Boeing Klage wegen Brüchen im Absturzjet
Chicago/Taipeh - Die US-Rechtsanwaltskanzlei Nolan Law Group, die sich auf Flugzeugkatastrophen spezialisiert, hat die Klage am Montag in Chicago eingereicht. Rechtsanwalt Donald Nolan vertritt zwei amerikanische Angehörige von Passagieren, die bei dem Absturz im Mai ums Leben kamen. Das Flugzeug der China Airlines war 20 Minuten nach dem Start auf dem Flug CI611 von Taipeh nach Hongkong auseinandergebrochen und ins Meer gestürzt. Noch immer sind nicht alle Flugzeugteile geborgen.
Bisherigen Ermittlungen zufolge sind die ersten Risse vermutlich in der Heckgegend des Flugzeuges aufgetreten. Nach einem Treffen mit Ermittlern in Taiwan sagt Anwalt Nolan, dass Boeing die 23 Jahre alte Maschine noch vor dem Absturz repariert habe. Risse am Heck seien dabei nicht mit Aluminium, sondern mit schwereren Edelstahlkonstruktionen geflickt worden. Kurz darauf habe Boeing sein hausinternes Sicherheitshandbuch geändert und die Reparatur mit derartigen Stahlflicken verboten. Sie könnten dazu führen, dass Teile des Flugzeuges einem zu hohen Druck ausgesetzt sind.
Anwalt Nolan wirft Boeing vor, China Airlines nach dieser Änderung der eigenen Sicherheitsregeln nicht darüber informiert zu haben, dass der Unglücksjet womöglich unfachgemäß repariert worden war. Der Anwalt vermutet, dass weltweit noch weitere Flugzeuge unterwegs sind, die mit der umstrittenen Stahl-Methode repariert wurden. Boeing gab zu dem Verfahren und dieser Vermutung keine Stellungnahme ab.