Börse am Mittag: Abwärts, tiefer, raus! - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Abwärts, tiefer, raus!

Eiszeit auf dem Parkett: Schwergewichte wie Deutsche Bank, DaimlerChrysler und Siemens stehen massiv unter Druck. Auch die T-Aktie gibt nach. Der Nemax 50 fällt unter den Stand vom Januar 1998.
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Frankfurt am Main - Der Dax hat zum Mittag mit einem Verlust von 1,9 Prozent auf 4776 Punkte ein neues Tagestief markiert. Auch die charttechnisch wichtige Unterstützung bei 4780 Zählern ist gefallen. Der Nemax 50 baute sein Minus auf 4,3 Prozent aus und fiel auf 951 Punkte. Im Januar 1998, zum Start des Auswahlindexes, hatte der Nemax 50 bei 979 Punkten notiert. Die Stimmung ist äußerst schlecht: Mögliche Bilanztricks beim Branchenriesen IBM   drücken auch die US-Futures nach unten.

DaimlerChrysler bricht ein

Die Unsicherheit der Investoren ist kurz vor Bekanntgabe der Zahlen von Volkswagen   deutlich zu spüren. Der Autobauer wird nach Ansicht von Analysten für 2001 ein deutlich besseres Vorsteuer- und ein schlechteres Nachsteuerergebnis als im Vorjahr bekannt geben. Da VW erstmals vollständig nach IAS bilanziert, sind die Zahlen nur bedingt mit Vorjahresergebnissen vergleichbar. Die Aktie gab bis zum Mittag um 1,8 Prozent auf 50,76 Euro nach.

Am morgigen Mittwoch folgt der Autobauer DaimlerChrysler   mit seinen Zahlen. An der versteckten Gewinnwarnung von DaimlerChrysler ist nach einem Bericht des "Handelsblatt" wohl die US-Sparte Chrysler schuld. Konzernchef Jürgen Schrempp sei intern zunächst von "einem hohen dreistelligen Millionen-Euro-Gewinn" ausgegangen. Doch nach dem Geschäftsverlauf in den vergangenen Monaten habe Schrempp seine Erwartungen revidieren müssen. Die Aktie gehörte mit einem Minus von 3,2 Prozent zu den schwächsten Titeln im Index.

Die Aktie der Commerzbank   war mit einem Plus von 1,7 Prozent gemeinsam mit Schering   einziger Gewinner im Index. Am Montag hatte die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG gemeldet, dass sie ihre Beteiligung an der Bank von rund einem auf 5,5 Prozent erhöht hat. Der Anteil soll zudem auf knapp unter zehn Prozent erhöht werden. Die Aktie der Deutsche Bank   brach dagegen bis zum Mittag um 3,7 Prozent ein.

T-Aktie trotz Empfehlung schwächer

Die Aktien der Deutsche Telekom   gaben nach ihrer Erholung gestern am Dienstag erneut nach und rutschten auf 15,25 Euro. Analysten von Goldman Sachs haben die T-Aktie auf ihrer Empfehlungsliste belassen und die Gewinn-Prognose erhöht. Das Kurspotenzial gaben die US-Investmentbanker mit mindestens 20 Prozent an.

Streit um Billigflüge

Der Lufthansa   (minus 0,5 Prozent auf 17,03 Euro) droht ein Verbot ihrer Niedrigflugpreise auf der Strecke Frankfurt-Berlin. Der Preis von 100 Euro für die einfache Strecke ziele auf eine Verdrängung des Konkurrenten Germania, hatte das Kartellamt in einer Vorentscheidung erklärt. Die Lufthansa kündigte bereits an, gegen ein solches Verbot zu klagen.

MDax: Deutsche Börse heraufgestuft

Mdax:Deutsche Börse übertrifft Erwartungen

Die Deutsche Börse hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und damit Analysten-Erwartungen übertroffen. Zum Ergebniswachstum trugen vor allem die Segmente Eurex und Informationsprodukte bei, wie die Börse am Montagabend in Frankfurt mitteilte. Der Umsatz der Gruppe sei auf 760,3 Millionen Euro gestiegen nach 648,9 Millionen Euro im Vorjahr, teilte die im MDax gelistete Gesellschaft in Frankfurt mit. Die Aktie kletterte gegen den schwachen Gesamttrend um mehr als zwei Prozent, nachdem auch die Deutsche Bank den Titel auf "Kauf" heraufgestuft hatte.

Auch der im MDax notierte Arzneimittelhersteller Schwarz Pharma   hat am Dienstag Zahlen vorgelegt, die über den Erwartungen lagen. Das Unternehmen steigerte den Jahresüberschuss 2001 von 13,6 auf 40,5 Millionen Euro. Die Aktie legte zum Handelsauftakt ebenfalls zu.

Neuer Markt: Vertrauen zerstört

Neuer Markt fällt weiter

Der Nemax 50 setzte am Dienstag ebenso wie der Nemax All Share seine Talfahrt fort. "Das Vertrauen der Anleger ist zerstört. Hier am Neuen Markt ist die Stimmung äußerst nervös. Zudem scheinen die Investoren nach den jüngsten Unternehmenspleiten zu warten, bis der Neue Markt aufgeräumt ist", sagte ein Händler. Am heutigen Dienstag wird das Biotechnologie-Unternehmen Qiagen   Geschäftszahlen melden: Die Aktie hatte bereits am Montag stark nachgegeben und fiel am Dienstag unter 18 Euro.

Euro schwächer - Nikkei erneut unter 10.000 Punkten

Nikkei erneut unter 10.000 Punkte

Die Aktienbörse in Tokio hat am Dienstag schwere Verluste erlitten. Ungeachtet verbaler Unterstützung von US-Präsident George W. Bush für die Reformpolitik des japanischen Regierungschefs Junichiro Koizumi stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte wieder deutlich unter die wichtige Marke von 10.000 Punkten. Zum Schluss notierte das fernöstliche Kursbarometer einen Verlust von 246,09 Punkten oder 2,4 Prozent beim Stand von 9847,16 Punkten. Der breitere TOPIX verlor 4,58 Punkte oder 0,5 Prozent auf 959,96 Punkte.

Der Euro notierte am Vormittag bei 0,8675 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Montag bei 0,8715 (Freitag: 0,8705) Dollar fest.