Börse am Mittag: Bittere Pille für MobilCom - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Bittere Pille für MobilCom

Nokia kürzt seine Umsatzprognose leicht, bestätigt aber die Gewinnerwartung. Techwerte geben einen Teil ihrer Gewinne ab. Autowerte im Dax sind weiter gefragt. Am Neuen Markt geraten MobilCom unter Druck, denn Nokia zieht alle finanziellen Zusagen an das Unternehmen zurück.
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Frankfurt am Main - Trotz einer geringfügigen Korrektur der Umsatzprognose des weltgrößten Handykonzerns Nokia   haben die deutschen Aktienmärkte einen Großteil ihrer Gewinne verteidigen können. Gestützt von einem deutlichen Plus bei DaimlerChrysler   sowie weiteren Auto- aber auch Technologiewerten rückte der Dax bis 11.40 Uhr 1,7 Prozent auf 3488 Zähler vor. Bei den Wachstumswerten am Neuen Markt lag der Nemax 50 noch mit rund einem halben Prozent auf 451 Zähler im grünen Bereich.

Dennoch zeigten sich so manche Händler skeptisch über die Marktverfassung. "Augenblicklich geht es nur darum, die Woche möglichst unbeschadet zu überstehen. Die Umsätze sind nach wie vor bescheiden, die Börse ist derzeit so ähnlich wie ein Lottospiel, es lässt sich nichts vorhersagen", sagte ein Händler in einer Frankfurter Großbank.

Autotitel unter Anlegern gefragt

Autotitel konnten im Vergleich zum Handelsauftakt ihre Zuwächse ausbauen. DaimlerChrysler   führte dabei die Gewinnerliste mit einem Plus von mehr als vier Prozent auf rund 44 Euro an. Volkswagen   und BMW   gewannen jeweils mehr als zwei Prozent hinzu. "Positiv auf die Autowerte dürfte sich auswirken, dass der zweitgrößte US-Autohersteller Ford bereits im dritten Quartal schwarze Zahlen schreiben will", sagte Analyst Frank Biller von der Baden-Württembergischen Bank. Zuversichtlich stimmten auch die August-Zulassungszahlen im Automobilgeschäft in Deutschland, die bereits am Sonntag bekannt gegeben worden sind.

Die am Morgen in Hannover startende IAA Nutzfahrzeuge dürfte hingegen nach Einschätzung von Biller geringe Auswirkungen haben. Zwar habe Daimler als weltweit größter Nutzfahrzeughersteller heute nochmals bekräftigt, das Vorjahresergebnis in der Lkw-Sparte übertreffen zu wollen. Allerdings sei die Situation im Nutzfahrzeugbereich nachhaltig schwierig.

Schering  -Aktien kletterten um mehr als 3,50 Prozent auf 56,90 Euro. Analyst Andreas Schmidt von der Investmentbank Merrill Lynch sagte: "In dem Moment, wo sich die Marktsituation allgemein wieder entspannt, laufen in erster Linie solche Werte, die als sicher und solide betrachtet werden. Da gehört Schering eindeutig dazu."

Anders verhalte es sich bei dem Papier des Bad Homburger Dialyse-Spezialisten Fresenius Medical Care  , das um 0,34 Prozent stieg. "Die Aktie ist zwar optisch billig, hat aber ein viel größeres Risiko als eine Schering-Aktie, da sie noch von ausstehenden Asbestklagen bedroht ist", sagte der Experte. Bei Schering hingegen stünden keine Klagen aus und es gebe kein Patentrisiko. "Schering wird in den nächsten Quartalen ein solides Wachstum zeigen", ist Schmidt zuversichtlich.

Neue Probleme für Energiekonzern Eon

Aktien des Energiekonzerns Eon   konnten sich von ihren Anfangsverlusten erholen und drehten zuletzt mit einem stärkeren Gesamtmarkt mit rund 1,5 Prozent ins Plus. Eon und Ruhrgas müssen nach Informationen der "FAZ" mit viel schärferen Auflagen für eine Fusion rechnen. Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Tacke, wolle bei einer geänderten Ministererlaubnis sowohl härtere Verkaufsauflagen als auch höhere freie Gasmengen durchsetzen. Auch die Aktie des Papiere des Konkurrenten RWE   notierten ebenfalls leichter.

Technologiewerte auf Erholungskurs

Auch nach mit Spannung erwarteten Nokia-Kommentaren zum Verlauf des Quartals notierten Technologiewerte weiter freundlich. Infineon  , Siemens   und Epcos   gaben zwar einen Teil der Gewinne wieder ab, lagen aber weiter zwischen 2,8 und 1,5 Prozent im Plus. Technologiewerte hatten am Vortag durch die Bank zu den Verlierern gezählt. Insofern handelte es sich bei den Kurzuwächsen am Morgen wohl auch um eine technische Reaktion.

