Börse am Mittag Infineon an der Spitze
Frankfurt am Main - Zwar standen die vorbörslichen Barometer in New York gegen Mittag im Minus, doch die deutschen Aktienmärkte zeigten sich bis 13.15 Uhr davon wenig beeindruckt. Der Dax stand mit 0,9 Prozent auf 4756 Zähler im Plus. Die Wachstumswerte im Nemax 50 verzeichneten ein Plus von mehr als drei Prozent bei 1107 Punkten.
Händler sprachen von strategischen Käufen professioneller Anleger. Sie begründeten die gute Stimmung mit der überraschenden Wende der US-Börsen im späteren Geschäft am Donnerstag, aber auch mit den weiter sinkenden Zinsen am Anleihenmarkt. Zwar hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen am Donnerstag nicht weiter gesenkt. Damit gehe die Inflationsgefahr aber noch weiter zurück, heißt es. "Es gibt eine Menge frisches Geld und Fondsgesellschaften scheinen momentan die schlechten Nachrichten zu ignorieren", sagte ein Händler in Frankfurt. Ein Risiko sehen Börsianer allerdings in der Bekanntgabe eines Index für die US-Verbraucherstimmung am Nachmittag. Sollte dieser unerwartet schwach ausfallen, könnten die Börsen noch einmal in die Knie gehen, heißt es.
Technologiewerte im Dax gehörten weiter zu den größten Gewinnern im Dax. Infineon führte die Standardwerte mit Kursaufschlägen von 4,80 Prozent auf 18,35 Euro an. Epcos gewannen mehr als vier Prozent auf 52,70 Euro hinzu. Siemens kletterten noch 2,53 Prozent auf knapp 56 Euro. SAP verbesserten sich um 1,80 Prozent. Die Technologiewerte zeigten sich damit unbeeindruckt von den nachbörslich vorgelegten schlechten Zahlen von JDS Uniphase und Ericsson.
Adidas-Salomon kletterten nach einem positiven Kommentar von Goldman Sachs zuletzt noch um rund zwei Prozent auf 64 Euro und belegten damit ebenfalls einen Spitzenplatz im Dax.
DaimlerChrysler plant künftig mehr Chrysler-Fahrzeuge außerhalb der USA zu verkaufen. Zudem will das Unternehmen im nächsten Jahr bei Mercedes-Benz den Anteil der verkauften Wagen mit höheren Gewinnmargen steigern, sagte Vorstand Jürgen Hubbert der FTD. Die Aktie kletterte um knapp zwei Prozent auf 41,24 Euro.
BASF waren nach einem schwachen Auftakt leicht ins Plus gedreht. BASF erwägt seine Kapazitäten vorübergehend weltweit abzubauen. "Wir wollen die Kapazitätsauslastung weltweit reduzieren, besonders in Ludwigshafen", erklärte ein Sprecher des Konzerns. Eine Entscheidung zu den geplanten Maßnahmen solle Anfang Dezember fallen. Der zusätzliche Abbau von Arbeitsplätzen sei jedoch nicht geplant.
Trotz einer Sammelklage, die die US-Anwaltsfirma Gilman und Pastor gegen Bayer angekündigt hat, legten die Aktien des Pharma- und Chemiekonzerns rund 0,70 Prozent auf 33,80 Euro zu.
Die Kursschwäche bei der HypoVereinsbank hielt an. Einen Tag nach der Vorlage von Quartalszahlen ging es für die Bayerische Bank erneut mit einem Prozent auf 35,29 Euro nach unten. Bereits am Vortag hatte die Aktie rund drei Prozent verloren. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte zuvor ihre Einstufung als "Outperformer" bestätigt.
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Am Neuen Markt konnten die Aktien von Heyde nach Vorlage der Geschäftsquartal für das dritte Quartal ihren Spitzenplatz im Nemax 50 verteidigen. Die Aktien gewannen mehr als 16 Prozent auf 1,86 Euro. "Die Zahlen haben gezeigt, dass Heyde bei der Restrukturierung auf dem richtigen Weg ist", sagte ein Händler. Im wesentlichen seien die Ergebnisse über den Erwartungen geblieben. "Viele Kleinanleger setzen nach wie vor auf den ehemals großen IT-Dienstleister und kaufen," sagte ein anderer Händler. Die Zahlen seien grundsätzlich positiv gewesen, aber bei dem Unternehmen "kommt seit einigen Quartalen ein Verfehlen der Prognosen dazu". In diesem Fall sei dies der um drei Millionen Euro höhere Verlust gewesen.
Nach den extremen Kursgewinnen der vergangenen Tage wurde die Kursexplosion der Adva -Aktie am Freitag gestoppt. Die Papiere verloren 7,17 Prozent auf 4,92 Euro, nachdem die drei Handelssitzungen zuvor ein Plus von insgesamt 58 Prozent brachten.
Stark präsentierten sich die Werte, die von einem Aufschwung der Halbleiterindustrie profitieren könnten. Die Papiere des Chipbrokers ce Consumer stiegen um neun Prozent auf sechs Euro. Der Chipkartenbroker ACG setzte sich mit einem Kursplus von 22 Prozent auf 4,90 Prozent an die Spitze der Gewinnerliste im Nemax 50.