Börse am Abend: Dax auf Achterbahnfahrt - DER SPIEGEL
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Börse am Abend Dax auf Achterbahnfahrt

Im Schlepptau der Wall Street präsentieren sich die deutschen Standardwerte wieder freundlich. Die T-Aktie profitiert von Spekulationen über die US-Tochter VoiceStream. Deutliche Verluste verbuchen die Versicherer.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Der Dax hat sich von dem Kurseinbruch am Mittag erholt und notierte um 17.40 auf 3680 Punkten, ein Plus von 0,4 Prozent. Der MDax kletterte um 0,2 Prozent auf 3389 Zähler.

Deutliche Verluste erlitten hingegen die Wachstumswerte. Am Neuen Markt rutschte der Nemax 50 um 1,6 Prozent auf 483 Punkte.

In den USA starteten die Börsen schwach, erholten sich im Verlauf jedoch deutlich. Nach zwei Handelsstunden notierte der Dow Jones leicht im Plus auf 8822 Punkten. Der Nasdaq gewann um 1,4 Prozent auf 1363 Zähler. Dabei wurden zuvor enttäuschende Konjunkturdaten veröffentlicht. Der von der Universität Michigan berechnete Index zum Konsumentenvertrauen fiel schlechter aus als erwartet. Das Stimmungsbarometer fiel im August auf 87,9 Punkte nach 88,1 Punkten im Juli. Prognostiziert wurde an der Wall Street jedoch ein Anstieg auf 88,3 Zähler. Bereits vor der US-Börseneröffnung bremsten leicht gestiegene Verbraucherpreise und ein Rückgang der Hausbaubeginne in den USA den Optimismus.

T-Aktie führt den an Dax an

Mit einem Aufschlag von drei Prozent auf 10,97 Euro führte die T-Aktie   den Dax an. Interims-Vorstand Helmut Sihler zeigte sich mit der Entwicklung des Bonner Konzerns in den ersten sechs Monaten 2002 zufrieden. "Wir hatten ein gutes erstes Halbjahr", sagte der 72-Jährige Nachfolger von Ron Sommer in einem Zeitungsinterview. Der Markt spekuliere zudem über einen möglichen Verkauf der US-Mobilfunktochter Voicestream, berichteten einige Händler.

Deutlich fester präsentierte sich auch der Tourismuskonzern TUI  . Die Anteilsscheine verteuerten sich um 1,4 Prozent auf 50,50 Euro. Die Pläne zum Start einer Billigfluglinie werden immer konkreter. Die neue Fluggesellschaft soll nach Angaben aus Unternehmenskreisen vom Freitag schon vom Dezember an von Köln aus starten. Ein TUI-Sprecher sagte in Hannover, bislang seien keine endgültigen Entscheidungen gefallen. Es werde aber Thema der nächsten Aufsichtsratssitzung im August sein. Für den Aufbau des No-Frills-Geschäfts ("ohne Schnickschnack") verhandelt die TUI AG mit mehreren Fluglinien.

Infineon auf Allzeittief

Die Aktie von Infineon   markierte im Handelsverlauf bereits ein Rekordtief bei 10,55 Euro, erholte sich bis zum Nachmittag aber wieder auf 11,18 Euro, ein Minus von 1,5 Prozent. Die Investmentbank Morgan Stanley hatte zuvor die Prognosen und das Kursziel für den weltgrößten Mikroprozessor-Produzenten Intel zurückgeschraubt, was den deutschen Mitbewerber nun belaste, berichteten Händler.

Trotz der recht guten Zahlen und der optimistischen Prognose des weltweit zweitgrößten Computerbauers Dell   präsentierten sich die anderen Technologiewerte im Dax uneinheitlich. Die Titel von Epcos   (minus 3,5 Prozent auf 14,45 Euro) gaben nach, während Siemens   (plus 0,6 Prozent auf 48,40 Euro) und SAP   (plus 0,6 Prozent auf 76,48 Euro) leicht zulegen konnten.