Die T-Aktie   kletterte um 2,72 Prozent auf 10,60 Euro. Als Grund dafür wird die Versicherung der Regierung gesehen, dass die Veräußerung weiterer Aktien der Telekom oder der Post nicht geplant sei, solange die Kapitalmärkte sich nicht weiter erholen. Bundesfinanzminister Hans Eichel reagierte damit am Dienstag auf Vorschläge von Lothar Späth, Mitglied des "Kompetenzteams" des Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber, zur Veräußerung von Aktien im Staatsbesitz.

Zudem stützte vermutlich die Nachricht den Kurs, dass die Telekom erwägt, ihre 40-Prozent-Beteiligung an dem russischen Mobilfunkbetreiber Mobile Teles Systems (MTS) zu verkaufen. Das spült unter Umständen das bitter benötigte Geld in die Kasse, des hoch verschuldeten Konzerns.

Nokia kürzt Umsatzprognose leicht

Der weltgrößte Handyproduzent Nokia   hat seine Umsatzprognose für das dritte Quartal geringfügig auf 7,1 bis 7,4 Milliarden Euro gekürzt. Bislang lag die Spanne bei 7,2 bis 7,6 Milliarden Euro. Eine Prognose für das Gesamtjahr wollte der Konzern nicht abgeben. Die Aktie des Konzern verlor 1,25 Prozent auf 14,25 Euro.

Nokia erklärte im Rahmen seines so genannten Mid-Quarter-Update, dass es einen 300 Millionen Euro Kredit an MobilCom   abschreiben werde. Zugleich zog Nokia alle weiteren finanziellen Zusagen zurück. Die Aktie von MobilCom rutschte in einem guten Marktumfeld um rund sieben Prozent ab.

Wall Street: Drohender Irak-Feldzug bedrückt die Börsianer

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Händler in New York beobachteten ein Abflauen des Verkaufesdrucks und hofften, dass die Märkte nach dem 11. September wieder nach oben laufen werden, sollte es am Jahrestag der Terroranschläge keine Zwischenfälle geben.

Larry Wachtel, Analyst bei Prudential Securities, hingegen sah keinen Grund für optimistische Anflüge. "Es gibt nicht viel Motivation. Diese Woche wird von den Gedenkfeiern zum 11. September dominiert, und das Thema Irak ist allgegenwärtig."

Bei einem Krieg der USA gegen Irak befürchten viele Händler erhebliche Einschränkungen der weltweiten Ölversorgung. Dies könnte den jüngst bereits deutlich gestiegenen Ölpreis weiter in die Höhe treiben und damit der Weltwirtschaft einen weiteren Dämpfer verpassen.

Bei den Standardwerten belasteten nach Händlerangaben Kursverluste der Aktien des Finanzkonzerns J.P. Morgan Chase  . Die US-Investmentbank Merrill Lynch hatte ihre Bewertung für den Dow-Wert auf "Neutral" von "Buy" zurückgenommen und dies mit niedrigeren Gewinnerwartungen und möglichen Dividendenkürzungen begründet. Auch die Aktien des weltgrößten Finanzkonzerns Citigroup   fielen. Citigroup hatte mit sofortiger Wirkung die Spitze ihrer ins Gerede gekommenen Investmentbank Salomon Smith Barney ausgetauscht. Das weit verzweigte Bank- und Aktien-Geschäft der Citigroup ist in jüngster Zeit in den Mittelpunkt von Untersuchungen der Regulierungsbehörden und von Kongress-Ausschüssen geraten.

Die Aktien von AOL Time Warner   gaben anfangs nach, schlossen aber mit einem kleinen Plus. Der weltgrößte Medienkonzern hatte vor Börsenbeginn die Umsatzprognose für seine Internet-Sparte America Online für 2002 reduziert.

Ford will Analystenerwartungen übertreffen

Interessant könnte heute in Frankfurt der Handelsauftakt für die Autowerte werden. Denn nachbörslich berichtete der zweitgrößte US-Autohersteller Ford  , dass der Konzern im dritten Quartal mit einem geringen Gewinn auf operativer Basis die Analystenerwartungen übertreffen werde. Aktienexperten rechnen im Schnitt mit einem geringen Verlust.

"Wir haben die Erwartungen der Analysten im ersten und im zweiten Quartal überboten und werden das auch im dritten Quartal wieder tun", sagte Ford-Chef Bill Ford am Montag. Das Unternehmen bekräftigte zudem seine Absicht, im laufenden Jahr einen moderaten Gewinn zu erwirtschaften. Die Aktie zog nachbörslich deutlich an.

Etwas getrübt wurde die Stimmung von Intel  -Präsident Paul Otellini. Der Absatz von Personalcomputern bleibe seinen Worten zufolge weiterhin schwach. Eine Erholung sei unwahrscheinlich, bis sich das Verbrauchervertrauen verbessert habe, erklärte Otellini. Der PC-Markt habe keine Anzeichen der Belebung gezeigt. Eine Prognose für das Weihnachtsgeschäft könne er noch nicht abgeben.

Die asiatische Leitbörse in Tokio ging nahezu unverändert aus dem Handel. Der Nikkei schloss am Dienstag mit 9310 Punkten.