Börse am Mittag: Epcos sticht eigene Familie aus - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Epcos sticht eigene Familie aus

Dax und Nemax pendeln weiter um ihre Vortagesniveaus. Linde, Volkswagen und Epcos können jedoch kräftig zulegen.
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Frankfurt am Main - Bei lustlosem Handel blieb der Dax nahezu unverändert bei etwa 6165 Punkten. Die Wachstumswerte im Nemax-50 hielten sich bei 1824 Punkten, rund 0,2 Prozent im Plus.

Die Dresdner Bank hat im ersten Quartal 2001 weniger verdient als von Analysten erwartet. Der Gewinn vor Steuern sei in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres um 2,4 Prozent gestiegen auf 253 Millionen Euro, teilte das Institut am Freitag vor Handelsbeginn mit.

Der Gewinn nach Steuern sei um 19,5 Prozent geklettert auf 159 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt beim Vorsteuerergebnis jedoch 335 Millionen Euro und einen Gewinn nach Steuern von 232 Millionen Euro erwartet. Das Handelsergebnis fiel den Angaben zufolge um 15,7 Prozent auf 451 Millionen Euro. Die Aktie fiel um 0,33 Prozent auf rund 51 Euro ab.

Ohne fundamentale Neuigkeiten gehörten die Papiere von Linde mit einem Kursplus von rund zwei Prozent auf 51,10 Euro zu den Gewinnern im Dax. Ebenfalls in der Dax-Spitze standen die Papiere von Volkswagen mit Aufschlägen von 1,82 Prozent auf 57,53 Euro.

Für die Deutsche Post ist der heutige Freitag ein wichtiger Tag: Auf der Tagesordnung des Bundesrats in Berlin steht unter anderen auch die geplante Verlängerung des Briefmonopols. Mehrere Bundesländer haben aber bereits ihren Widerstand angekündigt. Rheinland-Pfalz und Hessen drohten der Bundesregierung mit einer Klage, wenn das Post-Monopol verlängert werde. Die Aktie setzte ihren Aufwärtstrend vom Vortag fort und stieg um 1,42 Prozent auf 18,62 Euro.

Die Technologiewerte im Dax notierten uneinheitlich. Epcos legten 1,86 Prozent auf 74,51 Euro zu und belegten damit Platz zwei im Dax. Infineon, SAP und die T-Aktie verharrten nahezu unverändert auf ihrem Vortagesschluss-Kurs. Siemens-Papiere konnten um 0,65 Prozent leicht auf knapp 85,15 Euro zulegen.

Das Neue-Markt-Unternehmen CE Consumer ist trotz des schwächelnden Halbleitermarkts mit Vollgas ins laufende Geschäftsjahr gestartet und hat gute Geschäftszahlen vorgelegt. Vorstandsvorsitzender Erich Lejeune erwartet weiterhin ein sehr gutes Jahr. Die Aktie gehörte am Morgen zu den größten Gewinnern im Nemax-50, fiel dann aber auf Grund von Gewinnmitnahmen auf den letzten Platz des Index und verzeichnete Kursabschläge von 11,42 Prozent auf 11,25 Euro.

Auch am Freitag standen die Papiere von Constantin Film unter Verkaufsdruck. Das Unternehmen hatte am Vortag die Planzahlen für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Die Aktie war mit einem Verlust von mehr als 20 Porzent aus dem Handel gegangen. Gegen Mittag gab der Wert weitere zwei Prozent auf knapp 15 Euro ab.

Der Hersteller von Produktionsmaschinen für optische Speichermedien, Steag Hamatech, meldete schwache Zahlen für das erste Quartal. Der Umsatz sei auf 26 Millionen Euro nach 83,7 Millionen Euro im Vorjahresquartal gesunken, teilte das im Blue-Chip-Index des Neuen Marktes Nemax-50 gelistete Unternehmen am Freitag in einer Pflichtveröffentlichung mit. Beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) rutschte Steag nach einem Gewinn von 19 Millionen Euro mit 5,2 Millionen Euro in die Verlustzone. Der Ausblick allerdings ist optimistisch. Für das Gesamtjahr hat das Nemax-50-Unternehmen schwarze Zahlen angekündigt. Der positive Ausblick bescherte der Aktie ein Kursplus von zuletzt 2,72 Prozent auf 15,51 Euro.

Zu den Gewinnern des Nemax-50 gehörten ebenso die Titel von Comdirect, die sich um 3,65 Prozent auf 14,20 Euro verteuerten. Die Aktie hatte gestern nach schwachen Quartalszahlen im Minus geschlossen. Auf der Gewinnerseite standen auch die Titel des Konkurrenten Direkt Anlage Bank, die um 2,85 Prozent auf 23,13 Euro zulegten. Die Papiere von Consors mussten hingegen 2,20 Prozent auf 29,36 Euro abgeben.

Die Ergebnisse der ersten drei Monate ließen die Anteilsscheine von IM Internationalmedia zuletzt noch um 1,3 Prozent auf 24,66 Euro sinken. Am Vormittag hatten die Verluste zeitweilig rund sechs Porzent betragen. Mit einem Umsatz von 10,3 Millionen Euro und einem Konzernergebnis von 600.000 Euro sieht sich das Unternehmen nach eigenen Aussagen im Plan.

Statt des den Anlegern in Aussicht gestellten Gewinns von 2,4 Millionen Mark wies Vorstandschef des Onlinebuchhändlers Lipro, Dieter Küchler, am Freitag einen Verlust von 25,6 Millionen Mark aus. Auch die Planungen für das laufende Geschäftsjahr wurden heruntergeschraubt. Der geplante Umsatz halbiert sich demnach nahezu auf 35,9 Mio. Euro. Ebenso soll das Ergebnis vor Steuern (EBT) von bisher 18,00 Mio Euro auf 9,2 Millionen Euro sinken. Finanzvorstand Reinhard Kramer wird seine Tätigkeit am Ende des Monats beenden. Der Anteilsschein gab zuletzt um rund 17 Prozent auf 1,62 Euro nach.

Die auf die Vermarktung von Trickfilmen und auf Merchandising spezialisierte RTV Family Entertainment hatte vor dem Börsenstart die Jahresplanung heruntergeschraubt, bleibt nach den überarbeiteten Zahlen weiter profitabel. Der bisher für den Vertrieb zuständige Vorstand John Travers wurde entlassen. Die Aktie fällt um rund 15 Prozent auf 2,50 Euro.