Börse Absturz nach dem Höhenflug
Frankfurt am Main - Zunächst hatten die Anleger euphorisch auf die ausgebliebenen Computerprobleme beim Datumswechsel sowie die Rekordvorgaben der Börsen in New York und Fernost reagiert. Gegen Handelsende brach der Dax dann wegen einer schwächeren Tendenz an der Wall Street und einem nachgebenden Rentenmarkt regelrecht ein. Von einer grundlegenden Trendwende am deutschen Aktienmarkt gebe es aber noch keine Spur. "Der Anstieg um rund 200 Punkte zu Handelsbeginn war einfach übertrieben", sagte ein Händler.
Auch die meisten übrigen europäischen Handelsplätze hatten zunächst die jüngsten Allzeit-Höchststände überboten. Im Verlauf büßten die Europa-Börsen ebenfalls ein. Händlern zufolge fehlte zu Wochenbeginn in Frankfurt zudem Liquidität aus London und Zürich, wo der Handel am Montag noch ruhte.
Nur wenige Titel blieben im Plus. SAP zogen um 0,75 Prozent an. Auch Thyssen-Krupp und MAN legten zu. Deutsche Telekom, zwischenzeitlich auf neuem Allzeithoch bei 74,30 Euro, gaben bis zum Schluss 2,11 Prozent ab.
Auf der Verliererseite standen vor allem die zuletzt sehr starken Finanztitel, die unter zunehmenden Befürchtungen vor Zinserhöhungen litten. Auch die Konsumwerte gaben kräftig nach.
Widerstandsfähiger waren die Nebenwerte und die Aktien am Neuen Markt. Der M-Dax rettete ein Plus von 23,53 Punkten oder 0,6 Prozent auf 4127,35 Punkte über den turbulenten Tag. Der Nemax 50 der wichtigsten Wachstumswerte schloss sogar mit einem Gewinn von 61,41 Punkten oder 1,2 Prozent bei 5136,34 Zählern.
Nach neuen Meldungen über eine kräftige US-Konjunktur sprang die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen auf 6,56 Prozent. In der Folge gab es heftige Verluste am Rentenmarkt, die auf die Aktienbörse übergriffen. Der Dow Jones Index verlor nach festem Beginn in der ersten Handelsstunde 1,5 Prozent oder 170 Punkte auf 11.327 Zähler.
Auch am deutschen Rentenmarkt gaben die Kurse nach. Der Bund Future verlor 0,85 Punkte auf 103,29. Die Umlaufrendite stieg um 0,07 auf 5,22 Prozent. Der Rentenmarktindex Rex sank um 0,5 Prozent.
Der Euro stieg zum Beginn des Jahres gegen den Dollar. Die EZB legte den Referenzkurs auf 1,0090 (Donnerstag: 1,0046) Dollar fest. Am frühen Abend kostete ein Euro dann 1,0160 Dollar. Für den Dollar ergab sich damit ein Kurs von 1,9259 Mark.
Wegen eines Bankfeiertags wurde ein Goldfixing in London nicht ermittelt.