Börse am Abend: Dax verliert kräftig - DER SPIEGEL
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Börse am Abend Dax verliert kräftig

Die Börsen bauen am Nachmittag ihre Verluste aus. Der Dax rauscht zeitweise um mehr als 260 Punkte nach unten. Die Angst vor einem militärischen Gegenschlag und einem Abrutschen in die Rezession belastet enorm.
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Frankfurt am Main –Der Deutsche Aktienindex Dax sackte bis 17.15 Uhr um 262 Punkte (6 Prozent) auf 4125 Zähler ab. Der Nemax50 verlor 5,3 Prozent auf 812 Punkte. Der Dax hatte zwischenzeitlich sogar mehr als 220 Punkte verloren.

In den vergangenen zwei Tagen hatten die Investoren zunächst abwartend reagiert. Die Ankündigung der USA, die Terroranschläge mit massiver militärischer Vergeltung beantworten zu wollen, habe die Stimmung weiter gedrückt, sagten Händler. Nach Angaben der New York Stock Exchange sollen am Samstag die Marktsysteme gecheckt werden, um zu prüfen, ob der Handel am Montag weiterlaufen könne.

Angst vor der Rezession

Hinzu kommen warnende Stimmen von Forschungs- und Kreditinstituten, dass eine Rezession in den USA im zweiten Halbjahr wahrscheinlicher werde. Stephen Roach von Morgan Stanley hält als Folge der Krise einen Rückgang des Weltwirtschaftswachstums auf 1,5 Prozent im laufenden Jahr für möglich. "Jeder ist einfach dabei, seine Bestände zu überprüfen", sagte ein Händler. Die Anleger versuchten, ihr Geld kurzfristig sicher zu parken, was zu einer Rallye am Rentenmarkt führte.

Konzertierte Aktion der Zentralbanken erwartet

Gleichzeitig wurde auf eine Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve noch vor der nächsten planmäßigen Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) am 2. Oktober spekuliert. Dadurch könnte die Zentralbank sowohl das angeschlagene Verbrauchervertrauen als auch das Geschäftsklima verbessern, hieß es. Die Analysten von Morgan Stanley erwarten gar eine konzertierte Aktion mehrerer Zentralbanken in den nächsten Tagen.

Historische Daten deuten auf Erholung

Die historischen Daten deuten darauf hin, dass sich Abwarten für die Anleger auszahlen könnte: Der japanische Angriff auf Pearl Harbour am 7. Dezember 1941 drückte den Dow Jones Industrial Average um 2,9 Prozent ins Minus. Eine Woche später belief sich das Minus auf 4,6 Prozent. Jedoch hatte sich der Index 18 Monate später um 22,8 Prozent verbessert.

Autotitel und Lufthansa sehr schwach

Sämtliche Dax-Titel notierten im Minus. Nur Linde   und MAN   konnten ihre Verluste noch begrenzen. Größter Verlierer war die Lufthansa-Aktie, die mit einem zweistelligen Verlust zeitweise um elf Euro tendierte. Am Markt herrscht die Sorge, dass steigende Ölpreise und sinkende Passagierzahlen die Airlines weiter unter Druck setzen könnten.

Auch die Autowerte verloren ebenfalls überdurchschnittlich stark: Die Aktien von BMW   , DaimlerChrysler   und Volkswagen   präsentierten sich aufgrund der Konjunktursorgen sehr schwach. Inzwischen läuft die Internationale Automobilausstellung in Frankfurt mit gedrosseltem Tempo weiter.

SAP verliert trotz guter Oracle-Zahlen

Die Titel der Softwareschmiede SAP   gaben deutlich nach, obwohl der US-Rivale Oracle   gute Zahlen gemeldet hatte. Der Gewinn übertraf im ersten Quartal mit 510,65 Millionen Dollar die Erwartungen der Analysten.

Euro steigt über 0,92-Dollarmarke

Die europäische Gemeinschaftswährung notierte gegen 16.30 Uhr bei 0,9203 Dollar. Grund sei der unerwartet starke Anstieg der US-Erzeugerpreise sowie die pessimistischen Ausblicke auf die Konjunktur in den Vereinigten Staaten.