Börse am Mittag Gewinnmitnahmen bei EM.TV
Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte machten gegen Mittag ein wenig Boden gut, standen aber noch im roten Bereich. Der Dax verzeichnete Verluste von 0,6 Prozent auf 6099 Zähler. Die Wachstumswerte im Nemax 50 gaben nach ihrer guten Vorstellung am Vortag (plus 3,1 Prozent) noch 1,6 Prozent auf 1728 Punkte nach.
Nur wenige Werte im Dax standen bei geringen Kursaufschlägen im Plus. Die Papiere der Allianz und der Dresdner Bank, die am Donnerstag schon glänzten, gehörten weiterhin zu den Gewinnern. Allianz legten um 2,01 Prozent auf rund 337 Euro zu und führten damit die Gewinnerliste im Dax an. Der Wert profitierte dabei von einer positiven Beurteilung der Deutschen Bank. Die Dresdner Bank-Papiere verteuerten sich um 1,15 Prozent auf 52,70 Euro. Zu den Gewinnern im Dax zählten auch die Aktien des Spezialchemie-Konzerns Degussa mit einem Kursplus von 1,54 Prozent auf 34,20 Euro.
Technologiewerte konnten ihre Verluste zum Teil reduzieren, zählten aber fortgesetzt zu den größten Verlierern im Dax. Die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon gaben um 1,66 auf 40,22 Euro nach. Siemens-Anteilsscheine verbilligten sich zuletzt um rund zwei Prozent, Epcos wurden 2,3 Prozent niedriger bei 70,85 Euro gehandelt. SAP fielen um 2,4 Prozent auf rund 164 Euro.
Die T-Aktie konnte sich wieder leicht berappeln und verringerte ihre Verluste auf rund ein Prozent bei 24,36 Euro. Am Vortag war das Papier mit einem Kursplus von 3,32 Prozent aus dem Handel gegangen.
Vermutlich färbte auf die T-Aktie der gegenwärtige Kurssturz der niederländischen KPN ab, die rund 18 Prozent auf 9,20 Euro verlor. In mehreren Zeitungen war am Freitagmorgen zu lesen, dass die stark verschuldete Telefongesellschaft neue Aktien im Wert von 5 bis 5,5 Milliarden Euro emittieren will, um einen Teil der Schulden abzubezahlen. "Das ist beim derzeitigen Marktumfeld ein deutliches Zeichen der Verzweiflung", sagte Bert Siebrandt, Analyst bei SNS Securities.
Im Zuge der Übernahme von VoiceStream wird auch die deutsche Telekom rund 1,2 Milliarden neue Aktien ausgeben. Ab Montag werden die Papiere gehandelt. Noch ist unklar, wie sich die Voicestream-Aktionäre verhalten werden. Sollten sie die neuen Aktien verkaufen, könnte es am Montag mit dem Kurs der T-Aktie deutlich nach unten gehen.
EM.TV leidet unter Gewinnmitnahmen
Mit Kursgewinnen von rund fünf Prozent auf 12,14 Euro führten im Nemax 50 die Papiere des Telematik-Anbieters Comroad die Gewinnerliste an. Das Papier hatte am Vortag stark unter Verkaufsdruck gestanden. Kinowelt-Aktien hatten zunächst in der Spitze des Index gestanden, rutschten dann aber mit 0,25 Prozent in die Verlustzone. Nach einer Vorabmeldung von "Focus" beschäftigt sich die Wertpapieraufsicht mit dem Medienunternehmen wegen eines möglichen Insiderhandels.
Deutlicher abwärts ging es dagegen bei dem Medienunternehmen EM.TV, dessen Aktien sich um mehr als sieben Prozent auf 3,39 Euro verbilligten. Der Wert war am Vortag mit einem Plus von mehr als 20 Prozent aus dem Handel gegangen. Offenbar nehmen die Investoren jetzt erst einmal einen Teil der Kursgewinne vom Vortag mit.
Ohne Nachrichten rutschten die Papiere von Carrier 1 International um mehr als acht Prozent auf 4,96 Euro an das Ende des Nemax 50. Die Papiere des Telekom-Unternehmens waren bereits am Vortag um 5,26 Prozent auf 5,40 Euro eingebrochen.
Vor Handelsbeginn am Neuen Markt meldete der Pleitekandidat Infomatec ad hoc Geschäftszahlen für das erste Quartal. Demnach betrug der Konzernumsatz eine Million Euro (ausschließlich Softwareverkäufe und Dienstleistungen) gegenüber dem Vergleichszeitraum 2000 (17,7 Millionen Euro). Das Ergebnis weise für die ersten drei Monate 2001 einen Fehlbetrag in Höhe von 5,1 Millionen Euro aus (1. Quartal 2000: 4,5 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrage minus 4,2 Millionen Euro und verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahresquartal um 500.000 Euro. Die Aktie legte zunächst zu, rutschte dann aber mit rund sieben Prozent auf schlappe 0,54 Euro in die Verlustzone.
Nach Vorlage von Quartalszahlen gehörten die Aktien von Prodacta (plus 7,10 Prozent auf 1,66 Euro) und von Popnet (plus neun Prozent auf 5,45 Euro) zu den größten Gewinnern am gesamten Neuen Markt.