Versicherer deutlich unter Druck

Die Kosten wegen der vom Hochwasser in Ostdeutschland angerichteten Schäden dürften die Aktien der Versicherer in den kommenden Tagen belasten, sagten Börsianer. Die Papiere der Allianz   verloren um 2,3 Prozent auf 123,61 Euro, Münchener-Rück-Titel   gaben rund 1,1 Prozent auf 191,30 Euro nach. Ein Analyst sagte, gänzlich könnten die Versicherer die Schäden nicht ignorieren. "Die Hauptbelastung wird aber die Bundesregierung tragen." Allianz und Münchener Rück teilten mit, es sei noch zu früh, um die Auswirkungen der Flutkatastrophe und daraus resultierende Forderungen zu beziffern.

Bauwerte klettern kräftig, Mobilcom führt den Neuen Markt an, Euro über 0,98 Dollar

Bauwerte führen den MDax an

Die beiden börsennotierten Bauaktien im MDax präsentierten sich sehr stark. Mit einem Plus von annähernd neun Prozent auf 19,86 Euro setzte sich der Mannheimer Bauwert Bilfinger und Berger   bis mit großem Abstand an die Spitze des Nebenwerteindex'. Auch die Hochtief-Aktie  , die 6,5 Prozent auf 16,50 Euro zulegte, gehörte zu den stärksten Werten. "Die Milliardenschäden nach dem Hochwasser in Sachsen scheinen die Fantasie der Anleger zu beflügeln", sagte Midcap-Analyst Roland Köhnen vom Bankhaus Lampe in Düsseldorf. Die Bauwerte seien bereits seit Langem unter Druck, nun werde offensichtlich eine Kaufgelegenheit wahrgenommen. "Schließlich stehen die Milliarden zum Wiederaufbau in Ostdeutschland zur Verfügung", sagte Köhnen.

Der Analyst nannte auch handfestere Gründe, die besonders den klaren Vorsprung der Aktie von Bilfinger und Berger erklären. So entschied sich der Konzern bereits am Vortag gegen die Übernahme des bei J.A. Jones gebündelten US-Geschäftes des insolventen Konkurrenten Philipp Holzmann. Der Vorstandsvorsitzender des Mannheimer Baukonzerns, Herbert Bodner, begründete im Gespräch mit der "Börsen-Zeitung" den Verzicht auf Jones mit den Ergebnissen der so genannten Due Diligence, die deutlich anders als erwartet ausgefallen sei. "Das wird von den Anlegern honoriert", sagte Köhnen.

Mobilcom deutlich im Plus

Nur wenige Aktien haben sich am Neuen Markt dem Abwärtssog entziehen können. Zu den größten Gewinnern im Nemax 50 gehörte das Papier von Mobilcom  . Die Aktie zog um 3,8 Prozent auf 4,98 Euro an. Es mehren sich die Anzeichen, dass eine Lösung des Falls Mobilcom unmittelbar bevor stehen könnte. Die Société Générale, Hausbank von Mobilcom-Großaktionär France Telecom  , hat für den 13. September zu einer Roadshow vor deutschen Investoren eingeladen.

Keinen Rückenwind für den Aktienkurs brachten die Bilanzzahlen der Comdirect  . Die Aktie notierte zuletzt unverändert auf 3,45 Euro. "Operativ liegt das Quartalsergebnis innerhalb der Erwartungen", sagte ein Analyst aus Frankfurt. Da der Ausblick für das Gesamtjahr "eher negativ" sei, "gibt es derzeit keinen Grund, in die Aktie zu investieren", sagte er.

Insider handeln mit Thiel Logistik

Meldepflichtige Aktiengeschäfte tätigten am Freitag mehrere Mitglieder der Geschäftsleitung des Luxemburger Logistikers Thiel Logistik  , wie der Markt am Morgen pflichtgemäß informiert wurde. Die Aktie sank um über zehn Prozent auf 5,05 Euro. Die Beteiligungsgesellschaft Delton AG will Thiel mit einer Beteiligung von geringfügig mehr als 50 Prozent übernehmen, wie bereits am Dienstag bekannt gegeben wurde.

Nach der Übernahme prüfe Thiel zudem, die ebenfalls mehrheitlich von Delton gehaltene Microlog Logistics   in das Unternehmen einzubringen. Bislang habe die Beteiligungsgesellschaft um den Sohn der Unternehmerfamilie Quandt, Stefan Quandt, bereits 45 Prozent der Thiel-Anteile in seinen Besitz gebracht, hieß es am Dienstag.

