Börse am Mittag: Auto-Titel helfen dem Dax - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Auto-Titel helfen dem Dax

DaimlerChrysler und BMW halten den Dax mit deutlichen Gewinnen im Plus. Positive Marktkommentare von Intel hellen die Stimmung bei den Technologiewerten auf.
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Frankfurt am Main - Der Dax hat seine Anfangsgewinne halten können und notierte um 12 Uhr auf 3816 Punkten, ein Plus von 0,9 Prozent. Händler wiesen jedoch darauf hin, dass die Umsätze deutlich unter dem Durchschnitt blieben.

Leichte Gewinne verbuchten die Nebenwerte: Der MDax kletterte um 0,2 Prozent auf 3459 Zähler. Am Neuen Markt präsentierte sich der Nemax 50 nahezu unverändert auf 522 Punkten.

Der kurzfristige Kursanstieg sei insgesamt mit Vorsicht zu genießen, warnte Christian Schmidt, Aktienhändler bei der Helaba. Es gebe bedeutende Belastungsfaktoren. "Ein Krieg gegen den Irak wird immer wahrscheinlicher", sagte er. US-Vizepräsident Dick Cheney hatte am Vorabend mit Bezug auf den Irak erklärt, das Risiko der Untätigkeit sei größer als das Risiko des Handelns.

"Außerdem erwarten wir noch wichtige US-Konjunkturdaten. Wenn es dabei negative Überraschungen gibt, werden wir die Konsequenzen auch zu spüren bekommen", ergänzte Schmidt. Kurz vor Wall-Street-Eröffnung werden die Auftragseingänge für langlebige Güter für den Monat Juli bekannt gegeben. Gegen 16 Uhr gibt der Index des Verbrauchervertrauens für den Monat August Aufschluss über die konjunkturelle Entwicklung.

Automobiltitel charttechnisch attraktiv

Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Automobiltitel. Es gebe eine Menge größerer Aufträge, die die Kurse beflügelten, sagte ein Frankfurter Händler. Die Titel von BMW   kletterten um 2,2 Prozent auf 39,46 Euro. DaimlerChrysler-Papiere   notierten 1,4 Prozent fester auf 45,52 Euro und Volkswagen-Aktien   legten um 0,4 Prozent auf 48,07 Euro zu.

"Bei BMW haben hier einige die Hoffnung, dass der Wert in den EuroStoxx 50 aufgenommen werden könnte", sagte ein Händler. Bei DaimlerChrysler beflügele hingegen das Gerücht, dass eine große US-Adresse ihre Renault-Aktienbestände   in DaimlerChysler-Aktien umschichte, sagte ein anderer Händler. Beide Händler verwiesen jedoch vor allem auf die "charttechnische Attraktivität" deutscher Automobiltitel, die jetzt technisch orientierte Anleger zum verstärkten Einstieg in Automobil-Werte bewege.

Techwerte notieren uneinheitlich

"Intel   hilft dem Markt etwas", sagte Aktienhändler Oliver Hauer von M.M. Warburg. Der US-Branchenprimus geht für das laufende Quartal trotz der schwachen Entwicklung des Sektors von einem moderaten Ergebnisanstieg zum Vorquartal aus. Gefragt waren in Frankfurt daher unter anderem die Technologiewerte Siemens   und SAP  . Allerdings verloren die Aktien des Chip-Herstellers Infineon   und des Bauelementeherstellers Epcos   an Wert, was Händler auf einen skeptischen Analystenkommentar zurückführten. Morgan Stanley zufolge sei das derzeitige Bewertungsniveau noch zu hoch.

Die Aktie der Lufthansa   verteuerte sich um 1,6 Prozent auf 13,47 Euro. Die Airline reagiert mit einem neuen Tarifsystem für Flüge in Europa auf die wachsende Konkurrenz von Billigfliegern und auf Preisoffensiven traditioneller Wettbewerber. "Eher positiv" nannte ein Marktteilnehmer die Pläne, die an diesem Dienstag vorgestellt werden sollen. Die Aktie sei bereits am Vortag gut gelaufen. Zudem habe das Unternehmen zuletzt "hervorragende Zahlen" vorgelegt. Ein anderer sagte dagegen: "Ich glaube nicht, dass das kursrelevant ist." Ein anderer Händler wertete die Ankündigung "eher negativ". Zwar könne die Fluggesellschaft dadurch eventuell Marktanteile hinzugewinnen und die Auslastung in buchungsarmen Zeiten steigern. Das gehe jedoch auf Kosten der Margen.

