BMW: Ford zahlt 6 Milliarden für Land Rover - DER SPIEGEL
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BMW Ford zahlt 6 Milliarden für Land Rover

Der Rover-Ausverkauf geht weiter. BMW gibt die Marke Land Rover für sechs Milliarden Mark an Ford ab und will sich künftig auf seine Stammmarke konzentrieren.
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München/Dearborn - Milberg sagte: "Die Entscheidung, Land Rover zu verkaufen, ist uns alles andere als leicht gefallen. Aber angesichts unserer Neuausrichtung begrüßen wir das Angebot von Ford." Der erfolgreiche allradgetriebene X5 von BMW und der Range Rover konkurrierten um die gleichen Kunden. Er kündigte an, BMW werde sein eigenes Angebot an Allrad-Autos ausbauen und "so schnell wie möglich" ein Modell in der Golfklasse auf den Markt bringen.

Ford-Chef Jac Nasser gab bekannt, die Vereinbarung mit BMW über Land Rover solle im dritten Quartal umgesetzt werden. Für den Ausbau im Bereich Geländewagen gebe es keine bessere Marke als Land Rover. Ford wolle die komplette Modellpalette - Range Rover, Discovery, Freelander und Defender - samt Produktionsanlagen ohne Schulden übernehmen. Zur Ford-Luxussparte gehören bereits Jaguar, Aston Martin, Lincoln, Mercury und Volvo.

BMW-Finanzvorstand Helmut Panke kündigte für 2000 einen höheren Jahresüberschuss als im Vorjahr an. Die Börse reagierte skeptisch; BMW-Aktien gaben um über sechs Prozent nach.

Panke zufolge hat Land Rover 1999 keinen Gewinn erwirtschaftet. Der Kaufpreis von drei Milliarden Euro sei fair und realistisch. Der Preis entspricht den Abschreibungen, die BMW für 1999 bei Rover Cars in die Bilanz aufgenommen hat. "Was an Restrukturierungsaufwand aufgelaufen ist, haben wir im Jahresabschluss 1999 berücksichtigt", sagte Panke. `Das Ergebnis 2000 wird über dem von 1999 vor außerordentlichem Aufwand liegen. Also besser als 663 Millionen Euro".

Die Verhandlungen mit dem Rover-Käufer, dem Risiko-Kapitalfonds Alchemy soll in den nächsten zwei bis drei Monaten abgeschlossen werden. Ob BMW Rover schuldenfrei übergebe und "die Frage, wie viel zugezahlt wird", sei Gegenstand der Verhandlungen. Dass BMW für die Übernahme drei Milliarden Euro oder Mark zahle, sei falsch. BMW werde die Verluste von Rover bis zur Übergabe weiter tragen. Unter Alchemy würden sich Rover und MG vor allem auf den Heimatmarkt Großbritannien konzentrieren.

Die Subventionen der britischen Regierung für Rover sind nach Milbergs Einschätzung wahrscheinlich hinfällig. Sie seien an das Projekt Rover 30 geknüpft gewesen, den es so nicht geben werde. Milberg warf der Regierung in London vor, sie habe die "ohnehin schwierige Situation bei Rover noch verschärft durch immer neu entfachte Diskussionen um den Kurs des britischen Pfundes und über den Eurobeitritt". Der hohe Pfundkurs sowie der hinter den Erwartungen zurückgebliebene Absatz der neuen Rover-Modelle seien der Hauptgrund für den Ausstieg bei Rover. "Hinzu kam das Gezerre der EU-Kommission um die Strukturhilfen für unser Werk Longbrigde", so Milberg. Der britische Premierminister Tony Blair äußerte sich verärgert, dass BMW zugleich über Subventionen und einen Verkauf verhandelt habe. Die Vorwürfe Milbergs wies er zurück, wie ein Sprecher in London sagte.

Der neue Mini bleibt nach Milbergs Worten im BMW-Konzern. Der neue Rolls Royce, der 2003 erscheinen solle, werde "aus Traditionsgründen" auf jeden Fall in Großbritannien gebaut.