Börse am Abend Neuer Markt sackt weiter ab
Frankfurt am Main Die amerikanischen Börsen gaben zum Abend nach und zogen die deutschen Aktienmärkte mit nach unten. Der Dax stand gegen 18.30 Uhr mit 0,6 Prozent auf 5905 Punkten im Minus. Die Wachstumswerte im Nemax 50 bauten ihre Verluste auf 4,8 Prozent aus und notierten bei 1349 Zählern.
Ohne fundamental neue Nachrichten behaupteten sich defensive Werte wie Adidas, Eon, und Preussag in die Dax-Spitze mit Kurszwächsen zwischen 3,20 und rund 1,60 Prozent.
Mit positiven Unternehmenszahlen will der Vorstandschef der Deutsche Post AG, Klaus Zumwinkel, bei den Aktionären für gute Stimmung sorgen. Zwei Tage vor der ersten Hauptversammlung nach dem Börsengang vom November vergangenen Jahres zeigte sich Zumwinkel am Montag mit dem Kursverlauf der "Aktie Gelb" unzufrieden. Doch dies sei eher auf das Finanzmarktumfeld zurückzuführen. Die Post werde bei Umsatz und Gewinn die Rekordergebnisse von 2000 noch übertreffen. Die Aktie der Deutsche Post AG stand zuletzt mit 1,16 Prozent auf 18,30 Euro im Plus.
Siemens gegen Abwärtstrend bei Tech-Werten
Unter den Technologiewerten im Dax hatten die Aktien von Siemens am Montag noch die besten Karten. Zuletzt stand die Aktie mit 1,52 Prozent auf 72,63 Euro im Plus und belegten damit einen Spitzenplazt im Dax. Das Papier wurde nach den jüngsten Kursverlusten von JP Morgan zum Kauf empfohlen. Zudem gab das Unternehmen eine Kooperation mit NEC bekannt.
Die Anteilsscheine der Konzern-Tochter Epcos rutschten mit 0,32 Prozent auf rund 65 Euro ins Minus. Infineon gaben 1,10 Prozent auf 29,62 Euro ab. Die Papiere des Softwareunternehmens SAP verbilligten sich um 2,70 Prozent auf 166 Euro. Die T-Aktie zeigte sich um 1,20 Prozent schwächer auf 24,75 Euro.
Schering verloren zuletzt 2,80 Prozent auf 62,12 Euro und gehörten damit zu den schwächsten Werten im Dax. Das Unternehmen rechnet damit, im zweiten und dritten Quartal weniger Umsatz zu erwirtschaften, als zunächst erwartet.
Schlechte Stimmung am Neuen Markt
Der Neue Markt hatte den Tag mit deutlichen Verlusten begonnen und gab im Handelsverlauf weiter ab. Nicht alle Marktteilnehmer versprachen sich noch etwas von der für Mittwoch erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank. "Ich erwarte von einer Zinssenkung in den USA eigentlich gar nichts", sagte ein Händler. "Bei nur 25 Basispunkten rechne ich am ehesten mit einer enttäuschten Reaktion des Markts", fügte er hinzu. "Der Neue Markt ist angeschlagen", sagte ein anderer.
Die Aktien der Aixtron AG gaben weiter nach. Händlern zufolge hat eine Verkaufsempfehlung des Bankhauses Julius Bär, in der ein Kursziel von 20 Euro genannt wird, den Aktienkurs des Spezialmaschinenbauers unter Druck gebracht. Das Papaier verlor zuletzt mehr als 20 Prozent auf 28,52 Euro.
"Wenn Chips nicht laufen, kann das Geschäft von Aixtron auch nicht laufen", sagte ein Händler. Das Unternehmen stellt Anlagen für die Chipproduktion her. Zu beobachten seien große Verkäufe. Fonds trennten sich von der Aktie, sagte ein Marktteilnehmer. Aixtron hätten sich in fast jedem Technologie- oder Neuer-Markt-Depot befunden. Das Unternehmen gehe zwar davon aus, seine Umsatzziele erreichen zu können, aber: "Man glaubt jetzt nicht mehr so viel", fügte er hinzu.
Unter Abschlägen litten auch die Aktien ders Chipbrokers ACG (minus 14 Prozent auf 15,94 Euro). Die Verluste des Konkurrenten Ce Conumer (minus 3,70 auf 7,05 Euro) hielten sich dagegen noch in Grenzen.
Die Aktien von EM.TV gaben 6,51 Prozent auf 2,44 Euro nach. Zuvor war bekannt geworden, dass die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat wegen der Verzögerung beim Einstieg der Kirch-Gruppe, der geplanten Umstrukturierung und laufender Gerichtsverfahren vertagt werden soll.
Schwächster Wert am gesamten Neuen Markt waren die Papiere von Parsytec, die zuletzt fast 60 Prozent auf 11,64 Euro verloren. Der Hersteller von Software-Kontrollsysteme hat ihre Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr von 115 Millionen bis 125 Millionen Euro auf 35 Millionen bis 40 Millionen Euro drastisch gesenkt. "Das ist der hässlichste Bericht, den ich in meinen 16 Jahren bei Parsytec abgeben muss", sagte Vorstandschef Falk Kübler. "Hässlich" sei dieser vor allem deshalb, weil er für Analysten und Investoren gleichermaßen unerwartet komme, fügte er hinzu.