Börse am Mittag Dax dreht ins Plus
Frankfurt am Main - Überraschende Kursaufschläge der beiden Technologiewerte Infineon und Deutsche Telekom haben den Dax zum Mittag gestützt. Nach einer morgendlichen Talfahrt, bei der das Börsenbarometer bis auf 4832 Punkte fiel, erholte sich der Leitindex bis 12 Uhr wieder auf 4878 Punkte, ein Plus von 0,1 Prozent. Schwächer präsentierten sich die im MDax zusammengefassten Nebenwerte, die durchschnittlich um 0,3 Prozent verloren und den Index auf einen Zählerstand von 4433 drückten. Am Neuen Markt rutschte der Nemax 50 um 0,9 Prozent auf 822 Punkte.
Die Gewinnerliste im Dax führte Infineon nach erheblichen Kurssteigerungen des südkoreanischen Konkurrenten Samsung an der Börse in Seoul an. Das Papier der Siemens-Tochter stieg um 3,8 Prozent auf 18,25 Euro. "Infineon ist in den letzten Wochen so dermaßen heruntergeprügelt worden, dass die Aktie inzwischen eindeutig überverkauft ist", sagte ein Händler.
Siemens-Titel kletterten um 0,3 Prozent auf 65,73 Euro. "Die Siemens-Aktie reagiert auf einen positiven Bericht über den Konkurrenten Motorola in Deutschland", sagte ein Händler. Es gebe Anzeichen für einen Turnaround im deutschen Markt für Mobiltelefone, habe die hiesige Motorola-Tochter mitgeteilt. Zudem sei der Siemens-Kurs auf Grund der breiten Diversifikation des Konzerns gut gegen einen Abwärtstrend abgesichert, ergänzte der Händler.
T-Aktie dreht ins Plus
Auch die T-Aktie schaffte die Wende und stieg um 2,9 Prozent auf 12,70 Euro, nachdem das Papier am Morgen bei 12,02 Euro ein Allzeittief markiert hatte. Händler mahnten aber zur Vorsicht: Es gebe zwar neues Kaufinteresse, aber es würden weiterhin fallende Kurse erwartet, zumal in dieser Woche einige konkurrierende Telekom-Unternehmen ihre Quartalszahlen vorlegen.
Das Papier des Spezialchemiekonzerns Degussa verlor hingegen 2,5 Prozent auf 33,97 Euro. "Die Zahlen haben die Erwartungen nicht erfüllt", urteilte ein Händler und begründete damit den Kursverfall der Aktie.
Auch das Quartalsergebnis von Linde hat enttäuscht. Die Anteilsscheine verloren 1,4 Prozent auf 52,76 Euro. Das Ergebnis nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) habe unter den Analystenerwartungen gelegen, hieß es. Insbesondere die Sparte Material Handling habe sich schwach entwickelt, begründeten Händler den Wertverlust. Während die durchschnittlichen Ebitda-Schätzungen 128 Millionen Euro betragen haben, seien nur 118 Millionen erwirtschaftet worden. Auch der Umsatz habe leicht unter den Schätzungen gelegen.
SAP nach kritischen Analystenkommentaren im Minus
Aktien des Software-Herstellers SAP gaben mehr als zwei Prozent auf 124,30 Euro nach. Die Investmentbank Lehman Brothers hat die Prognosen für das Ergebnis je Aktie (EPS) für 2002 von 3,27 auf drei Euro gesenkt. Für das kommende Jahr 2003 erwarten die Analysten nun ein EPS von 3,65 Euro, zuvor waren sie noch von einem Gewinn von 4,13 Euro je Aktie ausgegangen. Dies sei wohl der Grund für die aktuellen Kursverluste, sagte ein Frankfurter Händler.
Schwacher Handel am Neuen Markt - Steag nach Zahlen gefragt
Wenig Bewegung im Nemax
Am Neuen Markt gab es zum Wochenstart nur unterdurchschnittliche Marktbewegungen. Sowohl der Auswahlindex Nemax 50 wie auch der Nemax All Share bauten ihre Verluste im Handelsverlauf leicht aus.
