Börse am Mittag HypoVereinsbank-Papiere vorn
Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte verharren weiter im roten Bereich. Die Standardwerte stehen mit 0,4 Prozent, die Wachstumswerte im Nemax-50 mit 2,4 Prozent im Minus. Der Blick auf die vorbörslichen Barometer verspricht im Moment zunächst wenig Besserung. Der Nasdaq-Future notierte mit einem halben Prozent im Minus.
Die Liste der Kursgewinner führte die HypoVereinbank an. Die Aktie zog zuletzt um 4,3 Prozent auf 65,71 Euro an und ließ die wenigen anderen Gewinner im Dax weit hinter sich. Beflügelt wurde der Kurs von der Meldung, dass die Münchner Bank ihre Immobilienfinanzierungs-Aktivitäten in einer neuen Bank zusammenlegen will.
Ende 2002 soll die neue Bank gänzlich am Markt sein. Zunächst sollen hierfür die Nürnberger Hypothekenbank, die Süddeutsche Bodencreditbank und die Westfälische Hypothekenbank auf die Bayerische Handelsbank verschmolzen werden, teilte das Münchner Bankhaus am Montag mit.
Zu den wenigen Dax-Gewinnern zählten auch Degussa-Hüls (plus 2,00 Prozent), Münchener Rück (plus 1,77 Prozent) Schering (plus 1,51 Prozent) und E.ON (plus 0,70 Prozent). Die Commerzbank, die heute Nachmittag ihre Zahlen vorlegt, stand zuletzt 0,83 Prozent im grünen Bereich.
Der größte Verlierer im Dax waren die Papiere von Adidas, die 3,86 Prozent 69,22 Euro abgeben mussten. Der Sportartikelhersteller hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000 einen Gewinneinbruch von 20 Prozent verbucht. Der Jahresüberschuss sank nach vorläufigen Zahlen auf 358 Millionen Mark (182 Millionen Euro). Der Gewinnrückgang entspreche den Erwartungen, teilte der Vorstand mit und zeigte sich für die Zukunft sowohl bei Umsatz- und Gewinnentwicklung optimistisch.
Die Anleger hingegen scheinen den Verlautbarungen noch keinen Glauben zu schenken. Vor allem wird Kritik an dem angekündigten Effizienzprogramm geübt. Vermutlich wird die Aktie vor allem von institutionellen Investoren abgestoßen, weil der Wert sehr wahrscheinlich aus dem Dax fällt und seinen Platz für die Deutsche Post räumen muss. Da strukturieren die Großinvestoren schon im Vorfeld der endgültigen Entscheidung ihr Portfolio um.
Wenig Trost bietet den Adidas-Aktionären da die Tatsache, dass auch die Papiere von KarstadtQuelle, dem zweiten Wackelkandidaten, mit Abschlägen von 0,77 Prozent ebenfalls zu den Verlierern gehören
Nach den schlechten Vorgaben der Nasdaq notieren die Technologiewerte weiter in der Verlustzone. SAP stehen derzeit mit 2,63 Prozent im Minus. Infineon verlieren mehr als drei Prozent. Die Anteilsscheine von Epcos notieren 1,73 Prozent schwächer.
Die Papiere der Lufthansa konnten einen Teil ihrer Verluste wieder wett machen. Zuletzt notierte der Wert noch mit 0,39 Prozent im Minus. Hier hatten am Vormittag Verhandlungen der Piloten mit dem Arbeitgeber den Kurs belastet. "Unsere Forderungen werden das sprengen, was bislang vorstellbar war", verlautete aus Verhandlungskreisen.
Die Aktie der Deutsche Börse stand mit 365,50 Euro zuletzt wieder deutlich über ihrem ersten Kurs von 362 Euro. Der Ausgabepreis des Papiers hatte stolze 335 Euro betragen - kein Investment für den Kleinanleger.
Bei den Wachstumswerten im Nemax-50 führten weiter die Titel von Gauss Interprise das Gewinnerfeld mit Kursaufschlägen von mehr als 23 Prozent auf 3,47 Euro an. Das Hamburger Internet-Unternehmen hat sich mit einer Kapitalspritze für die nächsten Monate finanziell wieder Luft verschafft. Noch in dieser Woche werde die Firma ihr Kapital um rund 6,5 Millionen Euro erhöhen, teilte Gauss am Montag in Hamburg mit. Das Geld kommt von den Gründungsaktionären sowie Vorstand, Aufsichtsrat und Management. Der Kapitalmarkt werde nicht in Anspruch genommen.
Beim Münchner Filmrechtehändler EM.TV war am Wochenende bekannt geworden, dass bei den Verhandlungen zwischen der KirchGruppe und dem krisengeschüttelten Medienkonzern offenbar die entscheidende Phase erreicht ist. Die "Welt am Sonntag" hatte berichtet, dass eine Einigung bis Ende Februar wahrscheinlich sei. Lohn der Anleger war ein zuletzt ein Plus von 3,40 Prozent auf 8,20 Euro.
Auf Erholungskurs befanden sich die Anteilsscheine von Intershop, die zuletzt ein Kursplus von 5,13 Prozent auf 8,19 Euro verzeichneten. Unter die Räder kamen dagegen die Titel des Konkurrenten Brokat. Der Wert verlor knapp 10 Prozent auf 18,83 Euro.
Der Filmhändler Advance Medien hatte am Freitag mit der Hiobsbotschaft von einer erneuten Verfehlung der bereits im November herabgesetzten Umsatzprognose sowie einem Fehlbetrag in zweistelliger Millionenhöhe die Anleger geschockt. Bereits am Freitag hatte das Papiere mehr als 34 Prozent verloren. Der Kursabsturz setzte sich heute fort. Zuletzt verlor das Papier weitere 13,89 Prozent auf schlappe 1,55 Euro.