Börse am Mittag Indizes im Minus
Frankfurt am Main Nach der Veröffentlichung des überraschend pessimistischen ifo-Geschäftsklima-Index hat der Dax leicht nachgegeben. Bis 12.30 Uhr rutschte der Index mit 0,3 Prozent auf 5907 Punkte ins Minus.
Die deutlich eingetrübte Stimmung in der Wirtschaft dürfte die Diskussion um eine Zinssenkung im Euroraum erneut anheizen. Gestern hatte die EZB die Leitzinsen unverändert gelassen. Die Wachstumswerte im Nemax-50 lagen mit 1,2 Prozent bei 1424 Zählern im Minus.
Die Gewinnerliste im Dax führten die Papiere von DaimlerChrysler mit einem Plus von 2,45 Prozent auf knapp 52 Euro an. Konkurrent BMW rutschte mit 0,20 Prozent auf 38,27 Euro ins Minus. Volkswagen-Papiere zeigten sich um rund 1,10 Prozent auf knapp 54,43 Euro schwächer.
Zu den Gewinnern im Dax zählten auch die Papiere der Commerzbank, die sich um 1,33 Prozent auf 29,71 Euro verteuerten. Die Investmentbanking-Sparte der Bank, Commerzbank Securities, soll nach den Worten von deren Leiter Mehmet Dalman Marktführer in Europa werden. Wie Dalman der Börsen-Zeitung sagte, erwartet er nach dem Wechsel von Klaus-Peter Müller an die Spitze der Commerzbank, dass das Institut seine Kapitalkraft stärker im Investmentbanking nutzen wird. Den Weg zur Marktführerschaft sollen vor allem ein starker Ausbau des M&A-Geschäfts sowie die stärkere Verzahnung von letzterem mit dem Firmenkundengeschäft ebnen. Für seine Sparte stellte Dalman die Einhaltung der Ergebnisziele für das laufende Jahr in Aussicht.
Überraschend haben Investoren die arg gebeutelte Aktie von Infineon wieder entdeckt. Zeitweilig hatte sich der Wert an die Dax-Spitze gesetzt, fiel dann aber wieder auf plus 0,64 Prozent bei 29,87 Euro zurück.
Die Kursaufschläge überraschen insofern, als nach US-Börsenschluss auch der US-Mitbewerber Micron Technologies vor sinkenden Erträgen gewarnt hat, nachdem die Münchener Chipschmiede bereits am Mittwoch einen pessimistischen Ausblick für das zweite Halbjahr vorgelegt hatte.
Die Investmentbank Goldman Sachs hat ihr Kursziel für Infineon-Aktien drastisch von 75 auf 45 Euro gesenkt. Dennoch wird der Wert mit dem Rating "Recommended List" weiterhin positiv beurteilt. Zur Begründung verwiesen die Experten auf ein günstiges Chance/Risiko-Profil des Papiers: So habe die Aktie ausgehend von der aktuellen Bewertung ein Kurspotenzial von 50 Prozent, während das Abwärtsrisiko auf 15 Prozent begrenzt sei.
Zu den Gewinnern gehörten überdies die Papiere des Touristikkonzerns Preussag , die sich um 0,68 Prozent auf 35,44 Euro verbesserten. Am Morgen hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass die Fels-Gruppe an die Haniel GmbH verkauft wird. Das weitere Desinvestitionsprogramm solle zügig vorangetrieben werden.
Nach der Gewinnwarnung von BASF gehörten Chemiewerte am Freitag erneut zu den Verlierern. BASF gaben rund zwei Prozent auf 43,10 Euro nach. Bayer zeigten sich 1,82 Prozent schwächer auf 43,20 Euro. Gewinnmitnahmen drückten den Kurs der T-Aktie. Das Papier hatte am Vortag mehr als vier Prozent zugelegt und gab zuletzt 1,30 Prozent auf knapp 25 Euro nach.
Deutsche Post-Aktien zählten ebenso zu den Verlierern im Dax bei Kursabschlägen von 1,20 Prozent auf 18,15 Euro. Die Post hatte Aquisitionen im Paketbereich angekündigt. "Solche Ankündigungen werden im gegenwärtigen Markumfeld mit Zurückhaltung aufgenommen", so ein Händler. Es habe in der jüngsten Vergangenheit genug Akquisitionen und Fusionen gegeben, die schlecht gelaufen seien.
Essanelle Hair Group-Aktien sind am Freitag zum ersten Mal im Amtlichen Handel der Frankfurter Börse notiert worden. Das Papier der Friseurkette sank bis 12.15 Uhr auf 6,35 Euro und damit unter den Emissionspreis von 7 Euro. Die Erstnotitz hatte bei sechs Euro gelegen. Trotz des Starts im Amtlichen Handel sei der Wechsel in den Smax-Index geplant, hieß es
Stärkster Wert unter den Blue Chips am Neuen Markt waren die Aktien von SCM Microsystems. Mit Kursaufschlägen von mehr als elf Prozent auf 11,70 Euro setzten die Papiere ihren Höhenflug vom Donnerstag fort. Am Donnerstag hatte die Aktie rund 20 Prozent hinzugewonnen. Die Aktie ist auch an der Wall Street notiert.
SCM Microsystems (Los Gatos/Pfaffenhofen) hat eine Partnerschaft mit Eastman Kodak geschlossen. Demnach wird der Fotokonzern in seiner digitalen Foto-Kiosk-Lösung künftig Schreib-/Lesegeräte von SCM einsetzen. Die Integration der digitalen Geräten von SCM in die SB-Stationen von Kodak biete eine Alternative zu Drucker-Setups zu Hause, teilte SCM mit.
Gewinnmitnahmen drückten die Aktie von Intershop. Nach Kurszuwächsen von mehr als 17 Prozent am Vortag gab die Aktie am Freitag rund zwei Prozent auf 3,80 Euro nach. Gleiches Bild bei dem Software-Wert Brokat. Nach Zugewinnen von rund zehn Prozent am Vortag, verlor die Aktie zuletzt 2,23 Prozent auf 3,50 Euro. Der Vorstand hatte am Donnerstag auf der Hauptversammlung angekündigt, dass das Unternehmen seine Liquiditätsschwierigkeiten in den Griff bekommen werde. Unter Druck gerieten auch die Aktien der Kontron Embedded Computer AG. Die Anteilsscheine verloren 4,37 Prozent auf 48,70 Euro.
Logistik-Aktien am Neuen Markt gehörten ebenso zu den Verlierern. D.Logistics fielen um 2,33 um Prozent auf 17,20 Euro. Die Papiere des Schwergewichts Thiel verloren 4,40 Prozent auf 19,20 Euro. "Thiel und D.Logistics sind im europäischen Vergleich nach dem Kursrückgang billig, wenn man an die Prognosen der Unternehmen glaubt", sagte eine Analystin. Das Risiko sei die Integration der übernommenen Unternehmen. Zudem habe die britische Hays Plc. zu Beginn des Monats eine Gewinnwarnung herausgegeben