BMW Glänzendes Quartal enttäuscht die Börsianer
München - Börsianer und andere Marktbeobachter sprachen in ersten Reaktionen sogar von "enttäuschenden" Umsatz- und Ergebniszahlen. Der Kurs der BMW-Aktie gab in den ersten Handelsminuten um 2,2 Prozent nach. Die vorgelegten Zahlen hätten unter den Prognosen der LandesBank Rheinland Pfalz (RLP) und den etwas höheren Markterwartungen gelegen, schrieb LRP-Analyst Michael Punzet am Mittwoch. BMW profitiere weiter von seiner vergleichsweise guten Modellpolitik, was am Markt allerdings bekannt sei.
Abgesehen von den Erwartungen schlug sich die "gute Modellpolitik" in glänzenden Zahlen nieder: "Das Unternehmen verzeichnete die bisher höchsten Werte bei Absatz, Umsatz und Ergebnis", teilte BMW-Chef Helmut Panke am Mittwoch in München mit und begründete dies mit dem Absatzplus von 9,6 Prozent im Quartal. Die positive Entwicklung der ersten neun Monate werde sich auch im Schlussquartal fortsetzen.
Vor Steuern steigerte BMW von Juli bis September 2004 den Gewinn auf 779 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte er noch 724 Millionen Euro betragen. Unter dem Strich fiel ein Überschuss von 479 Millionen Euro an (Vorjahreszeitraum: 445 Millionen). Der Umsatz legte in Folge der deutlichen Absatzsteigerung um 6,3 Prozent auf 10,61 Milliarden Euro zu.
Hauptumsatz- und Ergebnisträger war einmal mehr das Automobilsegment, in dem die Erlöse im Vorjahresvergleich um 13,8 Prozent auf rund 9,07 Milliarden Euro kletterten. Der Gewinn vor Steuern erhöhte sich um 21,8 Prozent auf 694 Millionen Euro. "Das Segment Finanzdienstleistungen setzte auch im dritten Quartal seinen Wachstumskurs fort", hieß es zudem. Die Sparte steuerte vor Steuern 141 (120) Millionen Euro zum Konzernergebnis bei.
BMW steckt in der größten Modelloffensive seiner 75-jährigen Automobilgeschichte und ist damit weitaus erfolgreicher als Rivalen Mercedes und VW. Seit Mitte vergangenen Jahres haben die Münchner die neue 5er-Baureihe, das 6er Luxus-Coupé und -Cabrio, den Geländewagen X3, das Mini-Cabrio sowie das Kompaktmodell 1er auf den Markt gebracht.
Von dem neuen Fahrzeug, das sich BMW zufolge sehr guter Nachfrage erfreut, sollen im laufenden Jahr mindestens 30.000 Einheiten verkauft werden. Für 2005 hatte BMW-Chef Helmut Panke erst kürzlich 120.000 bis 150.000 verkaufte 1er als realistische Größe bezeichnet.