Börse am Abend Abwärtstrend nach kurzer Pause
Hamburg Die Gewinnwarnung des US-Konzerns Juniper Networks belastet die Börsen weiterhin. Der US-Technologieindex Nasdaq Composite notierte am Abend mit 2,5 Prozent im roten Bereich, der Dow Jones verlor 1,2 Prozent auf 10957 Punkte.
Der Dax büßte bis zum Abend seine Gewinne vollständig ein und notierte um den Vortagesschluss von 6184 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax-50 gaben 0,6 Prozent auf 1701 Punkte nach.
Der Handel an der New Yorker Börse ist am Freitag wegen Computerproblemen für rund eineinhalb Stunden unterbrochen worden. Der Präsident der weltgrößten Wertpapierbörse, Richard Grasso, erklärte in einem Interview mit dem Börsenfernsehsender CNBC, dass die Börse am Vorabend eine neue Software installiert hatte.
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Die Aktien von Infineon gaben deutlich nach, führten aber mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 41,10 Euro weiter die Gewinnerliste im Dax an. SAP konnte sich mit Kursaufschlägen von 0,8 Prozent weiter im Plus halten. Die Schwergewichte Deutsche Telekom (plus 1 Prozent auf 23,70 Euro) und Allianz (plus 2,1 Prozent auf 345 Euro) zeigten sich ebenfalls gut behauptet.
Bayer pofitiert von positiven Analysten-Kommentaren
Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat Bayer als "Market Outperformer" bestätigt. Das heißt, die Analysten erwarten, dass sich die Aktie um fünf Prozent besser als der Dax entwickelt. Die Börse honorierte die guten Nachrichten zuletzt noch mit Kursaufschlägen von rund 1,5 Prozent 47,70 Euro.
Spekulationen um eine möglicherweise vorgezogene Neubesetzung des Dax 30 drückten nach Angaben von Händlern die Papiere des Sportartikelherstellers Adidas. Das Unternehmen gilt als möglicher Abstiegskandidat. Die Aktie notierte 3,4 Prozent schwächer auf 68,40 Euro und belegte damit den vorletzten Platz im Dax.
RWE verbilligten sich zuletzt um rund vier Prozent auf 45 Euro und waren damit schwächster Wert im Dax. Am Vortag gehörte die Aktie zu den größten Gewinnern. Insofern sind die Verluste neben dem Dividendenabschlag einen Tag nach der Hauptversammlung auch auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen.
Volkswagen-Papiere gehörten mit Abschlägen von 2,7 Prozent auf 58,20 Euro ebenfalls zu den Verlierern im Dax. Einen Tag nach der Hauptversammlung notiert die Aktie am Freitag ebenfalls ex Dividende. Für weitere Abschläge sorgte vermutlich die Meldung, dass die Pläne für die Produktion eines neuen Kleinwagens in China auf Eis gelegt wurden.
Neuer Markt verliert im Sog der Nasdaq
Die Gewinnwarnung des Netzwerkausrüsters Juniper belastete besonders Adva Optical. Die Papiere gaben zuletzt um 7 Prozent auf 8,75 Euro ab. Kontron Embedded Computers gaben am Tag der Hauptversammlung des Mini-Computer-Herstellers 6,6 Prozent auf 55,60 Euro ab. Kontron hatte einen Aktiensplit beschlossen, bei dem es für jede alte Aktie zusätzlich eine neue Aktie geben soll. Die Zahl der Aktien verdoppelt sich dadurch auf gut 24 Millionen.
SAP Systems Integrations gehörten mit einem Plus von zuletzt 5 Prozent auf 22,70 Euro zu den Gewinnern. Das Unternehmen hatte gestern zwei neue Großaufträge gemeldet. Die Aktien von Fantastic blieben am Abend mit einem Plus von zuletzt noch 5,2 Prozent auf 1,20 Euro an der Spitze des Nemax-50. Der Anbieter von Software für die Breitbandübertragung von Multimediainhalten hatte am Morgen die Übernahme der StarBurst Software von Adero verkündet.
Größter Verlierer am gesamten Neuen Markt war die Rösch AG. Die Aktie verlor 39 Prozent auf 13,80 Euro. Der Medizintechnikspezialist hatte am Morgen von einem Verlust in Höhe von 4,1 Millionen Euro berichtet. Damit liegt das Unternehmen nach eigenen Angaben 32 Prozent unter Plan. Rösch begründete dies mit der noch fehlenden Krankenkassenzulassung in Deutschland für das Hauptprodukt, das nadelfreie Injektionssystem.
Ein weiteres Medizintechnikunternehmen gab am Freitag sein Börsendebut: Der erste Kurs von Pulsion lag mit 7,05 Euro nur knapp über dem Ausgabepreis von 7,00 Euro.
Euro etwas fester
Der Kurs des Euro ist am Freitag leicht gestiegen. Die Währung wurde am Abend für 0,8507 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8468 (Donnerstag: 0,8466) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,3097 (2,3102) Mark.