WCM: "Alles schon bekannt"

Die Aktie der WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG   hat nach Bekanntgabe von schwachen Zahlen etwas zugelegt. Das Unternehmen rutschte im ersten Halbjahr bei deutlich gestiegenen Umsätzen in die Verlustzone. Das im MDax notierte Papier stieg im frühen Handel bei schwachen Umsätzen um 0,3 Prozent auf 3,09 Euro. "Die Zahlen kamen so wie vor einem Monat angekündigt", sagte ein Händler. Er sehe WCM "höher, als sie jetzt stehen". Das Papier sei allerdings von Bilanzgerüchten belastet. "Die Aktie hat Flecken bekommen". Auch ein anderer Marktteilnehmer urteilte: "Alles schon bekannt".

Die Zahlen sowie der schlechte Zustand von WCM könnte auch die Commerzbank   belasten, ergänzte ein Börsianer. Branchenkennern zufolge hält WCM rund sechs Prozent an der Commerzbank. Sollte dieser Anteil am Markt verkauft werden, steige der Druck auf den Commerzbank-Kurs. Die WCM hat jedoch erst jüngst bekräftigt, ihren Commerzbank-Anteil sogar bis auf knapp zehn Prozent aufstocken zu wollen.

Die Aktien der TV-Senderfamilie ProSiebenSat.1   setzten ihren Höhenflug des Vortages fort und stiegen um 3,9 Prozent auf 8,05 Euro. Bereits am Montag hatte der nun unter Umständen mögliche Direkteinstieg von Investoren bei ProSieben den Wert der Aktie um fast fünf Prozent steigen lassen. Bislang hatte die insolvente Mediengruppe KirchMedia, die die Mehrheit an ProSieben hält, einen solchen Direkteinstieg stets abgelehnt. ProSieben ist der begehrteste Teil von KirchMedia.

Finanztitel stützen US-Aktienmarkt, Nikkei fällt unter 10.000-Punkte-Linie, Euro etwas fester

Finanztitel stützen US-Aktienmarkt

Nach einem schwachen Verlauf haben sich die amerikanischen Aktienkurse am Montag gegen Sitzungsende bei geringen Umsätzen erholt. Nur knapp über eine Milliarden Aktien wechselten an der New York Stock Exchange den Besitzer.

Der Dow-Jones-Index für 30 Standardwerte stieg um 46,05 Punkte oder 0,5 Prozent auf 8919 Zähler, und der Nasdaq gewann 0,8 Prozent auf 1391 Zähler. Händler begründeten die freundliche Stimmung mit Hinweisen auf eine wirtschaftliche Erholung. Dies hätte Finanztitel beflügelt, darunter Bank of America   und J.P. Morgan Chase  .

Am Vormittag hatte die US-Regierung besser als erwartete Eigenheimverkäufe im Juli mitgeteilt. Der Hausbau-Sektor sei dank fallender Hypothekenzinsen stark genug, um ein Abgleiten der Konjunktur in eine zweite Rezession zu verhindern, sagten Volkswirte.

Der Technologiemarkt erhielt Unterstützung vom Telekomausrüster Ciena und dem Glasfaserteile-Produzenten Soundview Technology. Mineralöltitel legten ebenfalls zu, nachdem US-Vizepräsident Richard Cheney weitere Andeutungen auf einen Angriff auf Irak machte.

Ein möglicher Streik bei Boeing   drückte die Aktien des führenden Flugzeugherstellers. Am Freitag hatten die Gewerkschaften einen Vorschlag des Arbeitgebers zu höheren Löhnen und Sozialleistungen abgelehnt. Boeing-Aktien fielen um 0,65 Prozent auf 36,89 Dollar.

Nikkei fällt unter 10.000-Punkte-Linie

Die Börse in Tokio ist am Dienstag schwach aus dem Handel gegangen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel nach Gewinnmitnahmen wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten. Das Kursbarometer notierte zum Handelsschluss mit 160,44 Punkten oder 1,6 Prozent im Minus bei 9907 Punkten. Der breit angelegte Topix fiel um 18,38 Punkte oder 1,9 Prozent auf 962 Zähler. Anleger hätten die Gewinne der Vortage mitgenommen, sagten Händler.

Technologiewerte schlossen insgesamt schwächer. Rohm   verloren 720 Yen auf 16.430 Yen. Kyocera   verbilligten sich um 250 Yen auf 8780 Yen und TDK   schlossen 120 Yen leichter auf 5780 Yen.

Auch die Chiphersteller erlitten Kursverluste. NEC   fielen um zwölf Yen auf 679 Yen. Hitachi   verbilligten sich um 18 Yen auf 681 Yen. Toshiba   sanken um 19 Yen auf 429 Yen.

Euro behauptet sich über der Marke von 97 US-Cent

Der Kurs des Euro hat sich am Dienstag klar über der Marke von 97 US-Cent behauptet. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete um 11.40 Uhr in Frankfurt 0,9751 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag bei 0,9701 (Freitag: 0,9697) Dollar festgelegt. Ein Dollar kostete damit 1,0308 (1,0312) Euro. Impulse für den Devisenmarkt erwarten Analysten am Nachmittag von neuen amerikanischen Konjunkturdaten.