Letsbuyit mit enormen Umsätzen

Am breiten Markt verbuchten die Titel von Letsbuyit.com   bis zum Nachmittag einen Umsatz knapp 70 Millionen Aktien und übertrafen damit den bereits sehr hohen Vortageswert um mehr als das Doppelte. Die Zahl der umgegangenen Letsbuyit-Papiere übertraf den 90-Tages-Durchschnitt sogar um mehr als das hundertfache. Der Kurs blieb jedoch unverändert bei 0,02 Euro.

Auf der elektronischen Handelsplattform Xetra ist traditionell die Telekom   der am meisten gehandelte Wert. Am Freitag lag die T-Aktie jedoch nur auf Platz zwei hinter Letsbuyit, deren Aktien-Umsatz den des Telekom-Papiers um das siebenfache übertraf.

Am Vortag sei ein Großteil des Geschäftes auf eine einzige inländische Adresse zurückgegangen, sagten Händler. Da war der Kurs zeitweise auf 0,16 Euro emporgeschossen. Über die Gründe waren sich die Börsianer jedoch im Unklaren. Das nochmals gestiegene Interesse am Freitag begründeten sie damit, dass nun offenbar spekulativ orientierte Anleger auf beiden Seiten versuchten, den Kurs zu bewegen.

Leichte Verluste in Tokio

Der Nikkei-Index für 225 führende Werte gab am Freitag geringfügig um 7,44 auf 9788 Punkte nach. Der breit angelegte Topix sank um 0,62 Punkte und endete bei 961 Zählern.

Die Kurse der Chiptitel notierten nach den Vortagesgewinnen der US-Technologiewerte uneinheitlich. Fujitsu   stiegen um 14 Yen auf 615 Yen. Hitachi   legten sechs Yen auf 669 Yen zu. Toshiba   gewannen fünf Yen auf 415 Yen. Mitsubishi Electric   fielen um zwei Yen auf 421 Yen.

Die Aktien der Chip-Ausrüster notierten meist höher: Rohm   stiegen um 160 Yen auf 16.600 Yen. Kyocera   gewannen 60 Yen auf 8660 Yen und Tokyo Electron   legten 80 Yen auf 5230 Yen.

Euro über 0,98 Dollar

Der Kurs des Euro ist am Freitag gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9825 (Donnerstag: 0,9777) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0178 (1,0228) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6403 (0,6381) Pfund, 115,37 (114,82) Yen und 1,4645 (1,4626) Schweizer Franken fest.

Frankfurt am Main - Der Dax hat sich von dem Kurseinbruch am Mittag erholt und notierte um 17.40 auf 3680 Punkten, ein Plus von 0,4 Prozent. Der MDax kletterte um 0,2 Prozent auf 3389 Zähler.

Deutliche Verluste erlitten hingegen die Wachstumswerte. Am Neuen Markt rutschte der Nemax 50 um 1,6 Prozent auf 483 Punkte.

In den USA starteten die Börsen schwach, erholten sich im Verlauf jedoch deutlich. Nach zwei Handelsstunden notierte der Dow Jones leicht im Plus auf 8822 Punkten. Der Nasdaq gewann um 1,4 Prozent auf 1363 Zähler. Dabei wurden zuvor enttäuschende Konjunkturdaten veröffentlicht. Der von der Universität Michigan berechnete Index zum Konsumentenvertrauen fiel schlechter aus als erwartet. Das Stimmungsbarometer fiel im August auf 87,9 Punkte nach 88,1 Punkten im Juli. Prognostiziert wurde an der Wall Street jedoch ein Anstieg auf 88,3 Zähler. Bereits vor der US-Börseneröffnung bremsten leicht gestiegene Verbraucherpreise und ein Rückgang der Hausbaubeginne in den USA den Optimismus.

T-Aktie führt den an Dax an

Mit einem Aufschlag von drei Prozent auf 10,97 Euro führte die T-Aktie   den Dax an. Interims-Vorstand Helmut Sihler zeigte sich mit der Entwicklung des Bonner Konzerns in den ersten sechs Monaten 2002 zufrieden. "Wir hatten ein gutes erstes Halbjahr", sagte der 72-Jährige Nachfolger von Ron Sommer in einem Zeitungsinterview. Der Markt spekuliere zudem über einen möglichen Verkauf der US-Mobilfunktochter Voicestream, berichteten einige Händler.

