Börse am Mittag Dax-Himmel klart auf
Frankfurt am Main - Nach Bekanntgabe der Ifo-Zahlen hat der Dax noch einmal kräftig zugelegt und ist bis 12 Uhr auf 4924 Punkte gestiegen, ein Plus von 1,3 Prozent. Am Neuen Markt gewann der Nemax 50 rund zwei Prozent auf 1019 Zähler.
Der Geschäftsklima-Index für Westdeutschland stieg im Februar von 86,3 Punkten auf 88,7 und damit zum vierten Mal in Folge, teilte das Münchner Ifo Institut am Vormittag mit. Analysten prognostizierten zuvor lediglich einen Anstieg auf knapp über 87 Zähler. Damit hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft weiter aufgehellt. Der Index gilt als wichtiger Maßstab dafür, wie die Unternehmen die wirtschaftliche Situation beurteilen.
Trotz des verbesserten Stimmungsbildes hat die Europäischen Zentralbank (EZB) aber nach Einschätzung des Ifo-Instituts noch genügend Spielraum für eine Senkung der Leitzinsen. "Der Druck auf die EZB ist nicht so groß wie vor einigen Monaten, doch sehen wir weiterhin Spielraum für eine Senkung", sagte Ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb der Nachrichtenagentur AFX.
Zu den größten Kursgewinnern gehörten die Technologietitel. Die Titel von Siemens (plus 2,8 Prozent auf 66,02 Euro) und Epcos (plus 2,5 Prozent auf 42,15 Euro) führten die Gewinnerliste an. Ein Aktienhändler sagte, Technologiewerte würden als erstes von einem Konjunkturaufschwung profitieren und hätten nach den deutlichen Kursverlusten im Vorjahr auch noch ein starkes Kurspotenzial nach oben.
Der Kursanstieg sei auf den Ifo-Index zurückzuführen, sagte Aktienmarkt-Analyst Alfred Kaiser vom Börsenmakler Nols. "Die Unternehmen sind jetzt positiver gestimmt. Das wird sich zeitverzögert auch in den Unternehmensgewinnen und -aussichten niederschlagen", sagte Kaiser. Technologiewerte könnten dann von höheren Investitionen profitieren, während sich ein verbessertes Börsenumfeld positiv auf die Finanzwerte auswirken dürfte. Anteile an der HypoVereinsbank und der Deutschen Bank stiegen jeweils um rund zwei Prozent.
- ProSiebenSat.1:Nur leichte Erholung erwartet
- manager-magazin.de:Das Geheimnis des Analysten - warum eine Negativ-Studie als kursbewegendes Element im Fall BHW angesehen wird.
Die Aktien der Deutschen Telekom gewannen ein Prozent auf 15,71 Euro. Nach Aussage von Händlern herrscht am Markt wieder Hoffnung, dass der Kabelnetzverkauf auch mit anderen Käufern als Liberty Media über die Bühne gehen könnte. Das Bundeskartellamt hatte am Montag die Übernahme der sechs TV-Kabelgesellschaften an den US-Konzern untersagt. "Es deutet alles darauf hin, dass die Telekom auch nach Liberty einen Käufer für ihr Kabelnetz finden wird", hieß es in Frankfurt. Nach Aussage von Telekom-Sprecher Ulrich Lissek hat der Telekomkonzern aber noch keine Gespräche geführt, da mit Liberty Exklusivität vereinbart worden sei. Nach deren Ablauf "stehen aber neue Gespräche zur Debatte".
