Börse am Mittag: Eon-Aktie mit Kanzlerbonus - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börse am Mittag Eon-Aktie mit Kanzlerbonus

Eons Aktie profitiert von der ruhigen Hand des Kanzlers. Die Technologiewerte leiden unter den schlechten Vorgaben von IBM und Microsoft: Besonders Infineon baut seine Verluste aus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main –Der Dax lag am Vormittag rund ein Prozent in der Verlustzone und notierte bei 5083 Zählern. Die im Nemax 50 notierten Wachstumswerte blieben mit 1,6 Prozent auf 1160 Zählern in der Verlustzone.

Die Zahlen der Schwergewichte Microsoft und IBM sorgen nach der Erholung gestern für einen erneuten Dämpfer. Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten der Energieversorger Eon   und die Pharmewerte Fresenius   und Schering   .

Eon und Ruhrgas: Regierung drückt aufs Tempo

Der Energieversorger Eon   kann angeblich auf die helfende Hand des Bundeskanzlers hoffen. Das Bundeskartellamt will nach Informationen des "Handelsblatts" am kommenden Montag die Machtübernahme des Düsseldorfer Energieversorgers bei der Essener Ruhrgas untersagen. Der Bundeswirtschaftsminister werde die Kartellwächter jedoch überstimmen und eine Ausnahmegenehmigung erteilen. Das meldet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Branchenkreise.

Technologie unter Druck

Sowohl der weltgrößte Software-Hersteller Microsoft   als auch der weltgrößte PC-Hersteller IBM   haben nach US-Börsenschluss einen Gewinnrückgang gemeldet. Bei Microsoft drückten hohe Prozesskosten im Kartellverfahren auf den Quartalsgewinn, während IBM unter einer schwachen PC-Nachfrage litt. Die Technologiewerte SAP, Siemens   , und Infineon   bauten am Vormittag ihre Verluste aus.

Infineon: Nervosität vor der HV

Die Aktien des Chipherstellers Infineon   waren mit einem Verlust von 4,5 Prozent größter Verlierer im Index. Der Halbleiterhersteller legt am kommenden Montag seine Geschäftszahlen vor. Infineon hat nach der Einschätzung von Analysten im abgelaufenen Quartal wieder tiefrote Zahlen geschrieben, die Verluste verglichen mit dem vorangegangenen Vierteljahr aber eingedämmt.

Porsche: Immun gegen die Flaute

Der Sportwagenhersteller Porsche hat im vergangenen Quartal seinen Umsatz um sechs Prozent und das Ergebnis um zehn Prozent gesteigert. Der Gewinn im ersten Halbjahr lag bei 154 Millionen Euro. Trotz der Konjunkturschwäche strebt das Unternehmen ein Jahresergebnis auf Vorjahresniveau an. Ob der Funke auch auf die anderen Autowerte überspringt, ist aufgrund der Sonderstellung des ertragsstarken Luxuswagen-Herstellers zweifelhaft.

Im Dax gab DaimlerChrysler   zum Auftakt 0,5 Prozent nach, da Chrysler am Donnerstag 76.143 Jeep Cherokee zurückrufen musste. Auch BMW   zeigte sich rund ein Prozent schwächer. Lediglich Volkswagen   zeigte sich gegen den schwachen Trend behauptet.

Gewinnmitnahmen bei Commerzbank

Die Commerzbank   hatte gestern knapp zehn Prozent zugelegt und litt am Freitag unter Gewinnmitnahmen: Die Münchener Rück   hat ihren Anteil an der Commerzbank von fünf auf 10,4 Prozent erhöht. Anleger spekulieren nun auf eine Fusion der Commerzbank mit der HypoVereinsbank   , an der die Rückversicherung mit 5,1 Prozent beteiligt ist. Auch HypoVereinsbank und Deutsche Bank gaben zum Wochenschluss einen Teil ihrer Vortagesgewinne wieder ab.

T-Mobile im Juni an die Börse?

Die T-Aktie   konnte sich dem schwachen Trend in der Branche nicht entziehen und notierte rund 1,5 Prozent schwächer, nachdem sie am Vortag 4,4 Prozent zugelegt hatte. Nach Meinung von Händlern waren viele Anleger überrascht über die gute Entwicklung der Kundenzahlen bei den Mobilfunktöchtern T-Mobile, One2One und Voicestream. Die Deutsche Telekom will ihre Mobilfunktochter T-Mobile International im Juni oder November an die Börse bringen. Voraussetzung sei aber, dass sich die Börse in besserer Verfassung zeige, sagte Vorstandschef Ron Sommer der FAZ.

Neuer Markt: Kaum jemand im Plus

Zu den wenigen Gewinnern im Nemax 50 zählten am Vormittag Balda   und Qiagen   , die jeweils rund ein Prozent zulegten. Das Schwergewicht T-Online   gab nach den Gewinnen am Vortag wieder nach: Die Muttergesellschaft Deutsche Telekom hatte bekannt gegeben, der Internetdienstleister habe im vierten Quartal 900.000 Neukunden gezählt und damit den stärksten Kundenzuwachs des vergangenen Jahres verbucht.

Nikkei fester, Euro kaum verändert

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Freitag nach den guten Vorgaben der Wall Street Gewinne verbucht. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte legte 165,14 Punkte oder 1,63 Prozent zu und ging beim Stand von 10.293,32 Punkten aus dem Markt. Innerhalb der vorausgegangenen sieben Handelstage hatte der Nikkei um mehr als 800 Punkte nachgegeben.

Der Kurs des Euro notierte am Freitagvormittag bei 0,8808 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Donnerstag bei 0,8819 Dollar festgesetzt.