Deutlich fester präsentierte sich auch der Tourismuskonzern TUI  . Die Anteilsscheine verteuerten sich um 1,4 Prozent auf 50,50 Euro. Die Pläne zum Start einer Billigfluglinie werden immer konkreter. Die neue Fluggesellschaft soll nach Angaben aus Unternehmenskreisen vom Freitag schon vom Dezember an von Köln aus starten. Ein TUI-Sprecher sagte in Hannover, bislang seien keine endgültigen Entscheidungen gefallen. Es werde aber Thema der nächsten Aufsichtsratssitzung im August sein. Für den Aufbau des No-Frills-Geschäfts ("ohne Schnickschnack") verhandelt die TUI AG mit mehreren Fluglinien.

Infineon auf Allzeittief

Die Aktie von Infineon   markierte im Handelsverlauf bereits ein Rekordtief bei 10,55 Euro, erholte sich bis zum Nachmittag aber wieder auf 11,18 Euro, ein Minus von 1,5 Prozent. Die Investmentbank Morgan Stanley hatte zuvor die Prognosen und das Kursziel für den weltgrößten Mikroprozessor-Produzenten Intel zurückgeschraubt, was den deutschen Mitbewerber nun belaste, berichteten Händler.

Trotz der recht guten Zahlen und der optimistischen Prognose des weltweit zweitgrößten Computerbauers Dell   präsentierten sich die anderen Technologiewerte im Dax uneinheitlich. Die Titel von Epcos   (minus 3,5 Prozent auf 14,45 Euro) gaben nach, während Siemens   (plus 0,6 Prozent auf 48,40 Euro) und SAP   (plus 0,6 Prozent auf 76,48 Euro) leicht zulegen konnten.

Versicherer deutlich unter Druck

Die Kosten wegen der vom Hochwasser in Ostdeutschland angerichteten Schäden dürften die Aktien der Versicherer in den kommenden Tagen belasten, sagten Börsianer. Die Papiere der Allianz   verloren um 2,3 Prozent auf 123,61 Euro, Münchener-Rück-Titel   gaben rund 1,1 Prozent auf 191,30 Euro nach. Ein Analyst sagte, gänzlich könnten die Versicherer die Schäden nicht ignorieren. "Die Hauptbelastung wird aber die Bundesregierung tragen." Allianz und Münchener Rück teilten mit, es sei noch zu früh, um die Auswirkungen der Flutkatastrophe und daraus resultierende Forderungen zu beziffern.

Bauwerte klettern kräftig, Mobilcom führt den Neuen Markt an, Euro über 0,98 Dollar

Bauwerte führen den MDax an

Die beiden börsennotierten Bauaktien im MDax präsentierten sich sehr stark. Mit einem Plus von annähernd neun Prozent auf 19,86 Euro setzte sich der Mannheimer Bauwert Bilfinger und Berger   bis mit großem Abstand an die Spitze des Nebenwerteindex'. Auch die Hochtief-Aktie  , die 6,5 Prozent auf 16,50 Euro zulegte, gehörte zu den stärksten Werten. "Die Milliardenschäden nach dem Hochwasser in Sachsen scheinen die Fantasie der Anleger zu beflügeln", sagte Midcap-Analyst Roland Köhnen vom Bankhaus Lampe in Düsseldorf. Die Bauwerte seien bereits seit Langem unter Druck, nun werde offensichtlich eine Kaufgelegenheit wahrgenommen. "Schließlich stehen die Milliarden zum Wiederaufbau in Ostdeutschland zur Verfügung", sagte Köhnen.

Der Analyst nannte auch handfestere Gründe, die besonders den klaren Vorsprung der Aktie von Bilfinger und Berger erklären. So entschied sich der Konzern bereits am Vortag gegen die Übernahme des bei J.A. Jones gebündelten US-Geschäftes des insolventen Konkurrenten Philipp Holzmann. Der Vorstandsvorsitzender des Mannheimer Baukonzerns, Herbert Bodner, begründete im Gespräch mit der "Börsen-Zeitung" den Verzicht auf Jones mit den Ergebnissen der so genannten Due Diligence, die deutlich anders als erwartet ausgefallen sei. "Das wird von den Anlegern honoriert", sagte Köhnen.

