BMW Modelloffensive belastet Ergebnis
München - Das Ergebnis vor Steuern sank um 12,5 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro, teilte die BMW am Donnerstag mit. Der Umsatz verminderte sich um 11,7 Prozent auf 10,24 (11,59) Milliarden Euro.
Im zweiten Quartal ging das Ergebnis vor Steuern den Angaben zufolge um 7,2 Prozent auf 947 Millionen Euro zurück, verglichen mit 1,02 Millionen Euro im Vorjahr. Hauptursachen waren die Kosten für die Einführung neuer Modelle und die relativ schwache Nachfrage nach Autos der Marke BMW. Zwar war der Absatz mit knapp 545.000 ausgelieferten Fahrzeugen stabil, die Nachfrage nach dem neuen Mini stieg sogar weiter an, doch im Vorfeld der Fünfer-Einführung ging der Verkauf des alten Fünfers drastisch zurück.
Trotz Rückgang immer noch der Verkaufsschlager: 279.445 Fahrzeuge der Dreier-Baureihe hat BMW im ersten Halbjahr 2003 verkauft. Das sind 6,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Am besten verkaufte sich mit 143841 Fahrzeugen nach wie vor die Dreier Limousine. Zulegen konnte der Dreier-Touring: Drei Prozent mehr verkaufte Fahrzeuge als im ersten Halbjahr 2002.
BMWs "Sports Activity Vehicle" ist in die Jahre gekommen. Folgerichtig gehen die Verkaufszahlen zurück: 47.028 X5 hat BMW seit Jahresbeginn verkauft, ein Rückgang von 4,7 Prozent.
Der neue Mini ganz vorn: 44.073 Fahrzeuge der Modelle "Cooper" und "One" hat BMW im ersten Halbjahr 2003 verkauft. Das sind 23 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Weltweit brach der Markt für Motorräder im zweiten Quartal 2003 ein. Auch BMW blieb von der Umsatzkrise nicht verschont: Der Absatz der bayerischen Zweiräder ging in der ersten Jahreshälfte 2003 um drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück.
Auch das neue Design des neuen Fünfers ist unter PS-Fans umstritten. Anfang Juli erhielten die ersten Kunden ihre Fahrzeuge. Die Aussicht auf die Modellablösung verhagelte den Absatz des Vorgängers: Den alten Fünfer wollten im ersten Halbjahr nur noch 75.628 Kunden kaufen - ein Rückgang von 18,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum.
Ob der bayerische Roadster seinen Vorgänger Z3 würdig vertritt, darüber streiten sich die PS-Ästheten. Dem Kunden scheint das neue Haifisch-Design zu gefallen: Der im Herbst 2002 in den USA und erst im vergangenen März in Europa eingeführte Z4 hat sich seit Jahresbeginn 22.593 mal verkauft. Eine "positive Entwicklung", sagt BMW.
Aus und vorbei: Seit Juni ist die Produktion des in Kleinserie gefertigten Z8 eingestellt. In den ersten sechs Monaten 2003 wurden noch 498 Fahrzeuge an die Kunden geliefert.
Erst im zweiten Quartal begann die Auslieferung des Rolls-Royce "Phantom" an die gut betuchten Kunden. Laut BMW gibt es für das laufende Jahr mehrere hundert Vorbestellungen, später will BMW jährlich rund 1000 Fahrzeuge verkaufen.
Der Absatz des BMW Siebner stieg im ersten Halbjahr 2003 weiter an: 27.594 Limousinen verkaufte BMW seit Jahresbeginn, ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.
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Trotzdem schnitt BMW insgesamt besser ab, als Analysten erwartet hatten. Diese hatten im Durchschnitt mit einem Vorsteuergewinn von 842 Millionen Euro und einem Ergebnis nach Steuern von 515 Millionen Euro gerechnet.
Seine ehrgeizige Prognose für das Gesamtjahr bekräftigte der Münchner Autobauer. Ziel sei ein Gewinn auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Zudem werden neue Absatzrekorde bei den Konzernmarken BMW und Mini erwartet. Dabei verspricht sich der weiß-blaue Autobauer vor allem viel vom neuen Fünfer-Modell, das in den vergangenen Wochen eingeführt wurde.