BMW: Rover-Debakel ist überstanden - DER SPIEGEL
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BMW Rover-Debakel ist überstanden

Das Rover-Abenteuer hat BMW insgesamt mehr als acht Milliarden Mark gekostet. Trotzdem strotzt der Automobil-Hersteller inzwischen wieder vor Kraft.
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München - Nach Einschätzung von Finanzchef Helmut Panke ist das Debakel inzwischen finanziell ausgestanden. Trotzdem müssten aber die Rückstellungen in Höhe von 6,16 Milliarden Mark voll ausgeschöpft werden. Im vergangenen Mai verkaufte BMW die Rover-Tochter für symbolische zehn englische Pfund an das Phoenix-Konsortium. Trotz der Belastungen erzielte BMW im Geschäftsjahr 2000 einen Jahresüberschuss in Rekordhöhe von 1,03 Milliarden Euro. 1999 war durch die Rover-Defizite unter dem Strich ein Verlust von 2,49 Milliarden Euro entstanden.

Befreit von der Rover-Last will der BMW-Konzern nun in diesem Jahr trotz der Flaute auf den weltweiten Automärkten Rekorde bei Umsatz und Ergebnis einfahren. "Die BMW-Gruppe wächst unanhängig von der Branchenkonjunktur", sagte Konzernchef Joachim Milberg am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in München. BMW wolle bei Absatz, Umsatz und Ertrag weiter zulegen.

In den ersten drei Monaten sei der Absatz der Marke BMW um acht Prozent auf 219.000 Auslieferungen gestiegen, sagte Milberg. Er rechne damit, dass der weltweite Automarkt in diesem Jahr stagnieren werde. Mit der Konzentration auf das Premium-Segment und einer Produktoffensive will BMW aber auch in den kommenden Monaten der Branchenflaute trotzen. Die Beträge, die bis vor einem Jahr noch in die frühere britische Tochter Rover geflossen seien, würden nun vollständig zur Ausweitung des Angebots der Premium-Marken BMW, Mini und Rolls-Royce investiert. Höhepunkte sind der Marktstart des neuen Mini im Juli und die Präsentation des neuen 7er im Herbst.

"Wir wollen der führende Hersteller von Fahrzeugen der Extraklasse sein", sagte Milberg. Dabei gehe es dem Konzern um profitables Wachstum. "Größe allein kann für die BMW-Gruppe kein Ziel sein." Damit betonte der Vorstandsvorsitzende erneut die Eigenständigkeit des Konzerns. Bei einzelnen Entwicklungen wolle BMW aber weiter verstärkt auf Kooperationen setzen.

Mittelfristig setzt Milberg große Hoffnungen auf den neuen, kleinen BMW. Die 1er-Reihe solle 2004 vom Band rollen, sagte Milberg. "Es wird ein Fahrzeug sein, das vor allem ein typischer BMW sein wird." Über den Standort des geplanten neuen BMW-Werks werde Mitte des Jahres entschieden, erklärte Milberg. Dem Vernehmen nach ist derzeit noch etwa ein Dutzend Bewerber im Rennen. Mehr als 200 Städte und Regionen in ganz Europa hatten sich beworben. Bisher wurde noch nicht bekannt gegeben, welche Modelle in dem neuen Werk produziert werden sollen.

Die Börse nahm die Nachrichten aus der BMW-Zentrale freundlich auf. Der Aktienkurs stieg am Dienstag zwischenzeitlich um mehr als ein Prozent auf knapp 34 Euro.