Börse am Mittag Dax kann Boden gutmachen
Frankfurt am Main Der Dax notierte am frühen Nachmittag 0,8 Prozent fester bei 4953 Zählern. Der Nemax 50 kletterte um 0,7 Prozent auf 1224 Punkte. Nach den deutlichen Kursverlusten am Vortag deutet sich auch in den USA wieder eine leichte Entspannung an: Die Futures für S&P sowie für die Nasdaq stehen zwei Stunden vor Handelsbeginn leicht im Plus. Allerdings treibt die drohende Pleite des Energieriesen Enron den Anlegern an der Wall Street Sorgenfalten auf die Stirn.
Morgan Stanley stützt Versicherer
Vor allem die Versicherer Münchener Rück (plus 4,1 Prozent) und Allianz (plus 2,9 Prozent) bauten ihre Gewinne aus. Daneben zählten die Pharmatitel Fresenius und Schering zu den Gewinnern. Die Investmentbank Morgan Stanley hat Anlegern empfohlen, europäische Versicherer überzugewichten. Einer der Favoriten ist die Allianz.
Der Rückversicherer Münchener Rück hat die Dax-Spitze verteidigt, obwohl der Konzern die Schadenschätzung von 2,1 Milliarden Euro nach den Anschlägen am 11. September bekräftigt hat. In den ersten neun Monaten dieses Jahres sei ein Überschuss von 85 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Der Gewinn je Aktie liege bei 0,48 Euro je Aktie. Anleger sind offenbar erleichtert, dass die Schadensschätzung nicht erneut erhöht worden sind, und greifen im Zuge der Morgan-Stanley-Empfehlung zu.
Deutsche Telekom von Spekulationen unbeeindruckt
Das Bundeskartellamt hat einen Bericht von "Focus Online" dementiert, wonach es die geplante Übernahme des Fernsehkabels der Deutschen Telekom AG durch Liberty Media untersagt habe. Es sei weder eine Entscheidung getroffen, noch habe Liberty eine Abmahnung erhalten, sagte ein Behördensprecher am Donnerstag. Die wettbewerbliche Prüfung laufe nach wie vor. "Focus Online" hatte unter Berufung auf Unternehmenskreise gemeldet, das Kartellamt sehe keine Möglichkeit, den Kauf von zwei Dritteln des Telekom-Kabels zu genehmigen. Die T-Aktie kletterte am frühen Nachmittag um 2,2 Prozent auf 18,45 Euro und stieß in die Dax-Spitzengruppe vor.
Lufthansa fest, Versorger behauptet
Auch die Aktien der Lufthansa drehten am Vormittag um 1,1 Prozent ins Plus. Die Fluglinie will heute rückwirkend zum 1. November Kurzarbeit beantragen. Mit der Regelung würden Kündigungen vermieden, hieß es. Die Aktien der Versorger RWE und E.ON zeigten sich trotz erheblicher Unruhe im Sektor behauptet. Das Bundeskartellamt will die geplanten Mineralöl-Fusionen von Shell und DEA sowie von BP und Aral verbieten. Auch die drohende Pleite des US-Energieriesen Enron belastete die deutschen Versorger zunächst nicht.
Enttäuscht waren Analysten dagegen von den Quartalszahlen des Touristikkonzerns Preussag . Für das dritte Quartal legte Preussag ein Spartenergebnis (EBTA) von 485 Millionen Euro vor, das deutlich unter den Analystenerwartungen lag. "Die Zahlen haben nicht ganz die Prognosen erfüllt", sagte ein Händler. Man müsse aber berücksichtigen, dass das dritte Quartal traditionell das schwächste bei Preussag sei. Die Aktie gab am Vormittag rundzwei Prozent nach und zählte gemeinsam mit der Commerzbank zu den Verlierern im Index.
Die Aktien von Infineon , Epcos und Siemens konnten am frühen Nachmittag ihre Verluste spürbar reduzieren. Der Softwarehersteller SAP baute seine Gewinne sogar auf 1,5 Prozent aus.
Schwergewicht T-Online hält Nemax 50 im Plus
Der Internet-Provider T-Online baute im Handelsverlauf sein Plus auf mehr als elf Prozent aus und führte die Gewinnerliste im Nemax 50 an.
Der Logistiker Thiel Logistik wird ab April 2002 die Versorgung von derzeit 100 deutschen Burger-King-Filialen zu übernehmen. Das Gesamtvolumen des Burger-King-Auftrags bezifferte Thiel Logistik mit zirka 100 Millionen Mark. Die Aktie stieg zuletzt um 1,5 Prozent.
Der Softwareanbieter Brokat baute dagegen seine Verluste auf zehn Prozent aus und notierte bei 0,35 Euro. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, der vorläufige Insolvenzverwalter werde dem Amtsgericht Stuttgart in den nächsten Tagen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorschlagen.
Euro nahe 89 Cent
Trotz der negativen Vorgabe der Wall Street zog der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte am Mittwoch gegen Handelsende an und ging mit einem leichten Gewinn von 0,3 Prozent bei 10.655 Punkten aus dem Handel. Der Euro notierte fester mit 0,8899 Dollar nach 0,8845 Dollar am Vortag.