Die Aktien des Düsseldorfer Stahlkonzerns ThyssenKrupp sind nach der Vorlage der Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal im frühen Handel unter Druck geraten, erholten sich im weiteren Verlauf aber wieder. Bis zum Mittag haben die Papiere ihr Minus wieder vollständig abgebaut und sind um 0,3 Prozent auf 16,90 Euro gestiegen. "Es liegt am Ausblick", sagte ein Aktienhändler in Frankfurt. Der Konzern hatte vor Handelsbeginn bekannt gegeben, dass er das angestrebte Umsatzniveau von 38 Milliarden Euro im laufenden Jahr wohl nicht halten werde. Eine konjunkturelle Erholung sei erst in der zweiten Jahreshälfte zu erwarten und werde sich daher höchstens auf das vierte Quartal auswirken können. "Die Zahlen sehen zwar desolat aus, liegen aber dennoch über den Erwartungen", sagte ein Analyst einer ausländischen Großbank. ThyssenKrupp habe zwar einen drastischen Gewinnrückgang hinnehmen müssen, den befürchteten Verlust aber "knapp" verhindern können.
Die Deutsche Lufthansa wird keine eigene Billigfluggesellschaft in ihren Konzern eingliedern. Ein solches Geschäftsfeld setze völlig andere Strukturen als die der Lufthansa voraus, sagte Netzmanagement-Vorstand Ralf Teckentrup dem "Handelsblatt". Die Aktie notierte nahezu unverändert auf 17,25 Euro.
In der zweiten Reihe präsentierte sich ProSiebenSat.1 nach einem positiven Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr freundlich. Die im MDax notierte Aktie stieg um 7,6 Prozent auf 8,50 Euro. "Bei 8,50 Euro trifft sich das Volk," sagte ein Wertpapierhändler. Die Zahlen hätten für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Neuigkeiten gebracht, aber der Ausblick habe über den Schätzungen der meisten Analysten gelegen. Ein anderer Börsianer sagte: "Die heutige Bewegung ist auch auf die Kurssprünge der vergangenen Tage zurückzuführen." Die Aktie war am vergangenen Freitag um knapp 28 Prozent gestiegen, nachdem die Fusionspläne der Senderfamilie mit der finanziell angeschlagenen Kirch-Gruppe verschoben wurden. Am Montag sackte die Aktie um sieben Prozent ab. "In den kommenden Wochen könnte die Aktie noch erheblich zulegen, denn das Unternehmen könnte eine wichtige Rolle bei der Kirch-Sanierung spielen," sagte ein Händler. Neben einem spanischen Sender könnten die Aktienpakete an ProSieben und dem Medienkonzern Springer ein wichtige Rolle bei der Sanierung spielen, hieß es.
Neuer Markt: D.Logistics-Kurs explodiert - Mobilcom-Kursverfall gestoppt
D.Logistics steigen nach Aufräumaktion im Vorstand
Der angeschlagene Logistikdienstleister D.Logistics überraschte am Vormittag mit einem Stühlerücken im Vorstand. Die Aktie schnellte daraufhin um über 40 Prozent auf 2,68 Euro nach oben und führte die Gewinnerliste im Auswahlindex Nemax 50 an. Das Unternehmen hat den erst Anfang Februar berufenen Vorstandschef Ernst Gumrich wieder entlassen. Der ausgeschiedene Vorstandsvorsitzende und Gründungsgesellschafter Detlef Hübner sei wieder mit der Aufgabe betraut worden, hieß es in einer Ad-hoc-Meldung. Zudem rief der Aufsichtsrat am späten Montagabend Hans Kröger und Lucia Mathe von ihren Vorstandsposten ab. Für sie kehrt Gründungsgesellschafter Heinz Fey in die Führungsetage von D.Logistics zurück. Die Gründungsgesellschafter hätten dem Unternehmen gegenüber ein weitgehendes finanzielles Engagement abgegeben, hieß es.
"Ich kann das nicht bewerten, ich kann nur sagen: Finger weg," sagte ein Händler zu dem Kursplus. "Es ist schon merkwürdig einen Vorstand zu holen und dann ein paar Tage später wieder rauszuwerfen", sagte ein Analyst in Frankfurt. Eigentlich müsse man eine etwas tiefer gehende Erklärung erwarten.
Ebenfalls deutliche Gewinne verbuchte die Internetagentur Pixelpark . Die Anteilsscheine verteuerten sich um 9,8 Prozent auf 5,49 Euro.
