Börse am Mittag: Autowerte vorn - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Autowerte vorn

Die Frankfurter Aktienmärkte reduzieren ihre Verluste, bleiben aber noch deutlich im Minus. Anleger schichten wieder vermehrt in konservative Titel um.
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Hamburg - Der Dax hat sich bis 12.30 Uhr wieder deutlich von seinem Tagestiefsstand entfernt, lag mit 6141 Punkten aber immer noch mit 0,7 Prozent im Minus. Der Nemax-50 stand mit 1,1 Prozent im Minus bei 1690 Zählern. Der M-Dax notierte mit 4583 Punkten etwa 0,6 Prozent schwächer.

Die Verkaufsstimmung in Frankfurt wurde von den negativen US-Futures weiter angefacht. Der Nasdaq-Future verlor 0,6 Prozent, der S&P-Future gab 0,4 Prozent ab. Händler begründeten die Kursabschläge bei den Technologiewerten mit Gewinnmitnahmen und dem negativen Ausblick, den die Unternehmen Ericsson und Nokia gewagt hatten. Die beiden skandinavischen Mobilfunkriesen hatten vor Börseneröffnung ihre Geschäftszahlen veröffentlicht. Während die Bilanz bei Ericsson wie erwartet schlecht ausfiel, konnte Nokia mit deutlichen Gewinnen überzeugen.

Die Dax-Verliererliste wurde von den Technologiewerten angeführt. Am schlechtesten präsentierten sich die Aktien von Infineon, die 3,4 Prozent auf 47 Euro abgaben. Händlern zufolge litt der Wert unter den am Vortag vorgelegten Zahlen des Konkurrenten ST Microelectronics. Die Papiere des Halbleiterherstellers aus Frankreich hatten deutliche Kursverluste hinnehmen müssen, nachdem Konzernchef Pasquale Pistorio erklärt hatte, dass das kurzfristige Umfeld für sein Unternehmen "herausfordernd" bleibe und die Umsatzprognosen für die Franzosen "deutlich" unter den Schätzungen liegen würden.

SAP musste einen Teil seiner Gewinne der vergangenen Handelstage wieder abgeben. Seit Anfang der Woche legte die Aktie der Walldorfer Software-Schmiede bereits 20 Prozent zu, am Freitag ging es dann zwei Prozent auf 165,50 Euro nach unten. Siemens und Epcos verloren jeweils 1,7 Prozent, die T-Aktie gab ein Prozent auf 29,80 Euro ab.

Autowerte auf der Überholspur

Ganz oben im Dax präsentierten sich die Titel von BMW. Die Aktie legte um 2,1 Prozent auf 38,18 Euro zu. Händler konnten für den Anstieg keine fundamentalen Gründe erkennen. Vielmehr handele es sich wahrscheinlich um Umschichtungen, da Anleger vermehrt aus Technologiewerten aussteigen würden. Auch DaimlerChrysler (plus 1,5 Prozent auf 55,29 Euro) und Volkswagen (plus 1,2 Prozent auf 54,35 Euro) präsentierten sich stark. Im M-Dax konnte Porsche an die gute Performance der vorigen Handelstage anschließen und weitere 1,1 Prozent gewinnen.

Nach der Kaufempfehlung durch die Analysten von Commerzbank Securities am Vortag hat die Aktie von ThyssenKrupp erneut um 1,9 Prozent auf 17,60 Euro zugelegt. Zudem profitiere der Wert von den Gewinnmitnahmen bei den Technologiewerten, sagten Händler. Henkel und MAN standen bei den Anlegern ebenfalls oben auf der Kaufliste.

Neuer Markt wieder auf Talfahrt

Am Neuen Markt war die Gewinnerliste am Freitagmittag dünn. Im Nemax-50 retteten sich lediglich zehn Werte ins Plus. Ganz oben notierte Broadvision. Die Aktie gewann 7,7 Prozent auf 6,30 Euro, obwohl dem E-Commerce-Softwareunternehmen eine neue Klage ins Haus steht. US-Anwälte hatten eine Klage eingereicht und suchen nun über ihre Internet-Seite Anleger, die zwischen dem 26. Januar und 2. April BroadVision-Aktien gekauft haben.

T-Online zieht sich nach Informationen des Branchendienstes "Kressreport" aus der Internet-Suchmaschine Infoseek.de zurück. Wie dieser am Freitag berichtete, wird sich T-Online Ende des Jahres von ihrem 25-prozentigen Infoseek-Anteil trennen. Der Rückzug könnte demnach das Aus für die Suchmaschine bedeuten, weil über das Internet-Angebot der Telekom-Tochter die meisten der Infoseek-Zugriffe stammen. T-Online-Titel verloren 1,4 Prozent auf 11,47 Euro.

Laut Presseberichten will Mobilcom die Verhandlungen über eine Übernahme der Orange-Tochter Hutchison Telecom bis Ende April abschließen. Die Aktie pendelte am Mittag um die Vortagesschlusslinie.

Comroad erwischte einen gelungenen Start, gab im Handelsverlauf aber wieder nach. Nach einem frühen Kursaufschwung um zehn Prozent notierten die Papiere später mit 7,5 Prozent im Minus bei 11,40 Euro.

Der Chiphändler CE Consumer hat in Hong Kong eine Niederlassung eröffnet, die dem im Nemax-50 gelisteten Unternehmen als "Brückenkopf für die Expansion in Zentralasien" dienen soll. Die Aktie gewann 2,7 Prozent auf 10,47 Euro.

Der IT-Marketing-Dienstleister IPC Archtec hat einen Großauftrag von der Metro-Gruppe über die Lieferung von Flachbildschirmen erhalten. Fünf weitere Großkunden haben sich bereits ebenfalls für den auf der Cebit gelaunchten IPC Flachbildschirme bestellt. Die Börse honorierte die Nachricht mit einem Plus von 5,5 Prozent auf 42,18 Euro.

Atoss Software, ein Anbieter von E-Business Lösungen im Bereich Staff Efficiency Management (SEM), hat im ersten Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent auf 11,1 Millionen Mark gesteigert. Das Ergebnis nach Steuern ist mit 0,1 Millionen Mark wieder positiv, nach minus einer Million Mark im ersten Quartal 2000. Das Vorsteuerergebnis beläuft sich auf 0,2 Millionen Mark nach -minus zwei Millionen Mark im Vorjahresquartal. Atoss-Papiere legten um satte 11,7 Prozent auf 10,89 Euro zu.

Euro profitiert von Zinsdifferenz

Der Euro präsentierte sich am Freitag fester. Die Europäische Gemeinschaftswährung notierte um 12.30 Uhr bei 0,9007 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstag den Referenzkurs auf 0,8827 Dollar festgesetzt.

Die EZB hatte in ihrem jüngsten Monatsbericht erneut betont, dass das Wachstum in der Eurozone weiter robust bleibe, dies habe dem Euro geholfen sagten Händler. Zudem habe die erneute Zinssenkung durch die US-Notenbank am Mittwoch dazu geführt, dass erstmals seit 1994 die Zinsen in Europa höher als in den USA seien, sagte ein Händler von BNP-Paribas. Diese dürfte zumindest kurzfristig Kapital aus dem Dollarraum anziehen.