Börse am Mittag: Anleger bestreiken Lufthansa - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Anleger bestreiken Lufthansa

Die deutschen Aktien können ihre Verluste verringern. Am Neuen Markt legen die Biotech-Aktien zu.
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Frankfurt am Main - Gegen Mittag notierte der Dax 0,5 Prozent schwächer bei 6089 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax 50 gaben 0,5 Prozent auf 1872 Punkte nach.

Für Konfusion sorgten die bereits vor Handelsbeginn vorgelegten Geschäftszahlen von Volkswagen. Der Autokonzern steigerte Gewinn und Umsatz im ersten Quartal. Die Interpretation des Zahlenwerks fällt allerdings unterschiedlich aus.

Nach alten Richtlinien des Handelsgesetzbuches (HGB) lag VW unter den Erwartungen der Analysten. Nach den neuen und international gültigen Bilanzrichtlinien IAS übertraf der Konzern die Prognosen. Auch auf die Händler wirkten die Zahlen offenbar verwirrend. Ein Händler bezeichnete die Zahlen als enttäuschend, ein anderer nannte sie "duchaus in Ordnung". Die Aktie des Autobauers stand zuletzt noch mit rund 1,5 Prozent 54,23 Euro.

DaimlerChrysler verbilligten sich um rund ein Prozent auf 56 Euro. BMW notierten hingegen mit 0,46 Prozent auf 39,20 Euro im Plus.

Die Papiere der Lufthansa konnten ihr Minus verringern, standen aber noch mit rund einem Prozent auf 22,29 Euro im Minus und gehörten damit zu den größten Verlierern unter den Standardwerten. Das Papier hatte in den vergangenen Tagen trotz der schwierigen Tarifverhandlungen des Unternehmens zulegen können.

Deutsche Telekom legten 0,4 Prozent auf 27,67 Euro zu. Die zukünftige US-Tochter Voicestream hatte am Vorabend für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres zwar einen Verlust je Aktie in Höhe von 2,54 Dollar bekannt gegeben, hatte damit aber leicht über den Erwartungen des Marktes gelegen.

Gegen den schwachen Trend bei den Technologieaktien konnten sich am Dienstag die Aktien der Siemens-Halbleitertochter Infineon stemmen. Das Papier verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 46,75 Euro. Die Aktie profitiere Händlern zufolge weiterhin davon, dass die Klage von Rambus wegen angeblicher Patentverletzungen endgültig abgewiesen wurde. "Wäre Infineon wegen Verletzung des Patentrechts verklagt worden, hätte dies sehr teuer werden können", sagte ein Händler.

Die Führung im Dax hatten die Papiere von Preussag mit Kursaufschlägen von mehr als drei Prozent auf 37,25 Euro. Fundamentale Nachrichten lagen allerdings nicht vor.

Neuer Markt: Biotech-Werte ziehen an

Biotechnologiewerte am Neuen Markt waren gefragt und profitierten nicht zuletzt von einer Bankenstudie des Vortages, in der Biotech-Aktien für dieses Jahr ein großes Kurspotenzial bescheinigt wurde.

Rhein Biotech meldete für das erste Quartal einen Ergebnissprung: Der Impfstoff-Experte baute seinen Gewinn von 0,03 im Vorjahresquartal auf 2,1 Millionen Euro aus. Der Umsatz stieg von 2,6 Millionen Euro auf 17,4 Millionen Euro. Die Aktien legten daraufhin um 4,7 Prozent auf runde 111 Euro zu.

Das Biotechnologie-Unternehmen Qiagen hatte am Montag nach Börsenschluss bekannt gegeben, Umsatz und Gewinn hätten sich im ersten Quartal 2001 zweistellig gesteigert. Bereits am Montag hatten die Aktien deutlich zulegen können. Auch heute gehörten sie mit Kursaufschlägen von 3,77 Prozent auf 31,65 Euro zu den Gewinnern im Nemax 50.

Gefragt waren auch die Biotech-Werte Lion Bioscience (plus 4,7 Prozent auf 42,90 Euro) und Evotec Biosystems, die sich um rund vier Prozent auf knapp 43 Euro verteuerten. Die Anteilsscheine von Medigene verteuerten sich um rund drei Prozent auf 32 Euro.

Der Vakuumpumpen-Spezialist Pfeiffer Vacuum legte Quartalszahlen vor, die unter den Erwartungen von Analysten geblieben waren. Das Ergebnis pro Aktie stieg zwar gegenüber dem Vorjahresquartal um 46,5 Prozent auf 65 Cent pro Aktie, verfehlte Schätzungen von 70 Cent jedoch deutlich. Die Aktien notierten 4,60 Prozent leichter bei 46,70 Euro.

Der Telekom-Dienstleister Carrier 1 profitierte von einer geplanten Expansion in Italien. Die Papiere legten zuletzt noch um 1,8 Prozent auf 8,30 Euro zu.

Die Aktien des Software-Entwicklers Intershop verzeichneten einen Verlust von rund vier Prozent auf 5,68 Euro. Die Zukunftsaussichten konnte nur wenige Analysten überzeugen. So hatten die Experten von M.M. Warburg die Aktie schon in der letzten Woche auf "Verkaufen" gestellt und die Prognosen als zu optimistisch eingeschätzt.

Stühlerücken im Nemax 50

Mit Spannung wird heute die Entscheidung über die Neubesetzung der deutschen Aktienindizes erwartet. Deutliche Veränderungen werden vor allem für den Nemax 50 erwartet. Hier droht Constantin Film, SER Systems, Primacom und Ixos das Aus. Auch die Trintech Group und United Internet könnten ihren Platz im begehrten Index verlieren. Zu den weiteren Abstiegskandidaten zählen Kinowelt Medien, Pixelpark, Heyde, SCM Microsystems und Fantastic sowie Pfeiffer Vacuum und IDS Scheer.