BMW: Reithofer wünscht sich eine vierte Marke - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

BMW Reithofer wünscht sich eine vierte Marke

Neue Modelle, Sparsamkeit und Feinarbeit im Detail - der Münchener Autobauer BMW will sich für die Zukunft neu aufstellen. Eine vierte Marke bezeichnete BMW-Chef Norbert Reithofer als gute Idee – ihm fällt nur keine ein, die er kaufen könnte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München – "Wir richten die BMW Group konsequent auf Profitabilität und langfristige Wertsteigerung aus", sagte Reithofer bei der Vorstellung der neuen Unternehmensstrategie in München.

Bei der zukünftigen Strategie stehe der langfristige Erfolg und die Sicherung der Unabhängigkeit des Unternehmens im Vordergrund, erklärte Reithofer. In den kommenden fünf Jahren solle der Absatz auf mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge steigen, bis 2020 sollen jährlich deutlich mehr als zwei Millionen Fahrzeuge verkauft werden. Die Rendite solle dabei auf acht bis zehn Prozent wachsen.

Möglich werden soll dies nicht zuletzt durch neue Modelle, wie dem auf der IAA in Frankfurt vorgestellten Geländecoupé X6. Reithofer kündigte darüber hinaus die Erweiterung der X-Reihe um eine Einser-Variante an. Außerdem wird ein viertüriger Gran Turismo nach dem Vorbild der in Shanghai präsentierten Konzeptstudie CS gebaut.

Bei der Marke Mini wird es mit einem so genannten Sports Activity Vehicle ein weiteres Modell geben. Auch bei Rolls-Royce wird die Modellpalette weiter ausgebaut: Ein Coupé als dritte Variante des Phantom und ein weiteres Rolls-Royce Modell, das preislich und in seiner Größe unterhalb des Rolls-Royce Phantom positioniert werden soll, sind in Vorbereitung.

Die Hoffnung auf Neueinstellungen schwindet

Für alle künftigen Modelle jedoch gilt: Sie sollen nach dem Baukastenprinzip aufgebaut werden, um ein großes Maß an Synergien zu erzielen. Zusammen mit den anderen Effizienz steigernden Programmen in allen Bereichen des Unternehmens sollen in den nächsten fünf Jahren insgesamt rund sechs Milliarden Euro an Einsparungen realisiert werden, versprach Reithofer.

Darüber hinaus sollen die Kosten, Investitionen sowie der Kapitaleinsatz pro Fahrzeug in Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Verwaltung reduziert werden. Dazu soll nicht zuletzt ein Produktivitätszuwachs von mindestens acht bis zehn Prozent pro Jahr beitragen. Der angestrebte Produktivitätszuwachs lässt auf der anderen Seite die Hoffnungen auf Neueinstellungen schwinden: Das geplante Wachstum bis 2012 soll in etwa mit dem derzeitigen Personalstand erreicht werden.

Den Zukauf einer vierten Marke schloss Reithofer zwar nicht grundsätzlich aus, knüpfte ihn jedoch an hohe Anforderungen. "Ein Zuwachs bei den Stückzahlen müsste zu sinkenden Stückkosten führen", sagte Reithofer. Außerdem müsse die neue Marke mindestens den gleichen positiven Ergebnisbeitrag liefern wie das bestehende Automobilgeschäft. "Die eingehende Analyse hat jedoch ergeben, dass keine der geprüften Automobilmarken derzeit diese Anforderungen erfüllt."

mik

Mehr lesen über