Börse am Mittag: BMW gibt Gas - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag BMW gibt Gas

Die deutschen Aktien notieren uneinheitlich. Autowerte konnten zulegen. Am Neuen Markt verloren Online-Broker.
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Frankfurt am Main - Der Dax legte zuletzt ein Prozent auf 6130 Punkte zu. Die Wachstumswerte im Nemax 50 drehten mit 0,1 Prozent auf 1812 Zählern leicht ins Minus.

"Die Stimmung am Markt ist heute neutral. Die meisten Marktteilnehmer gehen davon aus, dass sich der Dax in den kommenden Tagen seitwärts bewegen wird", erklärte Andreas Kehl, Aktienhändler bei der Deutschen Bank. Kehl erwartet von der heutigen Sitzung der obersten europäischen Währungshüter im Eurotower keine Zinssenkung. Auch die Federal Reserve (Fed) wäre gut beraten, wenn sie ihr Pulver weiter trocken halten würde, so der Händler.

BMW hat im ersten Quartal 2001 große Ergebnissprünge verzeichnet und zeigt sich für den Rest des Jahres optimistisch. Der Überschuss habe sich in den ersten drei Monaten auf 409 (Vorjahr: 87) Millionen Euro mehr als vervierfacht, teilte BMW am Donnerstag mit. Die Börse nahm die Zahlen weiter gut auf und honorierte sie mit einem Aufschlag von 3,95 Prozent bei rund 41 Euro. Der Autowert führte damit die Gewinnerliste im Dax an.

Die Aktien von DaimlerChrysler (plus 0,9 Prozent auf knapp 57 Euro) und Volkswagen (plus 0,69 Prozent auf knapp 56 Euro) konnten ebenfalls zulegen. Die deutliche Abwärtstendenz auf dem deutschen Automobilmarkt scheint möglicherweise gestoppt: Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet unter Berufung auf inoffizielle Berechnungen des Verbandes der Automobilindustrie, dass die Neuzulassungen im April gegenüber dem Vorjahresmonat um vier bis fünf Prozent gestiegen seien.

Die Aktie des größten deutschen Handelskonzerns Metro hat sich am Donnerstag nach Präsentation der Zahlen für das erste Quartal und der Geschäftszahlen 2000 im unteren Dax-Drittel gehalten. Die Aktie legte zuerst zu, war zuletzt aber mit 0,2 Prozent auf 49,15 Euro ins Minus gerutscht.

Im ersten Quartal 2001 konnte Metro an das Wachstum des Vorjahres anknüpfen. Der Umsatz sei in diesem Zeitraum um 5,2 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro gestiegen. Das Betriebsergebnis sei um rund ein Drittel auf 13,7 Millionen Euro gestiegen. Die Nachfrage der Verbraucher werde sich voraussichtlich nicht wesentlich verändern, urteilte der Vorstand.

Kursabschläge musste die Aktie der Degussa AG verzeichnen. Das Papier verlor rund ein Prozent auf 34,33 Euro und gehörte damit zu den größeren Verlierern im Dax. Das Vorsteuer-Ergebnis Ebit sei im ersten Quartal um 19 Prozent auf 213 Millionen Euro eingebrochen, teilte das deutsche Spezialchemie-Unternehmen mit.

Das Vorsteuerergebnis der Commerzbank ist im ersten Quartal auf 309 Millionen Euro gegenüber 598 Millionen Euro im Vergleichsquartal gesunken. Auch der Gewinn fiel im Berichtszeitraum auf 168 Millionen Euro von 364 Millionen Euro. Die Bank zeigte sich jedoch zuversichtlich, die Ertragskraft weiter zu stärken. Die Zahlen kamen bei den Anlegern nicht gut an. Die Aktie gab zuletzt um 0,84 Prozent auf 32,05 Euro leicht nach und stand damit ebenfalls am Dax-Ende.

