Boeing Quartalsergebnis treibt Aktienkurs
New York - Im vierten Quartal konnte der Airbus-Rivale seinen Gewinn mehr als verdoppeln. Der Gewinn belief sich auf 460 Millionen Dollar oder 58 Cent je Aktie nach 186 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Ohne Sonderposten verbuchte Boeing einen Gewinn je Aktie von 74 Cent. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit einem Gewinn je Aktie von 44 Cent gerechnet. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten 14,7 Milliarden Dollar erwartet.
"Die Stärke im vergangenen Quartal lag offensichtlich im Geschäft mit Zivilflugzeugen, und es sieht so aus, als gehe es die nächsten drei oder vier Jahre so weiter", sagte Analyst Chris Lozier von Morningstar. In der Zivilflugzeugsparte steigerte Boeing im vierten Quartal den Umsatz um acht Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar.
In diesem Jahr erwartet Boeing nun einen Gewinn je Aktie zwischen 3,25 Dollar und 3,45 Dollar. Zuvor hatte ediglich 3,10 Dollar bis 3,30 Dollar in Aussicht gestellt. 2007 soll das Ergebnis nach den nun korrigierten Prognosen je Aktie auf 4,10 Dollar bis 4,30 Dollar anziehen. Allerdings nahm Boeing seine Umsatz-Erwartungen für 2006 wegen einer Änderung der Bilanzierung im Geschäft mit Verkehrsflugzeugen auf 60 Milliarden Dollar zurück.
Die Boeing-Aktien reagierten mit einem Plus von fast fünf Prozent auf die Daten, und waren damit bei Börsenschluss je 71,66 Dollar wert. Im Moment seien die Anleger mit den Zahlen zufrieden, erklärte Analyst Cai Von Rumohr von SG Cowen den Zugewinn. "Der Gewinn war gut, die Liquidität war großartig und der Ausblick war gut." Im vergangenen Jahr hatten die Papiere 36 Prozent an Wert gewonnen, in diesem Jahr bislang aber an Fahrt verloren.
Wegen eines Streiks der Mechaniker des Flugzeugbauers verließen im vergangenen Jahr lediglich 290 Maschinen die Fertigungshallen von Boeing. Der Flugzeugbauer erklärte deshalb, in diesem Jahr 395 Flugzeuge an seine Kunden übergeben zu wollen. 2007 soll die Zahl der Auslieferungen auf 440 bis 445 Flugzeuge ansteigen. Die EADS-Tochter Airbus lieferte dagegen 2005 378 Flugzeuge aus und will sich in diesem Jahr auf mehr als 400 steigern. Beide Flugzeugbauer verzeichneten 2005 mit jeweils über 1000 Bestellungen ein Rekordjahr.
ase/afp/reuters