Börse am Mittag: Euro fällt immer tiefer - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Euro fällt immer tiefer

Die Blue Chips gewinnen wieder an Fahrt. SAP und Deutsche Telekom stehen oben in der Gewinnerliste. Infineon leidet unter negativen Analystenkommentaren.
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Frankfurt am Main - Der Dax hat sich im Handelsverlauf ins Plus retten können und legte bis zum frühen Nachmittag rund 0,2 Prozent auf etwa 6280 Punkte zu. Weiter im Minus notierten die Wachstumswerte. Der Nemax 50 gab rund ein Prozent ab und blieb damit wieder deutlich unter der 2000-Punkte-Marke.

Die Börse reagierte damit auf die Futures der Wall Street, die ins Plus drehten und auf eine freundliche Eröffnung in New York deuteten. Zudem haben die schwachen deutschen Konjunkturdaten, die am Morgen veröffentlicht wurden, erneute Zinsfantasien entfacht. Die Europäische Zentralbank kommt heute zu ihrer regulären Ratssitzung zusammen.

SAP profitierte von einem Bericht über eine mögliche Zusammenarbeit mit IBM. Die Titel gewannen 1,4 Prozent auf 180,50 Euro. Die Software-Schmiede und der amerikanische Computerriese sind einem Bericht der "Financial Times" zufolge in Gesprächen über eine Allianz bei E-Business-Systemen. Eine solche Verbindung sähe vor, dass SAP der bevorzugte Lieferant von E-Business-Lösungen für IBM-Kunden würde, während IBM im Gegenzug eine Umsatzbeteiligung erhielte.

Die Infineon-Aktie war mit einem Abschlag von 3,7 Prozent auf 44,20 Euro der größte Verlierer im Dax. Vorstandschef Ulrich Schumacher hatte sich am Dienstag auf einer Analystenkonferenz negativ zu den Aussichten auf dem Speichermarkt geäußert. Daraufhin revidierten mehrere Investmenthäuser ihre Gewinnschätzungen für das Halbleiterunternehmen nach unten. Die Titel der Konzern-Mutter Siemens verbilligten sich um 0,7 Prozent auf 90,03 Euro. Die von Epcos verloren 2,7 Prozent auf 77,45 Euro.

Deutsche Bank-Aktien verteuerten sich um 0,6 Prozent auf 94,42 Euro und nahmen damit die Spitze in der Dax-Gewinnerliste ein. "Viele Analysten sehen das Papier des deutschen Bankenprimus im Vergleich mit amerikanischen Häusern als moderat bewertet", erklärte ein Aktienhändler. Zudem profitierten besonders zinssensitive Werte von der weiterhin bestehenden Zinssenkungsfantasien in den USA und Europa, fügte er hinzu.

Die T-Aktie präsentierte sich nach Vorlage der vollständigen Quartalszahlen fest. Das Papier des Bonner Riesen legte 1,3 Prozent auf 27,21 Euro zu. Im ersten Quartal 2001 hat die Telekom einen Konzernverlust von 358 Millionen Euro eingefahren. Gegenüber den letzten drei Monaten des Vorjahres verbesserte sich das Ergebnis allerdings um mehr als 600 Millionen Euro. Abschreibungen auf Firmenwerte sowie Zinsen für die UMTS-Mobilfunklizenzen hätten die Ertragslage belastet.

Mit 0,6 Prozent im Plus bei 41,98 Euro notierten die Anteilsscheine von RWE. Der Versorger steigt in den Energiemarkt Österreichs ein. Die hundertprozentige Konzerntochter RWE Plus übernimmt 49 Prozent an der bisher landeseigenen Kärntener Energie Holding (KEH).

Die Continental-Aktie legte am Tag der Hauptversammlung um 1,5 Prozent auf 17 Euro zu. Das Unternehmen erwartet, die Zustimmung für den geplanten Ausbau des Konzerns zu bekommen. Der Vorstand hat eine Option für eine Kapitalerhöhung um 166 Millionen Euro beantragt. Die Aktie legte 1,2 Prozent auf 16,95 Euro zu.

Neuer Markt verliert kräftig

Die Wachstumswerte legten nach der Minirallye der vergangen Tage eine Erholungspause ein. "Im Moment ist etwas Luftholen angesagt - vielleicht für den Weg nach oben", meinte ein Münchner Händler. Der Nasdaq-Future sei im Minus, und zudem warteten Marktteilnehmer die EZB-Zinsentscheidung am Mittwochnachmittag ab. Eine Zinssenkung erwarte allerdings keiner, fügte er hinzu. "Es schaut im Moment nach leichter Konsolidierung nach den letzten Tagen aus. Aber die Grundstimmung bleibt positiv." Schwächster Wert im Nemax 50 waren die Aktien von Pixelpark, die 7,3 Prozent auf 9,90 Euro verloren.

Unter Abgaben litten auch die Papiere von Biodata. Sie verloren 4,1 Prozent auf 30,30 Euro. Brokat-Titel brachen mit minus 5,1 Prozent auf 8,40 Euro weiter ein. Finanzvorstand Michael Janssen hatte angekündigt, dass das Unternehmen einen strategischen Investor suche.

Trintech hat an die deutlichen Vortagesgewinne angeschlossen. Die Papiere des Herstellers von Sicherheitslösungen für den Zahlungsverkehr verteuerten sich um 7,8 Prozent auf 3,75 Euro.

T-Online notierten schwächer. Die Aktie verlor 2,2 Prozent auf 13,21 Euro. Das Internet-Portal hat nach einem Bericht des "Wall Street Journal" offenbar Interesse am Portalgeschäft von Excite At Home in Europa.

Um 1,9 Prozent auf 10,70 Euro gaben die Papiere der CE Consumer Electronics ab. In einer Pflichtmitteilung hatte der Chip-Broker am Morgen berichtet, ein weltweites, 1,25 Millionen Aktien starkes Stockoptions-Programm gestartet und ein neues Vorstandsmitglied berufen zu haben.

Die Met@box-Aktie ist zu einem Spielball der Zocker verkommen. Der Hersteller von Set-Top-Boxen für interaktives Fernsehen hatte am Vortag ein Insolvenzverfahren beantragt und litt danach unter enormen Kursverlusten. Am Mittwoch pendelte das Papier nervös um den Vortagesschlusskurs.

Euro fällt immer tiefer

Der Euro hat nach einer kurzen Verschnaufpause am Morgen wieder verloren. Die Währung notierte um 12.15 Uhr mit 0,8581 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Dienstag den Referenzkurs auf 0,8685 Dollar festgesetzt.