Börse am Mittag: Dax wie verhext - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Dax wie verhext

Der große Verfallstermin für Futures und Optionen bestimmt das Geschehen im Dax. Der Index ist gegen Mittag deutlich ins Plus gedreht. Siemens und T-Aktie notieren fest, die Lufthansa legt trotz schlechter Nachrichten zu. Der Neue Markt verharrt aber im Minus.
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Frankfurt am Main - Der Verfallstermin ("Hexensabatt") für Indexfutures und Optionen an der Terminbörse Eurex hat am Freitag Händlern zufolge das Geschehen am deutschen Aktienmarkt maßgeblich bestimmt. Nachdem der Dax zunächst mit Kursverlusten bei den Technologiewerten deutlich unter Druck geraten war, drehte das Börsenbarometer bis zum Mittag ins Plus, gewann mehr als ein Prozent und notierte bei 4992 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax 50 hingegen standen mit einem Minus von 2,5 Prozent bei 1134 Punkten im roten Bereich.

"Der Anstieg ist nicht fundamental zu begründen, sondern kommt über den Future in den Markt", sagte ein Händler. Marktteilnehmer bewegten den Dax-Future in den Bereich von 5000 Punkten, und der Kassamarkt ziehe mit deutlichen Kurszuwächsen bei den Indexschwergewichten hinterher. An der eigentlich fundamental schlechten Stimmung habe sich jedoch nichts geändert, hieß es.

Die Aufwärtsbewegung des Dax stehe ganz im Zeichen des gegen Mittag anstehenden Verfalls der Indexfutures sowie Indexoptionen. "Wir hatten uns heute morgen weit von der Marke um 5000 Punkte entfernt, und einige versuchen jetzt, dieses Niveau wieder zu erreichen", sagte ein Händler. Für viele Marktteilnehmer, die Futurepositionen auf den Dax eingegangen waren, sei die 5000-Punkte-Marke wichtig. In der um 13.00 Uhr beginnenden Mittagsauktion auf dem elektronischen Handelssystem Xetra werden die Abrechnungspreise für die Indexfutures und -optionen ermittelt.

"Ich gehe mal davon aus, dass sich danach die Situation wieder normalisiert und der Markt wieder nachgeben wird", fügte der Händler hinzu. In der Schlussauktion am Abend werden zudem die Abrechnungspreise für die Aktienoptionen ermittelt.

Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike hatte nach Börsenschluss erfreuliche Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Konkurrent Adidas-Salomon   gaben zwar nach, notierten aber noch mit 1,40 Prozent fester auf knapp 81,21 Euro.

Zu den größten Verlierern am deutschen Markt gehörten die Aktien von Epcos   mit einem Minus von 3,8 Prozent. Infineon   notierten kaum 0,45 Prozent schwächer auf 22,10 Euro. Die übrigen Technologiewerte notierten zur Mittagszeit nach einem zuvor schwächeren Verlauf deutlich fester. Siemens stiegen um 1,20 Prozent auf knapp 70 Euro.

Auch die Aktien der Deutsche Telekom   zogen um 1,64 Prozent auf 19,17 Euro an. "Vor allem die Indexschwergewichte werden jetzt hochgezogen, damit der Aktienmarkt dem Future in Richtung 5000 Punkte folgen kann", kommentierte ein Händler das wechselhafte Geschehen am Markt.

Die Deutsche Lufthansa   gerät in der aktuellen Luftfahrtkrise weiter unter Druck. Vor allem der Umsatzeinbruch ihrer Cateringtochter LSG Sky Chefs schlage voll auf das Konzernergebnis durch, berichtet das "Handelsblatt" am Freitag aus unternehmensnahen Kreisen. Nach einem schwachen Start drehte die Aktie ins Plus und setzte sich dann mit einem Plus von vier Prozent auf knapp 15 Euro sogar an die Spitze des Dax.

Der Vorstand der am Neuen Markt notierten m+s Elektronik   hat Insolvenzantrag beantragt, nachdem die Lieferanten die Belieferung weitgehend eingestellt haben. Zuvor hatten die Kreditversicherer mitgeteilt, nicht wieder in den Versicherungsschutz für die Lieferanten einzutreten. Die Aktie war am Vormittag zeitweilig vom Handel ausgesetzt und stürzte danach weiter ab. Zuletzt betrug das Minus rund 46 Prozent auf 0,37 Euro ab.

Euro gibt nach

Der Euro wurde bei 0,8951 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 0,8973 (Mittwoch: 0,8983) Dollar festgesetzt.