Börse am Abend Filmrechtehändler brechen ein
Frankfurt am Main Im Sog leicht nachgebender US-Börsen entfernten sich die Indizes am Abend von ihren Tageshochs. Der Dax hielt sich noch 1 Prozent bei 5928 Punkten im Plus. Die Wachstumswerte im Nemax 50 notierten nur noch 0,7 Prozent fester und fielen wieder unter 1500 Punkte, nachdem das Plus der Technologiebörse Nasdaq auf 1,9 Prozent zusammengeschmolzen war. Der Dow Jones tendierte am Abend um den Vortagesschluss von 10646 Punkten.
Dennoch war die Stimmung entspannter als am Vortag. Die vom Softwarehersteller Oracle vorgelegten Zahlen hatten die Erwartungen der Analysten getroffen. Auch Lehman Brothers, Qwest und Ford überraschten den Markt mit positiven Nachrichten und guten Zahlen.
Spitzenreiter an zwei Fronten
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In Frankfurt waren die Aktien von SAP der Star des Tages. Neben den überraschend guten Geschäftszahlen von Oracle profitierte das Papier überdies von positiven Analystenkommentaren. Goldman Sachs hat die Aktie des Softwareherstellers auf seiner Empfehlungsliste bestätigt. Auch die Deutsche Bank empfahl die Aktie zum Kauf. Die Titel stiegen um 7,5 Prozent auf 165,10 Euro und waren Spitzenreiter im Dax - die Tochter SAP SI führte derweil mit einem Plus von zehn Prozent den Nemax 50 an.
Im Sog von SAP stiegen auch die anderen Technologiewerte im Dax. Siemens verteuerten sich um 2,4 Prozent auf 75,15 Euro. Die T-Aktie legte 0,5 Prozent auf 23,73 Euro zu, während das Plus von Epcos wieder zusammenschmolz.
Autowerte fester
Volkswagen hat trotz anhaltender Probleme am deutschen Markt in den ersten fünf Monaten 2001 den weltweiten Absatz um 2,7 Prozent gesteigert. Insgesamt seien knapp 2,2 Millionen Fahrzeuge abgesetzt worden, teilte der Konzern mit. VW zeigte sich auch für den weiteren Verlauf des Jahres zuversichtlich. Die Aktie notierte mit Kursaufschlägen von zuletzt zwei Prozent auf 55,90 Euro. Gerüchte, dass Ford Intersse an Volkswagen habe, sind schon seit Monaten im Markt. DaimlerChrysler-Titel steigerten sich um 1,7 Prozent auf 50,90 Euro, die Aktien von BMW notierten 0,8 Prozent fester.
Die Aktien der Deutschen Lufthansa verloren 3,7 Prozent auf 19,25 Euro und waren damit schwächster Wert im Dax. Händler verwiesen auf die USA. Dort hatte am Montag nach Börsenschluss AMR, die Muttergesellschaft der weltgrößten Fluggesellschaft American Airlines, für das zweite Quartal eine Gewinnwarnung ausgegeben.
Neuer Markt: Noch keine Trendwende
Am Neuen Markt warnten Händler vor Euphorie. "Die Verkäufer halten einmal einen Tag still", sagte ein Händler. Bei den Technologietiteln sei jetzt vielleicht ein Boden gefunden. Die Vergangenheit hätte aber gezeigt, dass eine fallende Nasdaq auf dem Weg nach unten vom Neuen Markt stets übertroffen wurde.
EM.TV trennt sich von seinen Internet-Aktivitäten. Doch darauf lassen sich die Kursgewinne der Aktie wohl nicht zurückführen. Das Papier ist mittlerweile zu einem Objekt der Zocker geworden. Nach Verlusten von rund 16 Prozent am Vortag legte die Aktie heute wieder fast sieben Prozent auf 2,79 Euro zu.
Klappe fällt bei Filmtiteln
Filmtitel standen im Nemax 50 unter starkem Verkaufsdruck. Kinowelt brachen um 27 Prozent ein und notierten bei 2,43 Euro. Highlight Communications (minus 14 Prozent auf 3,95 Euro) und Senator Entertainment (minus 14 Prozent auf 5,59 Euro) gaben ebenfalls stark nach.
Die Unsicherheiten bei Kinowelt hätten die anderen Titel mitgerissen, sagten Händler. Die weiterhin ungeklärte Frage der Liquidität und die unsicheren Aussichten im Filmrechtehandel lasteten auf der Aktie. "Wenn Kinowelt im Lizenzhandel kein Geld verdient, dann gehen Börsianer davon aus, dass Highlight dies auch nicht kann", hieß es.
Die im marktbreiteren Nemax All Share gelisteten Kabel-New-Media-Aktien kennen heute nach unten keine Grenze mehr. Zuletzt betrugen die Verluste rund 37 Prozent auf 1,79 Euro. Das Unternehmen wird nach eigenen Angaben im vierten Quartal 2000/01 nicht die Gewinnzone erreichen, wie bislang vorgesehen. Vielmehr rechnet die Gesellschaft im Gesamtjahr mit einem Verlust von 115 bis 130 Millionen Euro.
Kurs des Euro gefallen
Der Kurs des Euro ist am Dienstag unter 86 Cent gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8563 (Montag: 0,8581) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2840 (2,2793) Mark. Am Abend wurde der Euro für 0,8536 Cent gehandelt