Börse Alle Indizes schließen im Minus
Frankfurt am Main - Der Dax schloss am Dienstag um 0,84 Prozent schwächer bei 7076 Zählern. Die Wachstumswerte im Nemax-50 gaben 1,41 Prozent auf 4613 Zähler nach. Der M-Dax verlor 0,63 Prozent auf 4996 Punkte.
Der Dow Jones notierte zum Handelsschluss in Deutschland etwas leichter. Der Index notierte mit minus 0,03 Prozent auf 10.973 Zähler. Der Nasdaq-Index verzeichnete hingegen ein leichtes Plus von 0,14 Prozent auf 3421 Punkte.
Infineon-Kurs fällt trotz guter Zahlen
"Reger Handel findet eigentlich nur bei Aktien der Siemens-Familie statt", sagte Aktienhändler Frank Albrecht vom Investmenthaus M.M. Warburg. Nach Vorlage der Geschäftszahlen brachen die Aktien der Siemens-Halbleitertochter Infineon ein. "Die Zahlen lagen zwar über den Erwartungen", erläuterte Albrecht, "aber den Ausblick, den Infineon gegeben hat, ist weniger rosig".
In den nächsten beiden Quartalen werde die Nachfrage nach Computern sich rückläufig entwickeln und deshalb auf die Margen drücken. Das Papier schloss mit 51,45 Euro, ein Minus von 5,65 Prozent.
Die Papiere des Mutterkonzerns Siemens verloren 3,70 Prozent auf 148,20 Euro. Der Konzern legt am Mittwoch seine Zahlen vor. Analysten rechnen mit einem Gewinnanstieg von rund zwei Dritteln. Die Papiere der zweiten Siemenstochter Epcos verloren 0,36 Prozent auf 98,44 Euro und mussten damit wieder alle Gewinne abgeben.
Aktien von Versicherern verloren an Wert
Die Versicherer-Aktien gaben auch nach: Münchener Rück verloren 0,10 Prozent auf 373 Euro. Allianz beendeten den Handel mit 394 Euro und damit um 0,83 Prozent schwächer als am Vortag.
Zuvor hatte das Bundesarbeits- und das Bundesfinanzministerium bekannt gegeben, dass die private Altersvorsorge nicht wie geplant ab dem Jahr 2001 eingeführt werden soll, sondern auf das darauf folgende Jahr verschoben werde.
Adidas setzt sich an die Spitze des Dax
Aktien von adidas-Salomon haben sich im Handelsverlauf an die Dax-Spitze gesetzt. Mit einem Plus von 4,07 Prozent auf 59,85 Euro konnte der Wert die anderen Titel eindeutig abhängen. "Die Unternehmenszahlen von Puma für das dritte Quartal waren gut ausgefallen, was sich auch auf adidas-Salomon beflügelnd ausgewirkt hat," sagte Händler Wolfgang Kuhl von der BfG Bank.
Lufthansa-Papiere im Aufwind
Die Aktien der Lufthansa gewannen 1,63 Prozent und schlossen bei 23,73 Euro. Ein Frankfurter Händler sagte, die Lufthansa profitiere von einer guten Kursentwicklung des britischen Konkurrenten British Airways, die am Montag Zahlen vorgelegt hatten. Diese habe der Aktienmarkt positiv aufgenommen.
Chemietitel schließen uneinheitlich
BASF verloren 1,76 Prozent auf 44,70 Euro. Bayer notieren bei der Schlussglocke mit einem leichten Plus von 0,08 Prozent bei 51,95 Euro. Henkel gewannen dagegen kräftig und schlossen mit 1,29 Prozent bei 75,21 Euro im Plus. "Das sind ganz normale Gewinnmitnahmen", begründete Thorsten Strauß, Analyst der NordLB, die Entwicklung.
