Börse am Abend Filmhändler mit Verlusten
Frankfurt am Main Der Dax notierte am Abend ein Prozent schwächer bei 5854 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax-50 zeigten sich um 1,3 Prozent leichter bei 1472 Zählern. Der Dow Jones verteidigte ein Plus von 0,3 Prozent. Der US-Technologieindex Index Nasdaq Composite baute sein Minus auf 0,8 Prozent und 2012 Punkte aus.
Stärkster Wert im Dax waren am Abend die Aktien von SAP mit Kursaufschlägen von 1,7 Prozent auf 154,55 Euro. Die Deutsche Börse hat bei ihrer Neugewichtung der Titel im Dax die SAP-Vorzüge durch die Stammaktien bei der Berechnung ausgetauscht. Händler spekulieren, dass die Aktien des Softwareunternehmens nun möglicherweise in den EuroStoxx50 aufsteigen könnten. Zugleich spekulieren Investoren offenbar auf gute Geschäftszahlen des US-Konkurrenten Oracle, begründeten Händler weiter die Kursaufschläge bei SAP.
Die Aktie der Commerzbank verzeichnete ein Plus von zuletzt ein Prozent auf 28,71 Euro. Das Investmenthaus Goldman Sachs hat die Aktie mit "Market Outperformer" bestätigt.
Goldman Sachs sieht schwachen Telekom-Markt
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Unter den Technologiewerten gaben vor allem die Papiere von Siemens ab. Zuletzt waren es rund vier Prozent auf 73,22 Euro. Die Analysten von Goldman Sachs haben ihre Prognose für den Gewinn pro Aktie im laufenden Geschäftsjahr um fünf Prozent gesenkt. Die Experten haben dies mit der Abwärtsentwicklung des Telekommarktes vor dem Hintergrund der Gewinnwarnungen von Nortel Networks und Nokia begründet. Epcos verloren 1,3 Prozent auf 65,65 Euro. Die Papiere von Infineon verbilligten sich ebenso wie die T-Aktie um 1,2 Prozent.
Uneinheitlich entwickelten sich am Montag die Autoaktien im Dax. Während Volkswagen (plus 0,2 Prozent auf 55,10 Euro) und BMW (plus 0,4 Prozent auf 37,75 Euro) leicht zulegen konnten, verloren die Papiere von DaimlerChrysler 1,3 Prozent und fielen damit unter die Marke von 50 Euro.
Neuer Markt: Medientitel unter Druck
Im Nemax 50 waren die Aktien von D-Logistics mit einem Zuwachs von 5,8 Prozent auf 19,85 Euro Spitzenreiter. Zu den Gewinnern zählten auch die Papiere von T-Online (plus fünf Prozent auf 10,30 Euro, die seit heute ebenso wie Aixtron schwerer im Nemax 50 gewichtet werden. Am Freitag hatte T-Online noch rund zwölf Prozent eingebüßt.
Die Aktien von Mobilcom profitierten weiter von der Meldung, dass der Telefonkonzern eine Zusammenarbeit mit E-Plus beim Ausbau des UMTS-Netzes anstrebt. Die Papiere verteuerten sich zuletzt um 2,9 Prozent auf 17,32 Euro.
Die Papiere von Kinowelt Medien gaben am Abend einen Teil ihrer Gewinne ab und notierten noch 1,4 Prozent im Plus bei 3,45 Euro. Das Unternehmen hatte am Wochenende den Verkauf eines Filmpakets an das ZDF bekannt gegeben. Kinowelt will sich künftig auf seine Kernbereiche Lizenzhandel, Kino und DVD konzentrieren, sieht durch die Restrukturierung aber möglicherweise weitere Kosten auf sich zukommen. Er könne weitere Sonderbelastungen nicht ausschließen, sagte Vorstandschef Michael Kölmel am Montag während der Hauptversammlung in München
Die anderen Medienwerte gehörten im Nemax-50 zu den größten Verlierern. Bei EM.TV (minus zwölf Prozent auf 2,72 Euro) nahmen die Anleger Gewinne vom Freitag mit. Senator Entertainment gaben 7,6 Prozent auf sechs Euro nach. Die Aktien von Constantin Film verbilligten sich um zehn Prozent auf 12,64 Euro.Der Schweizer Filmrechtehändler Highlight Communications gab ebenfalls zehn Prozent auf 4,61 Euro ab.
Stärkster Wert im Nemax-All-Share waren die Aktien der E-M-S new media, die sich zuletzt um 62 Prozent auf 2,44 Euro verteuerten. "Ein Verkaufsauftrag für 500.000 Aktien ist am Freitag ausgelaufen. Das nimmt den Druck von der Aktie", begründete ein Händler den Anstieg. Während an normalen Tagen zwischen zehn und 25.000 Stück gehandelt würden, hätten etwa bis 15 Uhr mehr als 250.000 Stück den Besitzer gewechselt.
Konjunkturdaten drücken Euro
Der Euro hat am Montag schwächer tendiert und notierte am Abend bei 0,861 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Nachmittag den Referenzkurs auf 0,8581 (Freitag: 0,8662) US-Dollar festgesetzt. Ein Dollar kostete damit 2,2793 (2,2579) Mark.
Die Veröffentlichung der gestiegenen Verbraucherpreisdaten für die Eurozone habe den Kurs der Gemeinschaftswährung belastet, sagten Marktbeobachter. Ein wesentlicher Faktor bei dem Anstieg der Verbraucherpreise seien Nahrungsmittel und Erdölprodukte gewesen. Diese Posten lägen außerhalb der Kontrolle der EZB und würden dieser eine wirkungsvolle Geldpolitik erschweren.