ist bei allen Automobilherstellern saisonbedingt das schwächste, betonte Klaus Weihermann von der WGZ-Bank. Darüber hinaus werden nach Ansicht von Georg Stürzer von der HypoVereinsbank die zunehmenden Entwicklungskosten für neue Modelle und der Wechsel bei der 7er-Reihe das Ergebnis der Konzerns belasten. Die Analysten rechnen mit einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in der Spanne von 320 Millionen bis 550 Millionen Euro nach 847 Millionen Euro im zweiten Quartal.
Beim Ergebnis nach Steuern werden von den Analysten 240 Millionen Euro bis 333 Millionen Euro (Vorquartal: 525 Millionen Euro) und beim Umsatz zwischen 8,1 Milliarden Euro und 9,22 (10,60) Milliarden Euro prognostiziert. Da keine Vergleichsdaten zum entsprechenden Vorjahresquartal vorliegen - BMW legt im laufenden Geschäftsjahr erstmals Quartalsberichte vor - müsse man ein wenig "im Trüben fischen", sagte ein Analyst mit Blick auf die weite Spanne bei den Prognosen. Für die ersten neun Monate geht Stürzer von einem Konzernumsatz von 29,0 Milliarden Euro und einem Vorsteuergewinn von 2,16 Milliarden Euro aus, was einer Umsatzrendite vor Steuern von 7,5 Prozent entspricht.
Im Segment BMW Automobile rechnet der HVB-Analyst mit einem Vorsteuergewinn von 1,96 Milliarden Euro beziehungsweise einer Vorsteuerrendite von 7,7 Prozent. Im Gesamtjahr will der Münchner Autobauer in dem Bereich nach früheren Angaben das Niveau des Vorjahres von 2,38 Milliarden Euro erreichen. Darüber hinaus soll die Umsatzrendite des Konzerns vor Steuern auf HGB-Basis im Gesamtjahr auf über sechs (Vorjahr 4,7) Prozent steigen und damit den höchsten Wert in den vergangenen zehn Jahren erreichen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war das BMW-Zahlenwerk noch von den Rover-Verlusten belastet worden.
Der Absatz dürfte nach Einschätzung der HypoVereinsbank im dritten Quartal gegenüber den ersten sechs Monaten deutliche Bremsspuren aufweisen. Obwohl der US-Absatz im Oktober mit einem Plus von 1,4 Prozent klar unter den Zuwachsraten der vergangenen Monate lag, wird das Unternehmen 2001 laut den Experten sein Absatzziel mit einem Plus von gut neun Prozent auf erstmals mehr als 900.000 Einheiten aber sicher erreichen. BMW sei als Premiumhersteller weiterhin weniger stark als die Volumenanbieter von der flauen Branchenkonjunktur und den US-Terroranschlägen betroffen, bekräftigte Weihermann. Der Analyst hat die BMW-Aktie als "Outperformer" eingestuft.