Börse am Mittag: Dax wird nach unten durchgereicht - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Dax wird nach unten durchgereicht

Der Dax rauscht durch wichtige Unterstützungsmarken und markiert zeitweise ein Zweijahrestief. MLP ist im freien Fall, die T-Aktie fällt unter 18 Euro. Für Bayer gibt es weitere schlechte Nachrichten.
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Frankfurt am Main - Der Dax baute am Mittag seine Verluste auf 1,1 Prozent aus und fiel bei 5298 Zählern zeitweise auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Nach dem Fall der Unterstützungsmarke bei 5350 Punkten sehen Charttechniker rot. Der Nemax 50 drehte um 0,4 Prozent ins Minus bei 1069 Punkten. Die Stimmung könnte kaum schlechter sein, sagten Händler.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten am Vormittag BASF, Henkel und Adidas mit bescheidenen Gewinnen von 0,5 Prozent. Bayer drehte am Mittag erneut ins Minus. Inzwischen wird mit mehr als 52 Todesopfern im Zusammenhang mit dem Medikament Lipobay gerechnet. Auch in Frankreich ist eine Klage eingereicht worden.

Impulse aus USA verpufft

Hiobsbotschaften von den Branchenriesen Hewlett Packard und Dell sind zwar ausgeblieben. HP konnte die Erwartungen nach US-Börsenschluss leicht übertreffen, während Dell im Rahmen blieb. Die Wirkung der Kursgewinne an der Wall Street ist an den deutschen Börsen jedoch in wenigen Minuten verpufft. Auch die Aussicht auf Zinssenkungen der US-Notenbank am 21. August konnte die Talfahrt nicht aufhalten.

T-Aktie: Rätsel um Großverkauf gelöst

Die T-Aktie fiel am Mittag um 1,9 Prozent auf 17,65 Euro. Das Rätsel um den Großverkauf von T-Aktien ist gelöst: Verkäufer der von der Deutschen Bank platzierten 44 Millionen Aktien der Deutschen Telekom ist offenbar die Hongkonger Hutchison-Whampoa-Gruppe. Ein Termingeschäft zwischen Hutchison und Deutscher Bank soll dabei geholfen haben, die Haltefrist zu umgehen.

Der Finanzvorstand der Deutschen Telekom, Karl-Gerhard Eick, glaubt nicht, dass Hutchison-Whampoa die Haltevereinbarungen verletzt hat. Die Hongkonger-Gruppe hätte vor dem Vollzug der VoiceStream-Übernahme am 31. Mai 36 Millionen Aktien abstoßen können. Eine Erhöhung des Volumens auf 44 Millionen Aktien bedürfe jedoch der Aufklärung.

Weiterer Rückfluss zu verkraften?

Eick gibt sich vor dem erwarteten Rückfluss von T-Aktien aus dem Besitz von Altaktionären der neuen US-Tochter VoiceStream gelassen. Er rechnet damit, dass von den neuen Großaktionären der Telekom nach Ablauf einer Haltefrist am 1. September rund 80 Millionen Anteile auf den Markt kommen. Selbst 100 Millionen Stück dürften den Markt nach seinen Worten nicht beeindrucken. Börsianer sind dagegen skeptisch.

Ausverkauf bei MLP

Größte Verlierer im Dax waren am Mittag die Deutsche Lufthansa (minus 4,1 Prozent) und der Finanzdienstleister MLP mit einem Verlust von 11,9 Prozent auf 74,08 Euro. Der Dax-Neuling ist hoch bewertet. Anleger sichern angesichts des Kursrutsches offenbar Gewinne, und Hedgefonds spekulieren darauf, dass MLP diese Sonderbewertung nicht halten kann. Eine Verkaufsempfehlung von JP Morgan und das Auslösen zahlreicher Stopp-Loss-Marken beschleunigten die Talfahrt von MLP.

Altana legt zu, Übernahmepoker um BGB

Im Nebenwerteindex Mdax kletterte Altana zuletzt um 7,6 Prozent auf 47,50 Euro. Das Pharma-Unternehmen hat Erfolge beim Test eines neuen Lungenmedikaments gemeldet und stemmte sich gegen die sehr schwachen Märkte.

Die Offerte einer privaten Investorengruppe für die angeschlagene Bankgesellschaft nützt der Aktie bislang nichts: Sie gab um 4,4 Prozent bei 8,20 Euro nach. Vertreter des neuen Kaufinteressenten ist der ehemalige Investment-Banker bei Goldman Sachs und jetzige Direktor der japanischen Shinsei Bank, Christopher Flowers. Die Investorengruppe wolle mindestens 75 Prozent an der BGB kaufen. Ein Angebot des Partners Nord LB hatte den Kurs der im MDax notierten Aktie bereits in den Vortagen in die Höhe getrieben.

Neuer Markt: Primacom legt zu, Pixelpark bricht ein

Der Neuen Markt ist auf dem Weg zu neuen Rekordtiefs. Der Kabelnetzbetreiber Primacom hat eine Übernahme durch Liberty inzwischen dementiert, die Kursgewinne reduzierten sich auf 7,1 Prozent. Liberty Media hat nach einem Bericht der "FTD" offenbar Interesse an der Übernahme des Kabelnetzbetreibers. "Ich halte das nicht für wahrscheinlich, denn Liberty Media ist auch an dem PrimaCom-Partner UPC beteiligt", sagte ein Händler in Frankfurt. Die niederländische UPC stehe selbst kurz vor einer angekündigten Übernahme der PrimaCom.

Der Internet-Dienstleister Pixelpark brach nach schwachen Quartalszahlen um knapp zehn Prozent auf 4,55 Euro ein. Das Unternehmen hatte bei 23 Millionen Euro Umsatz einen Verlust von 20,9 Millionen Euro gemeldet.

Euro etwas schwächer

Der Euro notierte am Mittag bei 0,9159 Dollar. Am Vorabend hatte die Gemeinschaftswährung bei 0,9189 Dollar notiert.