Neuer Markt: Online-Broker verlieren

Am Neuen Markt haben gleich mehrere Schwergewichte Geschäftszahlen vorgelegt. Bei Comdirect, die am Vortag mit einem Minus von rund sechs Prozent aus dem Handel gegangenen waren, ging es auch heute weiter bergab. Das Unternehmen hatte vor Börseneröffnung Zahlen für das erste Quartal bekannt gegeben: Das Konzernergebnis vor Steuern lag im ersten Quartal bei minus 19,8 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Online-Broker noch einen Gewinn 10 Millionen Euro ausgewiesen. Die Aktie fiel zuletzt um 4,93 Prozent auf 13,30 Euro und gehörte damit zu den größten Verlierern im Nemax-50.

Im Sog der schwachen Zahlen von Comdirect verloren Direkt Anlage Bank 9,22 Prozent auf 19,90 Euro und belegten damit den letzten Platz im Nemax 50. Der Konkurrent Consors stemmte sich gegen den schwachen Trend und verzeichnete ein Plus von 1,94 Prozent auf knapp 30 Euro.

Abwärts ging es mit den Aktien der SER Systems AG. Das Unternehmen muss den Nemax-50 verlassen. Das Papier gab um 2,61 Prozent auf 9,34 Euro nach.

Die Constantin Film hat ihre Planzahlen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Voraussichtlich werde man bei einem Umsatz von 230 Millionen Mark ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) in Höhe von 18 Millionen Mark erzielen, teilte die Constantin Film AG am Donnerstag mit. Ursprünglich hatte das Unternehmen 280 Millionen Mark Umsatz und ein Ebit von 27 Millionen Mark angepeilt. Grund für die Korrektur seien späte Kinostarts und enttäuschende Einspielergebnisse einiger Filme. Die Aktie gab 10,37 Prozent auf 17,28 Euro nach und war damit schwächster Wert im Nemax-50.

Der Mobilfunkkonzern Mobilcom AG hat im ersten Quartal 2001 einen geringeren operativen Verlust und einen höheren Umsatz als von Analysten erwartet ausgewiesen. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) belaufe sich auf 68,4 Millionen Euro nach einem Gewinn von 5,6 Millionen Euro in der vergleichbaren Vorjahresperiode, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Nach einem guten Start rutschten die Aktien wieder ins Minus. Das Papier stand mit rund einem halben Prozent bei 21,88 Euro im roten Bereich.

Aixtron begeistert Aktienhändler

Die Aktien des Aachener Hochtechnologie-Maschinenbauers Aixtron profitierten am Donnerstag zunächst von der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das erste Quartal und hatten um mehr als vier Prozent zugelegt, rutschten dann aber auf plus 2,20 Prozent bei 93 Euro ab

"So etwas wie Aixtron begeistert mich. Ihnen gelingt es immer wieder, die Börse zu überraschen", sagte Andreas Kehl, Aktienhändler der Deutschen Bank. Ein anderer Händler beurteilte die Zahlen ebenfalls als gut. "Wenn Aixtron einen Großauftrag schneller abwickeln kann, dann fallen die Zahlen eben besser aus", sagte er. Im abgelaufenen ersten Quartal hatte Aixtron sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich gesteigert und die Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr 2001 bekräftigt.

Der Softwareentwickler Brokat hat im ersten Quartal 2001 bei steigendem Umsatz seinen Nettoverlust gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich ausgeweitet. Der Umsatz sei um 118 Prozent auf 43 (Vorjahr: 19,7) Millionen Euro gestiegen. Die Aktie legte am Vormittag zunächst mehr als fünf Prozent zu, rutschte dann aber auf das Vortagsniveau von rund 12 Euro ab. Die Meldung über eine strategische Kooperation mit Vodafone hatte den Kurs am Vormittag trotz schwacher Geschäftszahlen zuerst beflügelt.

Die Papiere der Softwareschmiede Intershop rutschten wieder tiefer in die Verlustzone mit 4,47 Prozent bei 5,13 Euro. Die Hinweise auf einen Verstoß gegen die Ad-hoc-Regeln hätten sich verdichtet, bestätigte das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel.