Börse am Mittag: Börse macht Mittag - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Börse macht Mittag

Anleger warten auf die Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukt. Bei dünnen Umsätzen dümpeln Dax und Nemax in der Verlustzone. Lufthansa und Bayer ziehen gegen den Trend an. Die Bilanz von T-Online belastet die Aktie.
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Frankfurt am Main - Der Dax (minus 0,8 Prozent auf 5266 Punkte) und der Nemax 50 (minus 1,5 Prozent auf 1078 Zähler) bewegten sich am Mittag kaum. Heute um 14.30 Uhr MEZ werden die revidierten US-Wachstumsdaten für das zweite Quartal bekannt gegeben. Volkswirte erwarten, dass der Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Jahresviertel von zunächst geschätzten plus 0,7 Prozent auf Null herunterkorrigiert wird. Einige Analysten halten sogar einen BIP-Rückgang für möglich.

Die Angst vor der Konjunkturschwäche belastete vor allem Automobil- und Hightechwerte. Siemens, Epcos und Infineon gaben zwischen 1,9 und 3,1 Prozent ab, während DaimlerChrysler, BMW und Volkswagen zwischen 1,5 und 2,1 Prozent schwächer notierten.

Lufthansa leicht erholt

Lediglich defensive Werte wie Lufthansa, Bayer und Metro konnten gegen den Trend leichte Gewinne verbuchen. Lufthansa erholte sich mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 17,20 Euro von den starken Verlusten des Vortages. Die Aktie der Bayer AG (plus 0,8 Prozent auf 36,15 Euro) profitierte weiterhin von Gerüchten, Roche wolle dem deutschen Unternehmen angeblich 20 Milliarden Dollar für dessen Pharmaabteilung zahlen. Roche hat dies inzwischen dementiert. Metro legte um 0,7 Prozent zu.

Zumindest der Chipriese Intel gibt sich weiter optimistisch. Intel rechnet trotz der Konjunkturschwäche mit wachsender Nachfrage. Der PC-Hersteller Gateway will durch Massenentlassungen (25 Prozent weltweit) seine Kosten in den Griff bekommen.

Warten auf EZB

Auch die Hoffnungen, dass die EZB am morgigen Donnerstag die Zinsen senkt, haben einen Dämpfer bekommen. Die Geldmenge M3, zu der Bargeldumlauf, Bankeinlagen und Geldmarktpapieren zählen, ist im Juli mit 6,4 Prozent überraschend stark gestiegen. Dennoch geht die Mehrheit der Analysten immer noch von einer Zinssenkung um 0,25 Prozent aus.

T-Online: Umsatz nimmt zu, Ebitda bricht ein

T-Online hat den Konzernverlust im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 180 Millionen Euro auf 265 Millionen Euro ausgeweitet. Der Umsatz nahm im Zwölfmonats-Vergleich um 53 Prozent auf 539 Millionen Euro zu. Die T-Online Aktie drehte 2,1 Prozent ins Minus und notierte am Mittag bei 8,12 Euro.

Die T-Aktie notierte am Mittwoch minimal schwächer auf 17,45 Euro, nachdem der Titel nach der Halbjahresbilanz am Dienstag mit einem Minus von 3,7 Prozent aus dem Handel gegangen war. Telekom-Chef Ron Sommer räumte ein, dass bis Jahresende noch 170 Millionen Aktie zurückfließen könnten. Der Rückfluss an den Markt sei unter Kontrolle und die meisten Großinvestoren würden ihre Aktien langfristig halten.

Kinowelt als Pennystock, Trintech erholt

Die Aktien der Kinowelt Medien AG fielen bis zum Mittag um mehr als 16 Prozent und notierten nur noch bei 91 Cent. Nach Gerüchten soll das Unternehmen kurz vor der Insolvenz stehen. Einige Banken hätten die Absicht, einen Kredit in Höhe von 60 Millionen Euro platzen zu lassen, berichtete die "Netzeitung" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise.

Die schwer angeschlagene Trintech Group hat im ersten Halbjahr den Nettoverlust von 7,2 Millionen Dollar auf 9,9 Millionen Dollar erhöht. Der IT-Dienstleister für den elektronischen Zahlungsverkehr teilte am Mittwoch in Dublin mit, die amerikanisch-irische Gesellschaft sei "auf gutem Weg, im vierten Quartal ein ausgeglichenes Pro-Forma-Ergebnis zu erzielen". Der Umsatz stieg den Angaben zufolge in den ersten sechs Monaten um 82 Prozent. Die Aktie war mit einem Plus von 25 Prozent auf 1,67 Euro Spitzenreiter im Nemax 50.

Bilanz beflügelt AWD

Beim Finanzdienstleister AWD Holding erwarten Analysten im ersten Halbjahr nahezu eine Ertragsverdoppelung. Das im MDax notierte Unternehmen, das im Oktober 2000 an die Börse kam, legt den Halbjahresausweis an diesem Mittwoch vor. Der unabhängige Finanzdienstleister will seinen Umsatz um über 20 Prozent und das Vorsteuerergebnis um mindestens 30 Prozent erhöhen. Die Aktie legte zuletzt 6,4 Prozent auf 33 Euro zu und war Spitzenreiter im MDax.

BGB: Rupf vor Rücktritt

Die Aktionäre der krisengeschüttelten Bankgesellschaft Berlin treffen sich heute zur Hauptvorsammlung. Vorstandschef Wolfgang Rupf hat seinen Rücktritt angeboten. Rupf habe die Sanierung der Bankgesellschaft nicht ausreichend vorangetrieben und selber angeboten, seine Rolle als Vorstandsvorsitzender zur Verfügung zu stellen, teilte der Berliner Senat mit. Die im MDax notierte Aktie gab zuletzt 4,7 Prozent auf acht Euro nach.

Euro über 91 Cent

Nach dem überraschenden Rückgang des US-Verbrauchervertrauens im August hat der Euro am Mittwoch zugelegt. Sollten nun auch noch die am Nachmittag anstehenden revidierten US-Wachstumsdaten für das zweite Quartal schlechter als erwartet ausfallen, wäre dies ein schwerer Schlag für die US-Währung, sagten Händler. Zuletzt kostete ein Euro 0,913 Dollar.