Börse am Mittag: Handel bleibt flau - DER SPIEGEL
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Börse am Mittag Handel bleibt flau

Der Dax verharrt weiter im Minus, während sich die Wachstumswerte mühsam im Plus halten. Die Technologiewerte präsentieren sich überwiegend freundlich.
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Frankfurt am Main - Der Dax hat nach einer behaupteten Eröffnung bis 12 Uhr um 0,3 Prozent auf 6262 Punkte nachgegeben. Die Wachstumswerte mussten ihre Gewinne wieder abgeben. Der Nemax 50 fiel auf 1900 Punkte zurück, ein leichtes Plus von 0,1 Prozent.

"Umsatz ist gar keiner da, und es wird so trostlos bleiben", sagte ein Händler. Viele Investoren überbrückten den Freitag mit einem Urlaubstag. Zudem stünden die Börsianer vor einem langen Wochenende, weil am Montag in New York und London nicht gehandelt werde.

Die Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspan vor Wirtschaftsvertretern am Donnerstagabend wirkte sich auf die Kurse in Frankfurt belastend aus. Greenspan warnte davor, dass die Periode des verlangsamten Wachstums nicht vorüber sei. Die Konjunktur sei noch immer nicht frei von dem Risiko, dass die Flaute doch größer sei als erwartet. In diesem Zusammenhang stellte der Fed-Chef weitere Zinssenkungen in Aussicht.

Die Anteilsscheine der Commerzbank blieben mit etwa 0,3 Prozent im Minus, nachdem die Beteiligungsgesellschaft CoBRa auf der Hauptversammlung ihre Sonderanträge gegen den Vorstand des Geldhauses überraschend zurückgezogen hatte. Der Vorstand prüft derzeit, ob die abgegebene Erklärung von allen 40 Anteilseignern, die die Sonderanträge unterstützt hatten, autorisiert ist. Für die Hauptversammlung wollte die CoBRa laut Tagesordnung über drei Punkte abstimmen lassen: ein Misstrauensvotum gegen das Management der Commerzbank, eine Sonderuntersuchung der Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr sowie ein Verzicht auf Kapitalerhöhungen, die keine Rücksicht auf Bezugsrechte bestehender Aktionäre nehmen.

Die T-Aktie notierte ebenfalls schwächer und verlor rund 0,3 Prozent auf 26,96 Euro. Einem Entscheid des Landgerichts Köln zufolge darf die Telekom ihr Netz zum finanziell angeschlagenen Konkurrenten TelDaFax wegen ausstehender Rechnungen kappen. Eine Zivilkammer hob am Freitag eine einstweilige Verfügung auf, durch die der Ex-Monopolist verpflichtet wurde, sein Leitungsnetz für das Marburger Unternehmen freizuschalten. TelDaFax habe seine Schulden in Höhe von mindestens 73 Millionen Mark trotz Mahnung nicht beglichen.

Einen Rückschlag für den Bonner Riesen bedeutet dagegen, dass der geplante Mehrheitsverkauf der restlichen Kabelgesellschaften an ein britisch-amerikanisches Konsortium möglicherweise platzen könnte. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtete, soll Liberty Media umfassende Nachverhandlungen fordern. Scheitert das Geschäft, würden der Telekom Erlöse in Höhe von fünf Milliarden Euro entgehen, die der Konzern dringend zum Schuldenabbau benötige.

Die Technologiewerte präsentierten sich überwiegend freundlich. So legten Infineon-Aktien um 0,8 Prozent auf 43,39 Euro zu, während sich die Titel von Epcos um 0,7 Prozent auf 77 Euro erholten. Die Papiere von SAP gewannen 0,6 Prozent auf 182,10 Euro. Nach einer freundlichen Eröffnung drehten die Aktien von Siemens ins Minus und verloren 0,5 Prozent auf 90,73 Euro. Auf der Verliererstraße bewegten sich die Papiere des gestrigen Tagesgewinners. e.on-Aktien verbilligten sich um 2,1 Prozent auf 58,35 Zähler.

Wenig Umsätze am Neuen Markt

Auch am Neuen Markt lief der Handel zum Wochenausklang sehr ruhig. Im Nemax 50 übernahmen die Aktien von Morphosys die Spitze der Gewinnerliste mit einem Aufschlag von 3,8 Prozent auf 83,15 Euro. Ebenfalls fest präsentierten sich Brokat (plus 3,7 Prozent auf 8,46 Euro) und ConSors (plus 3,5 Prozent auf 29,50 Euro).

Wegen "mangelnden Vertrauens der übrigen Vorstandsmitglieder" trennt sich Lambda Physik zum Monatsende von seinem Finanzchef Christoph Syring. "Die Gründe sind rein persönlich und haben nichts mit unseren Zahlen und Ergebnissen zu tun", sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Aktie fiel daraufhin um 9,2 Prozent auf 67,20 Euro.

Der Bioanalytik-Spezialist Eurofins Scientific konnte von den Ergebnissen des ersten Quartals nicht profitieren. Die Aktie verlor 2,8 Prozent auf 26,12 Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank bedingt durch die Akquisition weiterer Laboratorien auf minus 600.000 Euro. Im Vorjahresquartal hatte das französische Unternehmen ein ausgeglichenes Ergebnis vorgelegt.

Swing hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres das Ergebnis vor Steuern um 37 Prozent auf 2,79 Millionen Mark gesteigert. Der Umsatz betrug 23,36 Millionen Mark und wurde gegenüber dem Vorjahresquartal um 87 Prozent gesteigert. Die Aktie stieg um 2,7 Prozent auf 4,58 Euro.

Systematics beendete das erste Quartal mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von minus 7,9 Millionen Euro. Das Unternehmen machte einmalige Aufwendungen für von 8,3 Millionen Euro für die Vorbereitung der Partnerschaft mit EDS verantwortlich. Der Umsatz verdoppelte sich im Vergleich mit dem Vorjahr von 73,9 Millionen Euro auf 195 Millionen Euro. Das Unternehmen teilte mit, dass dieses Ergebnis im Rahmen der Planungen sei. Die Aktie notierte unverändert bei 33 Euro.

Euro fällt wiederunter die 86-Cent-Marke

Der Euro hat die Gewinne vom Morgen wieder abgeben müssen. Die Europäische Gemeinschaftswährung notierte um 12 Uhr bei 0,8557 Dollar, nachdem sie am Vorabend für 0,8561 Dollar zu haben war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 0,8604 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2732 Mark.

Die Verluste am Vorabend hatten Händler damit erklärt, dass die seit mehreren Tagen erwartete Marktintervention durch die EZB nicht eingetroffen war. Die geringfügige Aufwärtstendenz am Freitagmorgen sei mit neuen Hoffnungen auf eine Intervention begründet, sagten Händler. "Wenn die EZB überhaupt an einer Intervention interessiert ist, um dem Euro beizuspringen, dann ist es jetzt höchste Zeit dafür", sagte der Analyst Yasuji Yamanaka von Nikko Trust & Banking.