Börse am Mittag Finanztitel auf Erholungskurs
Frankfurt am Main - Der Dax legte zum Mittag weiter zu und notierte um 12.30 Uhr mit 0,8 Prozent im Plus bei 5628 Zählern. Das Geschäft sei eher träge, sagten Händler. Hohe Umsätze erzielten dagegen die Aktien der Siemens-Familie. Am Neuen Markt kletterte der Nemax 50 um 4,6 Prozent auf 1115 Punkte.
Nach Vorlage der Geschäftszahlen verlor die Epcos-Aktie 2,6 Prozent auf 49,47 Euro.Bauelemente-Hersteller hat im dritten Quartal 2000/01 wie angekündigt einen Gewinnrückgang verbucht und seine Prognose für das Gesamtjahr nach unten geschraubt. Mit dem ausgewiesenen Rückgang des Ebit-Gewinns von 63 Prozent auf 34 Millionen Euro im Zeitraum April bis Juni lag Epcos im Rahmen der Schätzungen von Analysten.
"Die Ebit-Zahlen haben mich nicht überrascht", erklärte Ingo Queiser, Analyst bei Julius Bär. "Dagegen haben wir beim Umsatz, der im dritten Quartal bei 440 Millionen Euro lag, mit 484 Millionen Euro deutlich mehr erwartet", sagte der Branchenexperte. Der Auftragseingang mit 153 Millionen Euro im Berichtszeitraum sei "katastrophal". Die Bank hatte in ihrer Schätzung mit 400 Millionen Euro gerechnet. "Im vierten Quartal werde wahrscheinlich ein Verlust verbucht", erwartet Queiser, der die Aktie derzeit mit "Reduzieren" eingestuft hat. "Für das laufende Geschäftsjahr zeichne sich wahrscheinlich nur eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau ab.
Die Geschäftszahlen der HypoVereinsbank hat der Markt besser aufgenommen, obwohl die Bank ihre ehrgeizigen Ziele im ersten Halbjahr verfehlt hatte. Der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen sei im ersten Halbjahr zwar um 6,1 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Bank mit. Die Eigenkapitalrendite fiel aber auf 7,4 Prozent zurück und blieb damit weit unter der angestrebten Rendite von zehn bis zwölf Prozent. Die Aktie legte dennoch zwei Prozent auf 49,08 Euro zu. Im Vorfeld hatte der Titel stark nachgegeben, da Börsianer mit sehr schwachen Zahlen gerechnet hatten.
Die Gewinnerliste im Dax führte der Allfinanzkonzern Allianz an. Das Papier notierte mit 2,2 Prozent im Plus auf 315,07 Euro. Auch die Rivalen Münchner Rück, Deutsche Bank und Commerzbank präsentierten sich freundlich.
Nachdem Konkurrent Puma im zweiten Jahresviertel Umsatz- und Gewinnsteigerungen bekannt gegeben hatte, verloren Adidas-Salomon. Die Anteilsscheine des Sportartikel-Herstellers gaben 0,7 Prozent auf 74,16 Euro nach.
Siemens-Aktien gewannen 1,7 Prozent auf 58,38 Euro, obwohl die einflussreiche Investmentbank Goldman Sachs zuvor das Kursziel für den Titel drastisch von 85 auf 55 Euro gesenkt hatte. Die Titel der Konzerntochter Infineon verteuerten sich um 0,6 Prozent auf 27,25 Euro. Der Chiphersteller hatte am Morgen Gerüchte bestätigt, dass im Rahmen von Kosteneinsparungen 5000 Stellen abgebaut werden sollen.
Weiter auf Erholungskurs war auch der Dax-Neuling MLP. Die Anteilsscheine des Finanzdienstleisters kletterten um annähernd 0,9 Prozent auf 92,28 Euro.
EM.TV legt Zahlen vor
Am Neuen Markt überraschte EM.TV mit der Vorlage seiner Zahlen für das erste Quartal. Der Bericht verspätete sich um einige Monate. Bei einem Umsatz von 237 Millionen Mark erzielte das Unternehmen ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von minus 44 Millionen Mark. Marc Roehder, Medienspezialist der HSBC Trinkaus & Burkhardt, zeigte sich von den Zahlen enttäuscht: "Es ist keine Aussage über das Kerngeschäft und auch kein Statement zur Strategie". Dabei sei das Kerngeschäft, die Vermarktung der Filmrechte, wahrscheinlich schlecht gelaufen: "Aber ohne nähere Informationen bleibt dies nur ein Gefühl".
Das Ergebnis von Zinsen und Steuern (Ebit) sei nur deswegen mit 47 Millionen Mark positiv, weil sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 163 Millionen Mark reingebucht worden seien. "Wenn man diese heraus rechnet ergibt sich ein negatives Ebit von immerhin 116 Millionen Mark." Er empfiehlt seit Dezember, die Aktie zu verkaufen "und das bleibt auf jeden Fall solange so, bis wir das Kerngeschäft beurteilen können". Die Aktie stieg dennoch um über 42 Prozent auf 4,30 Euro.
Die Mobilcom-Aktie kletterte um fünf Prozent auf 12,39 Euro. Nach Informationen des "Handelsblatts" steht der Vorstandsvorsitzende Gerhard Schmid kurz davor, seinen Anteil an Mobilcom aufzustocken. Grund sei die geplante Übernahme der Hutchison Telecom GmbH.
Euro knapp behauptet
Der Euro hat zum Mittag leicht verloren. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete gegen 12 Uhr in Frankfurt 0,8788 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Vortag den Referenzkurs auf 0,8793 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2243 Mark.