Börse am Abend Gewinne schmelzen - Lufthansa erholt
Frankfurt am Main - Der Dax gab notierte am Abend noch 0,4 Prozent im Plus auf 6273 Punkten. Der Nemax 50 fiel zurück auf ein Plus von 3,9 Prozent bei 1940 Zählern. Der Dow blieb am Abend 0,4 Prozent im Minus, während die Nasdaq unter Gewinnmitnahmen litt und zuletzt um den Vortagesschluss tendierte.
Trotz des Dämpfers aus den USA blieb die Stimmung in Frankfurt gut. "Das gesamte Bild hellt sich auf", sagte ein Händler. Zudem bliebe die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen senken könnte, nachdem der Ifo-Geschäftsklima-Index schlechter als erwartet ausgefallen war.
Das umsatzschwache Geschäft erklärten Marktbeobachter mit dem Feiertag am Donnerstag. An Himmelfahrt werde zwar gehandelt, doch nähmen viele Börsianer Ende der Woche Urlaub, sagte ein Händler. Hohe Umsätze und deutliche Kursanstiege konnten nur die Technologiewerte verbuchen.
Wachwechsel an der Dax Spitze: Die Aktie von AdidasSalomon löste am Abend mit einem Plus von fünf Prozent Epcos ab, die aber noch einen Zuwachs von 4,1 Prozent verteidigen konnten. Weiterhin fest zeigten sich SAP (plus 2 Prozent) und Siemens (plus 1 Prozent), während Infineon am Abend deutlich nachgab und mit 1 Prozent in die Verlustzone rutschte.
Die T-Aktie verteuerte sich um 3 Prozent auf 26,85 Euro. Händler sagten, die jüngsten Zweifel über weitere Kursverluste im Rahmen der Voicestream-Übernahme seien vom Tisch.
Lufthansa: Zick-Zack-Kurs
Die Aktien der Lufthansa waren nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen zeitweise Dax-Schlusslicht, notierten am Abend mit einem Zuwachs von 2,4 Prozent auf 23,25 Euro aber wieder in der Spitzengruppe. Die streitenden Parteien wollen nun einen Schlichter anrufen. Auf diesem Wege soll ein weiterer Streik verhindert werden. Nach den allgemein gültigen Regeln darf während der Schlichtung nicht gestreikt werden.
Die Anteilsscheine von BMW verloren 2,1 Prozent auf 40,25 Euro. Bereits am Vortag litten die Münchener Autobauer unter deutlichen Abschlägen. Der Konzern hat die Aufnahme in den All-Country-World-Index von MSCI verpasst. DaimlerChrysler gab um 0,8 Prozent auf 56,76 Euro nach, während Volkswagen- um 0,4 Prozent auf 59,91 Euro zulegen konnten.
Wieder eine Pleite am Neuen Markt
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Die Gewinnerliste im Nemax 50 führten die Aktien von Trintech (plus 27 Prozent auf 3,27 Euro) und Balda (plus 13 Prozent auf 5,39 Euro) an. Doch es gab auch negative Nachrichten: Die angeschlagene Metabox AG aus Hildesheim hat am Nachmittag die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Die Deutsche Börse hat die Aktie kurzfristig vom Handel ausgesetzt. Nach der Wiederaufnahme fiel das Papier schlagartig um über 40 Prozent auf 0,80 Euro.
Die schon in der vergangenen Woche unter die Räder geratenen Papiere von Pandatel gehörten zu den größten Verlierern im Nemax 50. Die Aktien sackten 12,3 Prozent auf 18,50 Euro ab. Das Unternehmen hatte am Vorabend nach Börsenschluss enttäuschende Quartalszahlen gemeldet. Als Grund nannten die Hamburger den Nachfragerückgang in Europa und den USA. Wegen der Ertragsprobleme der Telekom-Konzerne und der abflauenden Konjunktur dürfte der Bedarf auch in den kommenden beiden Quartalen nicht anziehen, hieß es.
Euro auf Sechs-Monatstief
Der Kurs des Euro ist deutlich gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8685 (Montag: 0,8754) Dollar fest. Der unerwartet schwache Ifo-Geschäftsklimaindex drückte die Währung auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten. Am Abend wurde die Gemeinschaftswährung für 0.8635 Dollar gehandelt.