Börse am Mittag Dax reduziert Verluste
Frankfurt am Main Bei ruhigem Handel am Aschermittwoch hat der Dax zur Mittagszeit sein Minus auf 0,3 Prozent reduziert. Trotz der schwachen Vorgaben aus New York und Tokio bleiben Anleger weitgehend gelassen. Abstufungen zahlreicher US-Hightechunternehmen halten den Nemax 50 mit 1,8 Prozent Verlust weiterhin unter 2000 Zählern.
Zwar warten die meisten Anleger gebannt auf die Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan, doch sorgte die Walldorfer Software-Schmiede SAP bereits am Morgen für Bewegung im Dax. Das Unternehmen will alle Vorzugsaktien im Verhältnis 1:1 in Stammaktien umwandeln. An der Börse glichen sich die Aktien prompt an: Die Stammaktien schossen um 19 Prozent in die Höhe. Die höher bewertete Vorzugsaktie verlor zuletzt 2,2 Prozent auf 163 Euro.
Linde schwächer, T-Aktie legt Pause ein
Der Wiesbadener Technologie-Konzern Linde ist nach Vorlage der Geschäftsjahresbilanz Schlusslicht im Dax. Der Hersteller von Spezialgas hat im Geschäftsjahr 2000 den Gewinn vor Steuern um 15 Prozent auf 481 Millionen Euro gesteigert und will auch die Dividende erhöhen. Doch das Ergebnis lag nur am unteren Rand der Erwartungen der Analysten. Die Aktie gab um 4,4 Prozent nach.
Die Aktien von Epcos und Infineon gehörten mit Verlusten von rund drei Prozent ebenfalls zu den Verlierern. Die schwache Nasdaq und weitere Gewinnwarnungen aus den USA belasten besonders die Technologiewerte. Das US-Investmenthaus Goldman Sachs hat die Gewinnschätzungen für mehr als 30 Technologiewerte herabgestuft. Die Aktien von Avanex, Chartered Semiconductor und Altera verloren im nachbörslichen Instinet-Handel in den USA deutlich, nachdem die Firmen ihre Prognosen zurückgeschraubt hatten. Die T-Aktie hielt sich mit einem Minus von 0,9 Prozent noch wacker: Mit der Aufholjagd zum Wochenauftakt ist es jedoch erst einmal vorbei.
RWE nach guten Zahlen vorn
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- Bblick Analysen
Gewinner ist der Versorger RWE, der seinen Betriebsgewinn um 20 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gesteigert hat. Vorstandsvorsitzender Dietmar Kuhnt rechnet in Kürze mit grünem Licht für die Übernahme des spanischen Energieversorgers Hidrocantabrico. RWE zählte mit einem Plus von 1,2 Prozent zur Dax-Spitzengruppe. Stärkster Wert bis zum Mittag ist der Pharmakonzern Schering, der seinen Erholungskurs mit einem Plus von 1,6 Prozent fortsetzt. Auch der Versicherer Allianz und der Autobauer DaimlerChrysler legten zu: Neben der Vorliebe für defensive Werte überwog bei vielen Anlegern die Hoffnung, der Konzern werde die Chrysler-Krise meistern.
Durchsuchungen bei Metabox bestätigt
Am Neuen Markt steht Metabox im Blickpunkt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt nach Informationen des Prior Börsen-Briefes gegen das Hildesheimer Muldimedia-Unternehmen und hat die Firmenräume durchsucht. Es bestehe der Verdacht auf Kursmanipulation. Der Verdacht richte sich auf falsche Angaben in Unternehmensberichten. In ad-hoc-Meldungen hatte Metabox mehrfach Großaufträge von ungenannten Kunden bekannt gegeben, die nie zu Stande kamen. Metabox notiert nach massiven Verlusten zuletzt nur noch acht Prozent schwächer.
Spitzenreiter im Nemax 50 waren Comroad und Carrier mit jeweils rund drei Prozent Zuwachs. Am Neuen Markt konnte auch Jumptec zulegen. Das Unternehmen hat seinen Umsatz auf 60 Millionen Markt gesteigert und damit die Erwartungen übertroffen. Größter Verlierer im Nemax 50 ist Trintech mit erneuten Abschlägen von rund 20 Prozent: Die schwache Bilanz des Unternehmens drückt weiter.
Blick auf die USA
Die entscheidenden Impulse werden am Nachmittag aus den USA kommen. Heute um 15.30 Uhr spricht Notenbankchef Alan Greenspan vor dem Fachausschuss des Repräsentantenhauses über die wirtschaftliche Entwicklung in den USA. Die Rufe nach weiteren Leitzinssenkungen bereits vor dem 20. März sind immer lauter geworden: Greenspan hat sein Redemanuskript zwar kurzfristig geändert, doch hat der Herr des Geldes sich seine Strategie bislang selten von anderen diktieren lassen.
Außerdem werden am Nachmittag weitere Daten zum Bruttoinlandsprodukt der USA erwartet. In den USA ist das Vertrauen der Verbraucher weiter gesunken, der Index steht auf dem tiefsten Stand seit 1996. Die Angst vor einer Rezession wächst.
Am Devisenmarkt notierte der Euro deutlich fester. Sorgen über eine Abkühlung der US-Konjunktur und die Leitzinssenkung in Japan haben die Gemeinschaftswährung am Mittwoch auf Kurse über 0,92 Dollar kletteren lassen. Händler sagten, die Zinssenkung der japansichen Notenbank (BoJ) habe den Euro zum Yen und dadurch auch zum Dollar gestärkt. Der Rückgang der französischen Arbeitslosenzahl habe zudem die Ansicht verstärkt, die europäische Wirtschaft werde trotz der sich abkühlenden Weltkonjunktur robust bleiben. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehe nun die Rede von Greenspan. In der Spitze legte die Gemeinschaftswährung sogar bis auf 0,9223 Dollar zu.