Unter Abgabedruck standen Primacom , Senator und Highlight Communications , die zwischen 3,7 und 1,5 Prozent verloren.
Mobilcom-Kursverfall gestoppt
Die angespannte Situation zwischen dem Büdelsdorfer Telekomunternehmen Mobilcom und dem Partner France Télécom hält an, der Kursverfall der Mobilcom-Aktie scheint aber zumindest vorerst gestoppt. Am Dienstagmittag erholte sich das Papier leicht um 0,9 Prozent auf 14,13 Euro.
Gute Vorgaben aus New York - Euro etwas schwächer
General Motors bringt Rallye in Fahrt
Der US-Aktienmarkt begann die Börsenwoche am Montag mit einer breiten Kurs-Rallye, die Händler mit positiven Ergebniserwartungen bei General Motors und anderen Spitzenunternehmen begründeten. Vor Handelsbeginn sagte der weltweit führende Autohersteller, er rechne dank der steigenden Nachfrage auf dem Heimatmarkt mit höheren Gewinnen im ersten Quartal und im Kalenderjahr 2002. Der 30 Standardwerte umfassende Leitindex Dow Jones stieg um 177,56 Punkte oder 1,8 Prozent auf 10.145; dies war der höchste Stand seit sieben Wochen.
Angeführt von Kurssteigerungen bei General Electric und Intel notierte der breiter angelegte S&P-500-Index um 19,59 Punkte oder 1,8 Prozent höher auf 1109 Zähler und die Nasdaq verbesserte sich um 45,34 Punkte oder 2,6 Prozent auf 1769 Punkte. "Das Schlimmste ist vorbei", sagte Eric McKissack, Manager des Ariel Appreciation Fund. "Die Anleger sind, was die Ergebnisse bei den Unternehmen betrifft, zuversichtlicher geworden".
Auch die Hoffnung des Marktes, US-Notenbankchef Alan Greenspan werde in einer für Mittwoch geplanten Rede die Rezession offiziell für beendet erklären, hätten die positive Stimmung unterstützt, sagten die Händler. Andere meinten jedoch, man dürfte von Greenspans Rede nicht all zu viel erwarten. Obwohl der Notenbankchef bereits im Januar auf Zeichen des Aufschwungs hingewiesen habe, habe er gleichzeitig auch auf die Risiken aufmerksam gemacht, die eine rasche Erholung gefährden könnten, hieß es.
Tokios Börse schwach
Die Aktienbörse in Tokio hat am Dienstag schwächer geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte verlor 93,84 Punkte oder 0,9 Prozent und ging beim Stand von 10.202 Zählern aus dem Markt. Der breitere Topix verlor 3,30 Punkte oder 0,3 Prozent und beendete den Handel beim Stand von 983 Punkten.
An diesem Mittwoch will die japanische Regierung ein neues Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des andauernden Preisverfalls vorlegen. Kernelement ist Medien zufolge die erneute Bereitstellung weiterer Steuergelder für Japans kapitalschwache Banken für den Fall einer "drohenden Finanzkrise". Zudem werde die Zentralbank des Landes aufgefordert, zur Überwindung der Deflation ihre geldpolitischen Zügel noch weiter zu lockern. An diesem Donnerstag wird in Tokio mit großer Spannung die nächste Sitzung der Bank von Japan erwartet.
Gute US-Konjunkturdaten setzen Euro unter Druck
Der Kurs des Euro bleibt nach guten US-Konjunkturdaten unter Druck und notierte am Dienstag unter dem Referenzwert des Vortages. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete gegen 11.45 Uhr 0,8694 Dollar. Selbst die guten Ifo-Zahlen haben die Währung nicht beflügeln können. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag bei 0,8724 (Freitag: 0,8747) Dollar festgesetzt. Überraschend gute Daten zum US-Immobilienmarkt hatten den Euro zum Wochenauftakt unter Druck gesetzt und unter die Marke von 0,87 Dollar fallen lassen.