Börse am Abend: Das x-te Allzeittief der T-Aktie - DER SPIEGEL
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Börse am Abend Das x-te Allzeittief der T-Aktie

Die Gewinne in den USA schmelzen dahin, gute Konjunkturdaten verhallen ungehört. Im Dax verteidigen Versicherer ihre Gewinne, während die Technologietitel weiter abrutschen, allen voran die Telekom.
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Frankfurt am Main – Die Stimmung bleibt schlecht. Börsianer sorgen sich derzeit eher über Unternehmensbilanzen und über den schwachen Dollar, als sich über wiederholt gute Konjunkturdaten zu freuen. Der Einkaufsmanagerindex für das nicht-produzierende Gewerbe in den USA ist im Mai auf den höchsten Stand seit August 2000 gestiegen. Der viel beachtete Index für den Sektor legte binnen Monatsfrist von 55,3 auf 60,1 Punkte zu und damit stärker als erwartet, teilte das Institut for Supply Management (ISM) am Mittwoch in Washington mit.

Damit ist der Index deutlich über dem Wert von 50 Punkten geblieben, der auf eine Expansion der wirtschaftlichen Aktivität hindeutet. Dennoch sorgte dies für keine nachhaltigen Impulse an den Börsen: Der Dow Jones notierte um 18.30 Uhr MEZ lediglich 0,5 Prozent im Plus, während der Nasdaq Composite wieder in die Verlustzone drehte.

Dax dümpelt dahin

Der Dax notierte bis 18.30 0,1 Prozent im Minus bei 4622 Punkten. Am Neuen Markt gab der Nemax 50 auf Grund der schwachen Nasdaq weitere 0,3 Prozent ab. Schwergewichte wie die Allianz   und die Münchener Rück   konnten sich am Abend ebenso wie die Chemiewerte Schering   und Degussa   in der Gewinnzone halten: Doch auch hier sprachen Händler lediglich von einer technisch bedingten Erholung nach den Verlusten der vergangenen Tage.

T-Aktie fällt auf 10,84 Euro

Die Aktie der Deutschen Telekom   markierte mit 10,84 Euro (minus 1,6 Prozent) am Mittwoch Abend ein neues Allzeittief. Am Dienstag war das Papier der Deutschen Telekom erstmals unter die Marke von elf Euro gefallen. Als Erklärung nannten Marktteilnehmer neben der generellen Börsenflaute auch die Tatsache, dass Leerverkäufern die Aktie offenbar weiter drücken wollten. Noch stärkere Verluste musste der Finanzdienstleister MLP   hinnehmen, der fünf Prozent abgab und unter 40 Euro fiel.

Von den Autotiteln fielen Volkswagen   und BMW   ins Minus. Wegen der Entscheidung des europäischen Gerichtshofs, "Goldene Aktien" seien weitgehend unzulässig, kochen Händlern zufolge an der Börse wieder Gerüchte über eine mögliche Übernahme der Wolfsburger auf. DaimlerChrysler   konnte am Abend zumindest ein minimales Plus von 0,1 Prozent verteidigen.

Neuer Markt: Lion bricht ein, Spekulationen treiben Viva

Der Neue Markt dümpelte knapp unter seinem Vortagesschluss. Einer der größten Gewinner war die Aktie von Funkwerk   , die sich um 3,8 Prozent auf 22,25 Euro verteuerte. Funkwerk soll den Schienenfuhrpark der französischen Bahngesellschaft SNCF für die Kommunikation auf Basis des digitalen Standards GSM-R ausrüsten. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatz von rund 40 Millionen Euro.

Die Aktie von Lion Bioscience   war mit knapp fünfzehn Prozent Verlust schwächster Wert im Index. Das Biotechnologie-Unternehmen hat den Fehlbetrag im Geschäftsjahr 2001/02 mit 54,6 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Übernahmegerüchte beflügeln Viva-Kurs

Der Aktienkurs des Musikkanals Viva Media   ist infolge von Übernahmegerüchten in die Höhe geschossen. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, der US-Konzern Viacom wolle einen Preis von 22 Euro je Viva-Aktie bieten. Die Aktie reagierte darauf mit einem Kursanstieg von zeitweise 32 Prozent auf 14,77 Euro.

Wall Street lustlos

Die Aktie des Chipherstellers Intel   legte einen Tag, bevor das Unternehmen einen Ausblick auf das Geschäft gibt, zum Auftakt leicht zu. "Wir glauben, dass ein schwaches zweites Quartal bereits im Kurs enthalten ist", sagte ein Händler. Die Aktie hat seit Mitte Mai um 12 Prozent verloren. Das US-Investmenthaus J.P. Morgan erwartet, dass Intel morgen seine Umsatzprognose auf die untere Hälfte der zuvor bekannt gegebenen Spanne reduziert.

Hitachi stützt IBM

Auch die Aktie des Mischkonzerns Tyco erholte sich. Die Aktie war nach dem Rücktritt des Tyco-Chefs Dennis Kozlowski eingebrochen. Wegen vermuteter Bilanz-Unregelmäßigkeiten ging es für die Aktie in diesem Jahr bereits um gut 60 Prozent nach unten. Der Computerhersteller IBM   startete fester. Hitachi will für das Festplattengschäft von IBM 2,5 Milliarden US-Dollar bezahlen. Zudem plant das US-Unternehmen, Arbeitsplätze in Chip-Geschäft abzubauen.

Verfahren gegen Bristol Myers

Unter Druck geriet dagegen der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb. Der Generalstaatsanwalt und 28 Bundesstaaten haben gegen das Pharmaunternehmen ein Verfahren beantragt. Angeblich behindere BMS die Einführung von Generika für sein Medikament Taxol.

An der Nasdaq gaben die Aktien des Software-Anbieter Manugistics nach. Das Unternehmen hatte am Vorabend eine Umsatzwarnung bekannt gegeben und einen Stellenabbau angekündigt. Eine weitere Umsatzwarnung kam vom Softwarehersteller Tibco.

Euro unter Druck

Der Euro hat am Mittwoch Nachmittal leicht nachgegeben. Gegen 15 Uhr kostete die Einheitswährung in Frankfurt 0,9371 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9371 (Dienstag: 0,9435) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0671 (1,0599) Euro.