Börse Absturz nach Zinsentscheidung
Frankfurt am Main - Nach der EZB-Entscheidung fiel der Dax zunächst unter Vortagesniveau, kletterte dann aber wieder über die Marke von 7300 Punkten und lag um 0,3 Prozent im Plus. Die Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte kam für die Börsianer überrraschend, gerechnet wurde nur mit einer Erhöhung um 25 Basispunkte.
Vortagesverlierer Deutsche Telekom fielen nach anfäglichen Kursgewinnen auf ihr Niveau vom Mittwoch zurück, Siemens hielten ihr Plus von zwei Prozent. SAP blieben knapp drei Prozent über Vortagesniveau, Epcos verteidigten ein Plus von gut eineinhalb Prozent.
Starke Kursgewinne verbuchten Microsoft im frühen Frankfurter Handel: Die Aktie stieg zunächst um gut sechs Prozent, fiel am Nachmittag jedoch auf ein Plus von knapp drei Prozent zurück. Das Urteil gegen den Software-Riesen war erwartet worden und wurde am Markt mit Erleichterung aufgenommen. Vor dem Urteil im Kartellprozess hatte die Wall Street freundlich geschlossen. Der Dow Jones verbuchte ein Plus von 0,7 Prozent, der Nasdaq stieg um 2,2 Prozent. Von den guten Nasdaq-Vorgaben profitierten auch Infineon mit einem Plus von gut vier Prozent.
Bei den weiteren Dax-Werten konnten sich Thyssen-Krupp um rund zweieinhalb Prozent verbessern. Die stärksten Verluste gab es für die Fusionskandidaten VEBA und VIAG mit knapp vier Prozent.
Am Neuen Markt stieg der Nemax-50 um etwa drei Prozent. Eine Kursexplosion gab es bei P&I Personal Informatik. Das Softwarehaus übernimmt ein Lohn-Software-System von IBM. Der Kurs ging um mehr als 27 Prozent in die Höhe. Mit einem Kursverfall hatte Abit zu kämpfen: Die Aktien des Herstellers von Inkasso-Software verloren rund 30 Prozent, nachdem Mängel in ihren Programmen bekannt wurden. T-Online gewannen zweieinhalb Prozent.
Der Euro-Kurs sprang nach der Erhöhung der Leitzinsen um fast einen US-Cent auf 0,965 Dollar.