Börse am Mittag: Autotitel geben nach - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Autotitel geben nach

Die deutschen Aktienmärkte notieren leicht im Minus. Defensive Werte sind wieder gefragt, die Tech-Titel hingegen verlieren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Der Dax notierte am Mittag 0,3 Prozent im Minus bei 6175 Punkten. Der Nemax 50 gab 0,9 Prozent nach, und der marktbreitere Nemax All Share verlor ebenfalls 0,8 Prozent auf 1757 Zähler.

Defensive Werte machen im Dax derzeit das Rennen. Der Chemiekonzern Bayer führte mit 2,1 Prozent Plus auf 47,42 Euro den Index an. Offenbar sind Aktionäre erleichtert, dass die nicht ganz billige Pharma-Sparte von DuPont wahrscheinlich an Bristol Myers geht. Auch Branchenkollege Schering legte 1 Prozent zu.

Degussa setzte seinen Aufwärtstrend fort und war mit zwei Prozent Zuwachs erneut ein Gewinner im Dax. Bereits gestern hatte Degussa vom Börsengang der Biotech-Tochter Zentaris profitiert. Der Einzelhandelskonzern Metro macht mit einem Gewinn von 1,5 Prozent die Spitzen-Gruppe der "Oldies" im Dax komplett.

Telekom leicht erholt

Die T-Aktie legte zuletzt 0,8 Prozent zu und notierte bei 23,50 Euro. Angeblich will die Deutsche Telekom eine neue Anleihe an den Markt bringen. Ehemalige Voicestream-Aktionäre werfen das Papier der Deutschen Telekom in großen Mengen auf den Markt. Dies drückte die Aktie am Mittwoch auf ein Zwei-Jahres-Tief von 23,30 Euro.

Anleger hoffen auf eine Gegenreaktion, doch die Stimmung für Technologieunternehmen ist nicht rosig: Hewlett Packard warnte erneut vor schwachen Umsätzen und drückte auf die Stimmung bei den Techwerten. Mit Ausnahme der Telekom gaben die Technologiewerte im Dax, SAP, Siemens, Epcos und Infineon, bis zum Mittag nach.

Volkswagen: Angriff auf Piech

Die Abwehr einer feindlichen Übernahme, die Abspaltung der Tochter Audi und der Streit mit verschiedenen Investmentfonds bestimmen heute die Hauptversammlung bei Volkswagen. Fondsmanager erhöhen den Druck auf Unternehmenschef Ferdinand Piech, Vorzugsaktien möglichst bald in Stammaktien umzuwandeln. Die Aktie gab am Mittag 1,4 Prozent auf 58,85 Euro nach. Auch die Konkurrenten DaimlerChrysler und BMW gaben leicht nach.

Beim Energiekonzern RWE geht es während der heutigen Hauptversammlung in Essen ebenfalls um ein Aktienrückkaufprogramm –die Aktionäre werden vermutlich ein Rückkaufprogramm von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals beschließen. Vorstand und Aufsichtsrat wollen damit die Attraktivität der Aktie erhöhen und den Anteil der Vorzugsaktien verringern. RWE tendierte am Mittag um den Vortagesschluss.

Neuer Markt etwas leichter

Gewinner im Nemax 50 war am Mittag Kinowelt Medien mit einem Plus von 6,6 Prozent auf 3,85 Euro. Die Aktie hatte am Vortag über 9 Prozent eingebüßt und verkommt mehr und mehr zu einem Zockerpapier. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel hat gestern ein förmliches Verfahren wegen des Verdachts auf Insiderhandel eingeleitet.

Singulus Technologies kletterten nach Großaufträgen dagegen um 4,7 Prozent auf 28,50 Euro. Zwei internationale Unternehmen hätten insgesamt zwölf Spaceline DVD Replikationslinien bestellt. Das Volumen der zwei Aufträge belaufe sich auf rund 15 Millionen Euro, teilte Singulus mit.

Die Nexus AG legte um knapp elf Prozent auf 5,19 Euro zu und war damit einer der größten Gewinner am Neuen Markt. Der Anbieter für Elektronische Patientenakten hat über den kanadischen Kooperationspartner MDS Nordion einen Auftrag zur Installation des Kernproduktes MedFolio in den USA erhalten.

Zu den größten Verlierern im Nemax 50 gehörten D-Logistics mit einem Verlust von 6,8 Prozent auf 24 Euro und Carrier 1 . Nachdem Carrier 1 am Mittwoch noch kmehr als 15 Prozent zulegen konnte, verbuchte der Wert nun einen Abschlag von 5,1 Prozent auf 5,40 Euro.

EZB-Sitzung und Konjunkturdaten

Außer der heutigen Sitzung des EZB-Rates stehen heute die deutschen Arbeitsmarktdaten für Mai an. Weiterhin endet heute die Zeichnungsfrist für die Flughafenaktie Fraport und für den Medizintechnik-Hersteller Pulsion Medical Systems.

Der Euro notierte am Donnerstag mit 0,8484 Dollar weiterhin unter der 85-Cent-Marke. Händler erwarten von der heutigen EZB-Sitzung keine Zinssenkung: Hohe Inflationsraten sprechen dagegen. Analysten erwarten jedoch zumindest Hinweise auf einen Zinsschritt bis August.