Börse am Abend Dow über 11.000 Punkten
Frankfurt am Main - Gut anderthalb Stunden nach Handelsauftakt geht es bei den US-Börsen und damit auch an den deutschen Aktienmärkten wieder aufwärts. Der Technologieindex Nasdaq Composite stand zuletzt mit rund einem Prozent bei 2104 Zählern im Plus. Die Industriewerte im Dow Jones verteuerten sich im Schnitt um 1,2 Prozent und durchbrachen damit die Marke von 11.000 Punkten. Der Dow Jones erreichte damit seinen bislang höchsten Stand in diesem Jahr.
Der Dax drehte mit 0,2 Prozent ins Plus und notierte bei 6081 Punkten. Der Nemax 50 stand mit 0,5 Prozent bei 1723 Zählern im grünen Bereich.
Technologiewerte im Dax konnten ihre Verluste deutlich verringern. Siemens, Epcos und Infineon verzeichneten noch Verluste zwischen 0,1 und einem Prozent. SAP-Aktien konnten ihre Verluste von rund vier auf knapp ein Prozent bei 163,80 Euro verringern. Zuvor war die Aktie des Software-Unternehmens der größte Verlierer unter den Standardwerten gewesen. Die T-Aktie konnte ihre Verluste von 1,7 Prozent egalisieren und notierte zuletzt mit 0,86 Prozent bei knapp 26 Euro im Plus.
In der Dax-Spitze bauten die Papiere von AdidasSalomon ihre Zugewinne auf 1,73 Prozent bei 66,23 Euro aus. Gerüchte der vergangenen Woche, der Sportartikelhersteller wollte Anteile des FC Bayern kaufen, seien ausgeräumt und könnten die Aktie nicht weiter belasten, sagten Händler. Volkswagen hat angebliche Pläne für einen Börsengang von Teilen des VW-Konzerns dementiert. Auch die Volkswagen-Aktie verteuerte sich um rund ein Prozent und stand zuletzt mit 1,4 Prozent bei rund 59 Euro im grünen Bereich.
Chemiewerte wie Bayer (plus 2,93 Prozent auf 47,81 Euro) und BASF (plus 1,74 Prozent auf 48,66 Euro) führten die Gewinnerliste im Dax an.
Die Papiere der Deutschen Lufthansa notierten nach dem Scheitern der Tarifgespräche deutlich im Minus. Nun droht für Donnerstag wieder ein 24-Stunden-Streik. Die Aktie reduzierte allerdings ihr Minus auf 0,7 Prozent bei 21,70 Euro. Zuvor hatte der Wert noch mit knapp zwei Prozent im roten Bereich gestanden.
Die Zinsen in den USA sind nach der fünften Leitzinssenkung der Fed auf dem niedrigsten Stand seit April 1994. Der Zinssatz ist jetzt bei vier Prozent und damit niedriger als in der Eurozone (4,5 Prozent). Die EZB gerät nun unter Druck, ebenfalls mit einer Zinssenkung nachzuziehen.
Finanztitel auf Erholungskurs
Die Commerzbank stand mit 0,5 Prozent bei 32,20 Euro im Plus, Dresdner Bank rückten um 0,7 Prozent auf 50,35 Euro vor. Ebenfalls mit einem halben Prozent drehten die Titel der HypoVereinsbank ins Plus auf zuletzt 61,50 Euro. Deutsche Bank-Anteilsscheine egalisierten ihr Minus und notierten zuletzt wieder auf ihrem Vortagesniveau bei rund 91 Euro.
Post nach Quartalszahlen schwach
Die Deutsche Post AG tendierte nach Bekanngabe der Quartalszahlen zuletzt noch 0,7 Prozent schwächer bei 18,55 Euro. Das Unternehmen steigerte den Umsatz zwar um rund zehn Prozent, doch im wichtigen Briefgeschäft erlitt die Post leichte Einbußen.
Neuer Markt: Intershop meldet sich zurück
Die Gewinnerliste im Nemax 50 führten IM International Media (plus 7,75 Prozent auf 27 Euro) und das Nemax-Schwergewicht Medion mit Aufschlägen von rund sieben Prozent auf 101,80 Euro an. Die International Media AG konnte eine so genannte First-Look-Vereinbarung (Erstzugriffsrecht) mit der Filmproduktionsgesellschaft Trigger Street des US-Schauspielers Kevin Spacey bekannt geben.
Zurück unter die Lebenden meldeten sich die ausgebombten Aktien von Intershop mit Kurszuwächsen von 6,5 Prozent auf 4,74 Euro. Auf der Gewinnerseite standen auch die Papiere des Chipbrokers ACG mit einem Plus von 5,6 Prozent auf 24,70 Euro.
Thiel Logistik gehörten den gesamten Tag zu den Anleger-Favoriten am Neuen Markt. Nach guten Quartalszahlen steigerten sich die Papiere zuletzt auf plus 4,35 Prozent bei 25,20 Euro. Der Logistikdienstleister hat im ersten Quartal 2001 sein operatives Ergebnis (Ebit) um 243 Prozent auf 12,7 Millionen Euro erhöht.
Der Telefonauskunfts-Dienstleister Telegate meldete dagegen einen Quartalsverlust von 15 Millionen Mark und rutschte damit tiefer in die roten Zahlen. Die Papiere verharrten fortgesetzt am Ende des Nemax 50 mit Verlusten von 10,12 Prozent auf 24,25 Euro.
Die Aktie von Amatech ging mit einem Minus von etwa 4 Prozent aus dem Xetra-Handel. Hier war heute bekannt geworden, dass das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel nun ein offizielles Insiderverfahren eingeleitet hat. Hintergrund war der ungewöhnlich rege Handel vor einer Gewinnwarnung am 13. März.
Die Anteilsscheine der SER Systems fielen an den Schluss der Verliererliste. Sie büßten 10,55 Prozent auf 6,95 Euro ein und setzten damit den Trend der letzten Tage fort.
Weiterhin unter Druck stand die Kinowelt AG mit einem Minus von 10,63 Prozent auf 5,80 Euro.