Mobilcom deutlich im Plus

Nur wenige Aktien haben sich am Neuen Markt dem Abwärtssog entziehen können. Zu den größten Gewinnern im Nemax 50 gehörte das Papier von Mobilcom  . Die Aktie zog um 3,8 Prozent auf 4,98 Euro an. Es mehren sich die Anzeichen, dass eine Lösung des Falls Mobilcom unmittelbar bevor stehen könnte. Die Société Générale, Hausbank von Mobilcom-Großaktionär France Telecom  , hat für den 13. September zu einer Roadshow vor deutschen Investoren eingeladen.

Keinen Rückenwind für den Aktienkurs brachten die Bilanzzahlen der Comdirect  . Die Aktie notierte zuletzt unverändert auf 3,45 Euro. "Operativ liegt das Quartalsergebnis innerhalb der Erwartungen", sagte ein Analyst aus Frankfurt. Da der Ausblick für das Gesamtjahr "eher negativ" sei, "gibt es derzeit keinen Grund, in die Aktie zu investieren", sagte er.

Insider handeln mit Thiel Logistik

Meldepflichtige Aktiengeschäfte tätigten am Freitag mehrere Mitglieder der Geschäftsleitung des Luxemburger Logistikers Thiel Logistik  , wie der Markt am Morgen pflichtgemäß informiert wurde. Die Aktie sank um über zehn Prozent auf 5,05 Euro. Die Beteiligungsgesellschaft Delton AG will Thiel mit einer Beteiligung von geringfügig mehr als 50 Prozent übernehmen, wie bereits am Dienstag bekannt gegeben wurde.

Nach der Übernahme prüfe Thiel zudem, die ebenfalls mehrheitlich von Delton gehaltene Microlog Logistics   in das Unternehmen einzubringen. Bislang habe die Beteiligungsgesellschaft um den Sohn der Unternehmerfamilie Quandt, Stefan Quandt, bereits 45 Prozent der Thiel-Anteile in seinen Besitz gebracht, hieß es am Dienstag.

Letsbuyit mit enormen Umsätzen

Am breiten Markt verbuchten die Titel von Letsbuyit.com   bis zum Nachmittag einen Umsatz knapp 70 Millionen Aktien und übertrafen damit den bereits sehr hohen Vortageswert um mehr als das Doppelte. Die Zahl der umgegangenen Letsbuyit-Papiere übertraf den 90-Tages-Durchschnitt sogar um mehr als das hundertfache. Der Kurs blieb jedoch unverändert bei 0,02 Euro.

Auf der elektronischen Handelsplattform Xetra ist traditionell die Telekom   der am meisten gehandelte Wert. Am Freitag lag die T-Aktie jedoch nur auf Platz zwei hinter Letsbuyit, deren Aktien-Umsatz den des Telekom-Papiers um das siebenfache übertraf.

Am Vortag sei ein Großteil des Geschäftes auf eine einzige inländische Adresse zurückgegangen, sagten Händler. Da war der Kurs zeitweise auf 0,16 Euro emporgeschossen. Über die Gründe waren sich die Börsianer jedoch im Unklaren. Das nochmals gestiegene Interesse am Freitag begründeten sie damit, dass nun offenbar spekulativ orientierte Anleger auf beiden Seiten versuchten, den Kurs zu bewegen.

Leichte Verluste in Tokio

Der Nikkei-Index für 225 führende Werte gab am Freitag geringfügig um 7,44 auf 9788 Punkte nach. Der breit angelegte Topix sank um 0,62 Punkte und endete bei 961 Zählern.

Die Kurse der Chiptitel notierten nach den Vortagesgewinnen der US-Technologiewerte uneinheitlich. Fujitsu   stiegen um 14 Yen auf 615 Yen. Hitachi   legten sechs Yen auf 669 Yen zu. Toshiba   gewannen fünf Yen auf 415 Yen. Mitsubishi Electric   fielen um zwei Yen auf 421 Yen.

Die Aktien der Chip-Ausrüster notierten meist höher: Rohm   stiegen um 160 Yen auf 16.600 Yen. Kyocera   gewannen 60 Yen auf 8660 Yen und Tokyo Electron   legten 80 Yen auf 5230 Yen.

Euro über 0,98 Dollar

Der Kurs des Euro ist am Freitag gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,9825 (Donnerstag: 0,9777) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0178 (1,0228) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6403 (0,6381) Pfund, 115,37 (114,82) Yen und 1,4645 (1,4626) Schweizer Franken fest.