Börse am Abend BMW legt zu - Post bricht ein
Frankfurt am Main Der Dow Jones notierte am Abend 0,5 Prozent schwächer bei 10842 Punkten. Der Technologie-Index Nasdaq Composite verteidigte nach volatilem Verlauf am Abend ein Plus von 1,3 Prozent und notierte bei 2195 Punkten. Der Dax verharrte mit 1,1 Prozent im Minus bei 6198 Zählern. Die Wachstumswerte im Nemax-50 verteidigten ein Plus von 4,7 Prozent: Der Index notierte am frühen Abend bei 1955 Punkten.
Bund gibt Mehrheit ab: Post AG bricht ein
Nach Vorlage der Geschäftszahlen rutschte die "Aktie Gelb" der Deutsche Post AG immer stärker ins Minus und notierte zuletzt mit knapp 7 Prozent Verlust bei 17,90 Euro. Zwar erwartet Vorstandschef Zumwinkel im laufenden Jahr eine Steigerung der Erlöse und eine leichte Zunahme beim betrieblichen Ergebnis. Konkrete Zahlen nannte Zumwinkel allerdings nicht. Händler begründeten die Schwäche des Titels vor allem mit negativen Einschätzungen des Investmenthauses Lehman Brothers.
Die Experten erklärten, dass die Gewinnmargen des Gelben Riesen in Zukunft stärker unter Druck geraten könnten. Die Bundesregierung bereitet außerdem für 2002 den Verkauf weiterer Aktien des Unternehmens vor und will die Mehrheit an dem Unternehmen abgeben. Dies bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums am Mittwoch.
Ebenfalls schwächer notierten am Abend die Chemiewerte: Schering, Bayer und BASF verloren zwischen 3 und 3,7 Prozent und bildeten gemeinsam mit der Post AG die Schlussgruppe im Dax.
Autotitel stark
BMW bauten dagegen mit einem Plus von zuletzt 4,8 Prozent auf 39,20 Euro die Gewinne 0aus. Der Münchener Konzern konnte in den USA seinen Fahrzeugabsatz im April kräftig steigern. DaimlerChrysler legten am Abend um 1,6 Prozent zu und notierten bei 57,55 Euro. Nach Presseberichten wird die Zahl der Mitarbeiter bis zum Jahresende um rund 40.000 Beschäftigte sinken - zum Teil durch Verkäufe von Unternehmensanteilen, zum Teil aber auch durch das neu aufgelegte Restrukturierungsprogramm.
Auch VW drehte am Abend um 0,8 Prozent ins Plus. Die nicht ganz billigen Aktien des Sportwagenherstellers Porsche im M-Dax verbesserten sich vor dem Hintergrund der guten Absatzzahlen in den USA immerhin um 3,12 Prozent auf knapp 380 Euro.
Zu den Gewinnern im Dax zählten auch die Anteilsscheine von Fresenius (plus 2,6 Prozent) und Siemens (plus 2,4 Porzent). Auch die Aktien des Maschinenbauers Linde (plus 0,8 Prozent) gehörten zu den Gewinnern. Die Europäische Kommission hat keine Einwände gegen einen von den Gabelstapler-Herstellern Linde und Jungheinrich geplanten Internet-Marktplatz.
Gewinnmitnahmen bei SAP vor Hauptversammlung
Die Aktien von SAP rutschten einen Tag vor der Hauptversammlung um 3,1 Prozent ab. Händler begründeten die Verluste mit Gewinnmitnahmen. Der Titel hatte in den vergangenen vier Wochen knapp 70 Prozent an Wert gewonnen.
Infineon-Papiere litten unter einer Herabstufung durch das Investmenthaus Merrill Lynch. Die Experten sehen die Gewinnmargen in den Sparten Chip und Mobilfunk in Zukunft rückläufig und stuften Infineon-Papiere von "akkumulieren" auf "neutral" herab. Die Aktie erlitt Verluste von 4 Prozent auf 47 Euro.
Nemax: Kurssprung bei Intershop
Das Internet-Softwareunternehmen Intershop hat Zahlen für das erste Quartal bekannt gegeben. Gegenüber dem Vorjahresquartal sei der Umsatz um 19 Prozent auf 20,3 Millionen Euro gesunken. Das um Sonderfaktoren bereinigte operative Ergebnis betrage minus 30,3 Millionen Euro. Im vierten Quartal 2000 war dieses noch um 1,6 Millionen Euro höher ausgefallen.
Intershop kündigte an, bis Jahresende operativ profitabel arbeiten zu wollen. Das scheint mutige Anleger zum Kauf zu animieren: Die Papiere notierten mit einem Plus von knapp 28 Prozent auf 4,98 Euro gemeinsam mit Broadvision und United Internet an der Spitze des Nemax 50.
Der E-Commerce-Software Spezialist Broadvision verteuerte sich um 22 Prozent auf 8,92 Euro. Broadvisions neue One-To-One Enterprise 6.0 Lösung wird künftig vom US-Shoppingsender "Shop At Home" genutzt. Erst am Montag hatte Broadvision mit dem US-Handelsriesen Wal-Mart eine Lizenzvereinbarung abgeschlossen. Die Aktien waren bereits am Dienstag an der Nasdaq stark gestiegen.
Auch die Aktie von T-Online zählte mit einem Plus von knapp 15 Prozent zu den größten Gewinnern am Neuen Markt. Singulus Technologies gab dagegen nach seinen Quartalszahlen stark nach: Der Auftragsbestand betrage Ende März 111,2 Millionen Euro und der Auftragseingang sei im ersten Quartal gesteigert worden, erklärte der Hersteller von Anlagen zur Produktion von DVDs und CDs. Allerdings seien 44,2 Millionen Euro aus dem Auftragsbestand ausgebucht worden, weil nicht sicher sei, ob die Aufträge zustande kämen. Die Aktie notierte am Abend mit einem Minus von 7 Prozent am Ende des Index.
Euro gibt nach
Angesichts schwacher Daten für den gemeinsamen Währungsraum hat der Euro am Nachmittag an Wert verloren. Der Einkaufsmanager-Index für den Euroraum sank im April von 51,2 Punkten im Vormonat auf 49,3 Zähler. Die Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 0,8925 Dollar, am Morgen waren es noch 0,8935 Dollar gewesen.
Der Einkaufsmanager-Index weist auf eine geschrumpfte wirtschaftliche Aktivität in Euroland hin, sagte ein Händler. Auch die Rhetorik von EZB-Ratsmitgliedern weise kaum einen Weg für eine baldige nachhaltige Kurserholung des Euro. In ihrem Jahresbericht zeige sich die wichtigste europäische Währungsinstitution kaum gewillt, von ihrem harten Anti-Inflationskurs abzugehen, hieß es am Markt.
Der Rentenmarkt gab leicht nach. Der Bund-Future verlor 0,02 Prozent auf 106,91 Zähler. Für den Rentenindex REX ging es um 0,02 Prozent auf 111,48 Punkte hinauf. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite bei 5,00 Prozent (Montag: 4,98) fest.