Nach der Vorlage von Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2002 stieg die Aktie von Steag HamaTech zuletzt um 7,9 Prozent auf 5,60 Euro und war damit der größte Gewinner im Nemax 50. Das Unternehmen hatte am Morgen einen Umsatzanstieg auf 27,7 Millionen Euro verzeichnet. Dies entspreche einem Plus von 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das Vorsteuerergebnis gab das Unternehmen mit 1,7 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 5,1 Millionen Euro im Vergleichszeitraum an.
Die Verliererliste führten Trintech und Lion Bioscience an. Trintech muss auf Grund zu geringer Marktkapitalisierung den Auswahlindex verlassen. Die Aktie brach um 6,5 Prozent auf 0,58 Euro ein. Die Anteilsscheine von Lion verbilligten sich um 8,4 Prozent auf 7,83 Euro.
Morphosys schlägt Analysten-Erwartungen
Die Aktien von Morphosys reduzierten ihre frühen Verluste deutlich und präsentierten sich zuletzt 1,2 Prozent schwächer auf 27,41 Euro. Das Biotechunternehmen hat das erste Quartal 2002 besser abgeschlossen als von Analysten erwartet. Der Jahresfehlbetrag habe sich von Januar bis März auf 3,1 (Vorjahr: 2,0) Millionen Euro erhöht, teilte die im Nemax 50 gelistete Firma mit. Analysten hatten einen deutlich höheren Verlust erwartet. Den Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bezifferte Morphosys auf 1,5 Millionen Euro nach minus 1,6 Millionen Euro im Auftaktquartal 2001. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge auf 4,1 (2,8) Millionen Euro. Die durchschnittliche Analystenerwartung für den Umsatz lag bei 3,64 Millionen Euro.
Die Fluxx-Papiere stiegen um annähernd 14 Prozent auf 1,96 Euro. Der nach eigenen Angaben führende Dienstleister im Glücks- und Gewinnspielmarkt, hat seinen Bruttokonzernumsatz im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres Vergleich zum Vorjahreszeitraum von um zwölf Prozent auf 10,4 Millionen Euro gesteigert.
Nikkei und Dow Jones schwach - Euro klettert weiter nach oben
Tokios Börse schließt schwach
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Montag schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte büßte deutlich um 194,16 Punkte oder 1,7 Prozent auf 11.336 Zähler ein. Der breit angelegte Topix gab um 11,17 Punkte oder ein Prozent auf 1074 Zähler nach.
Die Aktie der japanischen DaimlerChrysler-Tochter Mitsubishi Motors legte um neun Yen auf 398 Yen zu, nachdem der Konzern die Rückkehr in die Gewinnzone verkündet hatte.
Herbe Verluste in New York
Auch der US-Aktienmarkt hat den Handel am Freitag mit Verlusten beendet. Nach Händlerangaben rechneten Investoren mit einer langsameren Erholung des Wirtschaftswachstums als erwartet. Die Börse passe sich den zurückgeschraubten Erwartungen an. Der Dow-Jones-Index ging mit einem Minus von 97,50 Punkten oder knapp einem Prozent bei 9939 Zählern aus dem Handel. Die Nasdaq verlor über drei Prozent auf 1600 Punkte.
"Ich glaube nicht, dass das Vertrauen in eine baldige Erholung der Unternehmensgewinne zurückgekehrt ist", sagte der Fonds-Manager William Dwyer. Der Technologiesektor litt unter der Herabstufung der Anleihen mehrerer Telekommunikationsunternehmen, allen voran WorldCom. Die Titel des zweitgrößten Anbieters von Ferngesprächsdiensten fielen auf 1,60 Dollar. Zuvor hatten Rating-Agenturen WorldCom-Anleihen als hochspekulativ eingestuft. Seit Anfang 2002 haben WorldCom-Aktien 69 Prozent eingebüßt.
Euro-Kurs steigt leicht
Der Kurs des Euro ist zu Wochenbeginn leicht gestiegen. Am Montag gegen 12 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung 0,9163 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag bei 0,9118 Dollar festgesetzt. Ein Dollar kostete damit 1,0967 Euro.
Damit setzt der Euro am Montag seine positive Entwicklung vom Freitag zunächst fort. Händler machten für die Schwäche des Dollar unter anderem eine Veränderung der Kapitalströme zu Lasten der USA verantwortlich. Dies sei ein anhaltender Trend, der auch weiterhin den Euro stärken werde.