Wachstumswerte standen unter Druck
Die Wachstumswerte am Neuen Markt standen heute unter starkem Verkaufsdruck. Zeitweilig notierte der Nemax-50 bis zu 2,8 Prozent im Minus, konnte sich zum Börschenschluss allerdings wieder berappeln.
Insgesamt waren die Umsätze heute dünn, die Stimmung beschrieb ein Händler als schlecht. Zumal auch die Nasdaq am Dienstag erst einmal im Minus eröffnet hatte.
Update.com profitiert von Kooperation
Einen riesigen Kurssprung um 60 Prozent auf 9,60 Euro verbuchte die Update.com Software. Das Unternehmen hatte gestern eine Kooperation mit dem Mobilfunkunternehmen Ericsson verkündet. Update.com soll demzufolge eine Software entwickeln, die den Service bei Call-Centern und Internetseiten verbessern soll.
Stark gefragt waren auch Carrier 1 International S.A.. Der Luxemburger Betreiber von Glasfasernetzen hatte im dritten Quartal seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern können. Der Kurs stieg auch an, nämlich um 6,32 Prozent auf 32,79 Euro.
Infomatec vollzog rasante Berg- und Talfahrt
Ein heftiges Auf und Ab erleben derzeit die Infomatec-Papiere. Am Montag hatte das Papier noch deutlich um mehr als 100 Prozent zugelegt, heute gab die Aktie um 27,06 Prozent auf 3,45 Euro nach. Das in finanzielle Turbulenzen geratene Augsburger Unternehmen werde von Spekulanten gekauft oder verkauft, meinte ein Händler.
Linos legten um 15,80 Prozent auf 85 Euro zu. Das Göttinger Technologie-Unternehmen hatte am Morgen den nach eigenen Angaben größten Auftrag der Unternehmensgeschichte gemeldet. Der Auftrag solle ein Volumen von rund 23,3 Mio. Dollar haben.
Nemax-50-Schwergewichte mit Verlusten
Unter Druck stand das Indexschwergewicht EM.TV. Die Aktie gab um 1,51 Prozent auf 33,98 Euro nach. Der Vorstandsvorsitzende von EM-TV, Haffa, hatte gesagt, das Unternehmen plane derzeit keine weiteren Akquisitionen.
Ebenfalls abgeben musste mit T-Online ein weiteres Index-Schwergewicht. Der Kurs büßte 2,80 Prozent auf 23,64 Euro ein. Der Konkurrenz erging es nicht viel besser. Die Papiere von Mobilcom gingen mit einem Minus von 1,33 Prozent bei 74 Euro aus dem Handel.
Erstmals wieder gehandelt wurden am Dienstag die Papiere von teamwork information management. Der Paderborner IT-Dienstleister, der vergangene Woche seine Zahlungsunfähigkeit bekannt geben musste, büßte im frühen Handel bis zu 29 Prozent ein, legte dann aber zu und schloss dann aber im Minus ab. Der Kurs gab rund sieben Prozent ab auf 3,30 Euro. Ein Händler bezeichnete teamwork-Titel als "reines Zockerpapier".
Einen guten Start hatten die Aktien der Heiler Software. Sie notierten zum Handelsschluss bei 9,45 Euro. Der Ausgabepreis des Börsendebütanten lag bei 9,00 Euro. Im frühen Handel war der Kurs des Stuttgarter Anbieters von Software für den elektronischen Handel zwischen Unternehmen kurzfristig auf 8,30 Euro gerutscht.
Euro pendelt um die Marke von 86 Cent
Der Euro pendelte um die Marke von 86 Cent. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 0,8595 Dollar gehandelt. Der Dollar kostete damit 2,2755 Mark. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 0,8587 Dollar festgelegt - nach 0,8667 Dollar am Montag.
Der Rentenindex Rex lag unverändert bei 110,1038 Zähler. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen verlor 0,2 Prozent auf 105,24 Punkten. Die Deutsche Bundesbank stellte die Umlaufrendite am Mittag mit 5,26 (Montag: 5,25) Prozent fest.