Börse am Abend Hochstimmung am Markt
Frankfurt am Main Hatte der Dax heute Vormittag sein Tagestief mit 5758 Punkten gesehen, ging es ab 15 Uhr steil aufwärts. Getragen von deutlichen Kurszuwächsen an den Börsen in New York hatte der Index für die Blue Chips bis zum Abend 2,1 Prozent oder fast 200 Punkte zugelegt. Die Wachstumswerte im Nemax 50 rückten bis 18.45 Uhr 3,4 Prozent auf 1412 Punkte vor.
Die T-Aktie verzeichnete zuletzt ein Plus von 5,80 Prozent auf 25,60 Euro und belegte damit ebenso einen Spitzenplatz im EuroStoxx 50. Auch hier gaben Telekom-Aktien den Ton an. KPN steigerten sich um rund sieben Prozent, France Telecom rückten fünf Prozent vor, bei Telecom Italia waren es rund vier Prozent.
Händler sahen bei der T-Aktie vor allem charttechnische Gründe für einen Kauf. Am Markt kursierten auch Gerüchte, dass der Konzern seine Rechnungslegung auf US-GAAP umstellen wolle. Dies würde bedeuten, dass in der Bilanz ein höherer Gewinn ausgeschrieben werden könne. Die kreative Buchhaltung sei letztendlich jedoch nicht so wichtig. Entscheidend sei, wie hoch der freie Cash-Flow ausfallen würde, sagten Marktbeobachter.
Positive Analysteneinschätzungen haben die Aktien der Versicherungsbranche ins Plus gezogen. Die Titel der Münchner Rück (plus 3,56 Prozent auf 324,40 Euro) und Allianz (plus 2,88 Prozent auf 339 Euro) präsentierten sich sehr weiter fest. Am Morgen gab die Investmentbank Morgan Stanley Dean Witter (MSDW) bekannt, ein Allianz-Gewinnwachstum von 30 Prozent zu erwarten. Grund für die Hochstufung sei die Fusion mit der Dresdner Bank.
Einen aufregenden Handelsverlauf hatten auch die Aktien von Siemens am Abend hinter sich. Hatte das Papier am Morgen nach Gerüchten um eine Gewinnwarnung zeitweise mit fünf Prozent im Minus gestanden und dabei den niedrigsten Kurs seit anderthalb Jahren markiert, notierte die Aktie am Abend mit 2,60 Prozent auf 71,23 Euro im Plus.
Das Unternehmen wollte Gerüchte über eine anstehende Gewinnwarnung nicht kommentieren. Ein Händler sagte: Siemens befinde sich derzeit nahezu in einem Teufelskreis: Der Konzern will Kosten sparen, die Frage sei nur wo. Der Kurs der Aktie war zudem von der Meldung belastet worden, dass Nokia Stellen streichen wolle. Händler erklärten dazu, der Stellenabbau zeige, dass der Abschwung auf dem Netzwerkmarkt länger als erwartet andauere. Beflügelt hätte dagegen die Aktie, dass Siemens gemeinsam mit seinem Kooperationspartner NEC einer der Hauptlieferanten für den Aufbau eines UMTS/3G-Netzes für den italienische Mobilfunkanbieter H3G ist.
Auch die Aktien der Konzerntochter Infineon gehörten mit Aufschlägen von 2,67 Prozent auf 28,83 Euro zu den Gewinnern. Epcos-Anteilsscheine hingegen rutschten ohne fundamental neue Nachrichten ans Dax-Ende mit Verlusten von 2,35 Prozent auf 61,61 Euro.
Bayer, die am Vortag noch eine Gewinnwarnung ausgegeben hatten, profitierten von einer positiven Goldman-Sachs-Einschätzung. Das Papier kletterte zuletzt um 3,23 Prozent auf 45,10 Euro. Die Aktie des Rivalen BASF verteuerte sich um 3,20 Prozent auf 45,18 Euro.
Die Deutsche Post, am Vortag noch Tagessieger im Dax, belegten vor Epcos den vorletzten Platz im Imdex. Gewinnmitnahmen drückten die "Aktie Gelb" Ex-Dividende um 1,79 Prozent auf 18,65 Euro.
Gewinnmitnahmen drücken Aixtron
Der Neue Markt hat sich am Donnerstag nach dem Kursverfall der letzten Tage wieder etwas erholt. Die Umsätze seien nach wie vor nicht hoch, sagten Händler. Nach Handelseröffnung war es zunächst bergab gegangen, obwohl die US-Notenbank am Vortag den Leitzins gesenkt hatte. "Etliche Marktteilnehmer waren scheinbar überrascht, dass es nur 25 Basispunkte waren", sagte ein Händler. "Für den Markt war das die beste Entscheidung", fügte er hinzu, nicht zuletzt weil sie weitere Zinssenkungsfantasien ermögliche.
Die Aktie der Steag Hamatech AG gab am Donnerstag erneut nach. Händler sprachen von größeren Verkaufsorders, die angesichts der geringen Umsätze den Kurs stark unter Druck bringen. Die Aktien des Spezialmaschinenbauers, der sich auf Produktionsanlagen für CD/DVD spezialisiert hat, verloren 16,67 Prozent auf rund zehn Euro und setzten sich damit an die Spitze der Verliererliste im Nemax-50.
Gewinnmitnahmen drückten die Aktie von Aixtron um mehr als 2,30 Prozent auf 33 Euro. Am Vortag hatte das Papier mehr als zehn Prozent dazu gewonnen.
Der niederländische Wettbewerber Toolex hatte am Dienstag angekündigt, seine Planzahlen nicht einzuhalten. Die Aktien des deutschen Wettbewerbers Singulus konnten sich dagegen besser behaupten. Die Aktie kletterte um 8,20 Prozent auf 23,80 Euro. Anscheinend sei die Analystenkonferenz des Unternehmens gut aufgenommen worden, sagte ein Händler.
Qiagen stiegen 12,33 Prozent auf 24,69 Euro. Trotz einer Kooperationsvereinbarung mit Aventis Pharma war die Aktie des Biotechnologieunternehmens am Morgen noch mit dem Gesamtmarkt gefallen. Thomas Höger, Analyst bei der DG Bank, wertete die Vereinbarung über die Nutzung von DNA-Technologie "verhalten positiv".